Regenwasser ökologisch sinnvoll nutzen

Regenwasser ist - zumindest hierzulande - eigentlich im Übermaß vorhanden, doch wirklich sinnvoll genutzt wird es selten. Dabei ist es eigentlich gar nicht so kompliziert. Denn schon mit einem vergleichsweise simplen System lässt es sich speichern, aufbereiten und für vielfältige Zwecke im und rund um den Haushalt nutzen. Zu den Profiteuren gehören nicht nur die Anla-genbauer und deren Kunden, sondern auch die Umwelt gehört zu den Nutznießern. Warum, das erklären wir in diesem Artikel.

Regenwasser ökologisch sinnvoll nutzen. Foto: pixabay.com
Regenwasser ökologisch sinnvoll nutzen. Foto: pixabay.com

Regenwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs

Man hat dies vielleicht nicht immer so präsent vor Augen, aber Regenwasser stellt einen wichtigen Teil im natürlichen Wasserkreislauf dar. Ehemals aus Wasserverdunstungen entstanden, versickert es beim Abregnen wieder im Boden und füllt die natürlichen Grundwasserspeicher auf, sodass der Kreislauf von Neuem beginnen kann. Die rasante Verstädterung und Industrialisierung haben es nun in den letzten Jahrzehnten mit sich gebracht, dass im Laufe der Zeit immer mehr Bodenflächen versiegelt und biologisch bearbeitet wurden. Das Regenwasser wurde zunehmend in die öffentlichen Entwässerungsanlagen kanalisiert. Und dies hatte freilich Konsequenzen. Die wohl deutlichsten sind Überschwemmungen und überlaufende Kanalisationen.

Aber auch umwelttechnische Konsequenzen der Bodenversiegelungen und -verunreinigungen sind, obwohl wir sie vielleicht nicht so deutlich wahrnehmen, sehr wohl gegeben. Hierzu zählt nicht nur die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen, sondern auch eine Verschlechterung der Grundwasserqualität, die umso weiter abnimmt, je weniger Regenwasser von oben nachkommt. Denn Regenwasser erneuert das Grundwasser, indem es durch den Boden hinabsickert, auf diese Weise ganz natürlich durch die verschiedenen Gesteins- und Erdschichten gefiltert und letztlich zu sauberem Trinkwasser wird. In der Schweiz stammen beispielsweise bis heute ganze 80 Prozent des Trinkwassers aus dem Grundwasser. Und man sollte bedenken, dass Trinkwas-ser ein kostbares öffentliches Gut darstellt, das zu fördern und schützen, mit einem großen Aufwand verbunden ist.

Die Tatsache, dass allein in Deutschland jeder Bürger täglich im Schnitt 127 Liter Trinkwasser - darunter allein rund 40 Liter für die Toilettenspülung - verbraucht, mutet vor diesem Hinter-grund irgendwie absurd an. Hinzu kommt, dass viele ja auch ihre Gärten im Grunde mit nichts anderem als Trinkwasser bewässern. Um einem verschwenderischen Umgang mit Trinkwasser entgegen zu wirken, wurden Regenwassernutzungsanlagen entwickelt, die eine Regenwas-sernutzung im und rund um den Haushalt ermöglichen und so Trinkwasser, aber auch schlicht-weg Abwasserkosten zu sparen helfen.
 
Regenwasser ökologisch sinnvoll nutzen. Foto: pixabay.com
Regenwasser ökologisch sinnvoll nutzen. Foto: pixabay.com

Anlagen zur Regenwassernutzung

Im Grunde genommen bestehen Regenwassernutzungsanlagen aus vier Komponenten: Einer Zisterne, einem Filter, einem Hauswasserwerk bzw. einer Pumpanlage sowie einem Leitungsnetz. Zudem ist ein entsprechendes Dachentwässerungssystem vonnöten, dass nicht an das öffentliche Entwässerungssystem angeschlossen ist und aus geeigneten Materialen - beispielsweise aus Titanzink - besteht, die umweltverträglich sind.

Die Zisterne kann im oder außerhalb des Hauses unterirdisch installiert werden. Sie besteht entweder aus Kunststoff oder aus Beton. Der Vorteil der unterirdischen Installation besteht da-rin, dass aufgrund der Kühle und Dunkelheit Keime sich nicht entwickeln können. Etwaiger Schmutz lagert sich, wie bei einem Brunnen auch, auf dem Boden ab, und das Wasser wird klar. Mittels einer Saugpumpe kann es anschließend über ein separates Leitungsnetz an die entsprechenden Orte befördert werden, an denen es gebraucht wird. In der Regel nutzt man Regenwas-ser vor allem zur Bewässerung von Gartenpflanzen, für die Toilettenspülung oder zum Wä-schewaschen.

Fraglich ist letztlich, inwieweit sich ein solches System finanziell amortisiert, denn die Anschaffungs- und Wartungskosten sind recht hoch. Am meisten sticht letztendlich wohl weniger der Kostensparfaktor, als vielmehr der Nutzen für Umwelt hervor.

Quelle: a.b.

06.02.2019

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