Pultdach bauen – mit besonderen Akzenten

Der Bau eines Pultdachs ist auf fast allen Haustypen möglich, dementsprechend eignen sie sich gut für das klassische Einfamilienhaus, punkten aufgrund ihrer speziellen Optik jedoch ebenso auf exklusiven Architektenhäusern. Der Wohnraum unter dem Dach ist durch die fehlenden Dachschrägen komplett nutzbar und auch die Inneneinrichtung fällt aufgrund der reichlich vorhandenen geraden Wandflächen leicht. Die clevere Bauweise von Pultdächern und die praktische Dachneigung machen diese Dachform zudem sehr energieeffizient, wodurch der Strom- und Wasserverbrauch nachhaltig sinkt.

Was ist ein Pultdach?

Neben dem Flachdach ist ein Pultdach die wohl simpelste Dachkonstruktion: Sie besteht aus lediglich einer einzelnen geneigten Dachfläche. Die obere Kante wird als Dachfirst bezeichnet, die untere als Dachtraufe, an der sich die Regenrinne befindet. Die Wahl des Materials für die Dacheindeckung ist vielseitig und durch den verhältnismäßig simplen Aufbau halten sich die Kosten im Rahmen.

Einfache Pultdächer bestehen aus einer großen Dachfläche, die jedoch nicht wie bei einem Flachdach gleichmäßig und gerade auf den Gebäudewänden aufliegt, sondern schräg zu einer Seite abfällt. Hier liegt auch der Ursprung der Namensgebung: Pultdach-Konstruktionen erinnern in ihrer Form an ein Lehrerpult. Optisch lässt sich zudem eine gewisse Ähnlichkeit mit einem halben, weniger stark geneigten Satteldach feststellen. Über der höchsten Wand des Hauses, der sogenannten »hohen Wand«, bildet die obere Kante des Pultdachs den Dachfirst, während der untere Teile die Dachtraufe darstellt. Da der Dachfirst sich somit nicht mittig über der Grundfläche befindet, ergibt sich daraus eine deutlich kleinere Dachfläche – was mit einem geringeren Materialaufwand einhergeht und das Budget entlastet.

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Pultdächer bieten sich bestens für die Bedachung von Anbauten wie Carports oder Garagen an. Die Neigung kann hier ruhig flach gehalten werden, da ein Raumgewinn unter dem Dach keine Rolle spielt. Trotzdem genießen Sie den Vorteil des besseren Wetterschutzes, als es beispielsweise bei einem Flachdach der Fall ist.

Pultdach Straubenhardt von Albert-Haus
Pultdach Straubenhardt von Albert-Haus Infos zum Haus

Straubenhardt
Pultdach Jubiläumshaus (AH Rheinau-Linx) von WeberHaus
Pultdach Jubiläumshaus (AH Rheinau-Linx) von WeberHaus Infos zum Haus

Jubiläumshaus (AH Rheinau-Linx)
Pultdach Haas MH Falkenberg B 120 von Haas Haus
Pultdach Haas MH Falkenberg B 120 von Haas Haus Infos zum Haus

Haas MH Falkenberg B 120
Pultdach Edition Select 203 von Wolf-Haus
Pultdach Edition Select 203 von Wolf-Haus Infos zum Haus

Edition Select 203
Pultdach Haus Irtenkauf von Fertighaus WEISS
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Haus Irtenkauf
Pultdach SOLUTION 126 L V4 von Living Haus
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SOLUTION 126 L V4

Welche Formen bieten Pultdächer? - Vier Pultdachvarianten und ein Sonderfall

Bei einem Pultdach wird in der Regel zuerst die Vorder- und die Rückwand in zwei unterschiedlichen Höhen erstellt, anschließend zwei Firstbalken auf den Ringanker gelegt und schon kann die Verbauung der Sparren erfolgen. Die Schalung, Lattung sowie die Außenhaut sind denen eines Satteldachs ähnlich, nur ohne komplizierte Zuschnitte und Zusätze wie etwa Gauben oder Dachfenster. Generell unterscheiden wir im Aufbau nach vier verschiedenen Pultdachvarianten und einer Sonderform.

Das einfache Pultdach

Diese Variante ist der Klassiker unter den Pultdächern. Es gibt nur eine geneigte Dachfläche, die viel zusätzlichen Wohnraum schafft und kostengünstig zu errichten ist. Erfolgt die Überdachung als Kombination aus Pultdach und Flachdach, entstehen auf dem Flachdachteil optimale Voraussetzung für eine trendige Dachterrasse.

Das Doppelpultdach

Eine Alternative ist das versetzte Pultdach oder Doppelpultdach. Es weist zwei Dachflächen auf, die auf unterschiedlichen Höhen liegen, und quasi zwei einfache Pultdächer mit versetzter Konstruktion darstellen, die gegeneinander ausgerichtet ist. Dadurch bildet sich ein senkrechter Bereich, der sich bestens für die Einlassung von Oberlichtern eignet. Das bringt ein Plus an Tageslicht und noch mehr Raumgewinn unter dem Dach – so entsteht aus der oberen Etage ein ganzheitlich nutzbares Vollgeschoss. Darüber hinaus setzt es optisch einen besonders attraktiven Akzent im gesamten Gebäudebild.

Das kragende Pultdach

Ein kragendes Pultdach kommt oft in Kombination mit einem einfachen oder einem doppelten Pultdach zum Einsatz und dient meist als Überdachung eines Balkons oder einer Terrasse mit extra Wetterschutz. Die Dachfläche wird dabei lediglich zu der gewünschten Seite hin verlängert. Betrachten wir das Nutzen-/Kostenverhältnis dieser Variante, spricht es deutlich für die Planung eines kragenden Pultdachs.

Das unterbrochene Pultdach

Bei einem unterbrochenen Pultdach wird die Dachfläche zugunsten eines Dachfensters oder eines Balkonausschnitts ausgesetzt und anschließend weitergeführt. Nutzen wir dafür den Abstand zwischen zwei Sparren, entfällt eine zusätzliche Statikberechnung. Den Einbau von Gauben finden wir bei Pultdächern hingegen selten, da diese den Preisvorteil relativieren würden, der bei der Errichtung eines Pultdachs entsteht.

Das Scheddach – ein Sonderfall

Das Sheddach wird auch als Sägezahndach bezeichnet und ist eine Dachform, die vorwiegend bei Bauten mit großen Grundflächen wie Fabrikhallen Verwendung findet. Inzwischen ist sie jedoch ebenfalls auf modernen Wohnhäusern anzutreffen. Beim Sheddach werden mehrere kleine pultartige Dachaufbauten hintereinander aufgereiht, sodass die Optik an die Zacken eines Sägeblatts erinnert. Der Tageslichteinfall ist bei dieser Sonderdachform sehr gut, da in die jeweiligen hohen Wände normale Fenster eingebaut werden können.

Welchen Neigungswinkel hat ein Pultdach? – Berücksichtigung der Dachneigung

Das Pultdach verfügt im Gegensatz zum Flachdach durch die vorhandene Dachneigung über einen effizienten Wasserabfluss. Der Neigungswinkel des Pultdachs lässt sich flexibel gestalten und bietet eine enorme Bandbreite zwischen 10 und 60 Grad – in der Regel entscheiden Bauherren sich jedoch für eine 20 oder 25 Grad starke Neigung. Generell gilt: Je geringer die Neigung, desto mehr Wohnraum im Obergeschoss. Umso wichtiger wird allerdings auch die fachgerechte Abdichtung, damit keine Feuchtigkeit in die Wohnräume dringt. Die Dachausrichtung erfolgt nach Bedarf und den örtlichen Gegebenheiten. Traditionell bedeutet dies eher zur Wetterseite hin (Nordwest), um Wind, Regen und Schnee möglichst zuverlässig abzuhalten. Ist die Nutzung einer Fotovoltaikanlage angedacht, sollte die Dachfläche dagegen zur Sonnenseite weisen.

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Bereits bei der Planung der Pultdachneigung ist es ratsam, sich parallel mit der gewünschten Dacheindeckung zu beschäftigen. Denn jedes Material von der Tonziegel bis zum Schiefer setzt bestimmte Dachneigungen voraus.


Wie werden Pultdächer gedämmt und eingedeckt? - Die beste Eindeckung und Dämmung für Pultdächer

Nicht nur in Sachen Dachneigung zeigt sich das Pultdach ziemlich flexibel, sondern auch bei der Eindeckung. Grundsätzlich ist hier so gut wie alles denkbar: von klassischen Tonziegeln über verschiedene Metallarten bis hin zur kompletten Verglasung. Vergewissern Sie sich jedoch vorher unbedingt, welche Optionen an ihrem Bauort zulässig sind und welche Rolle die Dachneigung bei der Entscheidung für das Material Ihrer Wahl spielt. So sind ab einer Neigung von etwa 20 Grad Dachsteine, Ziegel oder Schiefer passend und bleibt sie unter 35 Grad auch Metalle wie Zink oder Kupfer. Bei einem sehr flachen Neigungswinkel dagegen sind Pultdächer prädestiniert für eine ökologisch wertvolle Dachbegrünung.

Je nach Ausrichtung und Neigung kann es unter einem Pultdach im Sommer bemerkenswert warm und im Winter ziemlich kalt werden, da es keine schützende Ebene zwischen Wohnraum und Dach gibt. Deshalb ist eine hochwertige und extra dicke Dämmung bei dieser Dachform besonders wichtig – vor allem auf der hohen Hausseite. Bei dem Aufbau der Dämmung haben Sie die freie Auswahl: Eine Aufsparrendämmung ist ebenso möglich wie eine Zwischen- oder Untersparrendämmung.
 

Kann man mit einem Pultdach energiesparend und nachhaltig leben?

Aus einem Pultdach lässt sich ein prima Energieerzeuger machen, der zu einem nachhaltigen und umweltbewussten Leben beiträgt. Durch die maximal flexible Planung dieser Dachform, richtet sich der Aufbau ganz nach den Erfordernissen einer Fotovoltaik- oder Solarthermieanlage. Für die Installation einer Fotovoltaikanlage empfehlen Experten eine Ausrichtung gen Süden und eine Dachneigung von 30 bis 35 Grad. Damit lässt sich eine solche Anlage höchsteffizient betreiben – zu jeder Jahreszeit. Häuser mit Pultdach lassen sich darüber hinaus wunderbar als Passiv- oder Energiesparhaus errichten, die durch eine ordentliche staatliche Förderung nochmals die Kosten für Heizung, Warmwasser und Strom senken.

Vorteile und Nachteile von Pultdächern

Ob ein Pultdach für Ihr spezielles Bauvorhaben infrage kommt, hängt von den baurechtlichen Voraussetzungen ab und ist natürlich auch eine Sache des Geschmacks. Zusammenfassend können wir auf jeden Fall festhalten, dass Pultdächer mehr Vor- als Nachteile aufweisen, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt:

Welche Vorteile haben Pultdächer?

  • Pultdächer sind sehr flexibel planbar
  • Im Vergleich zu anderen Dachformen hat das Pultdach eine weniger komplizierte Dachkonstruktion und ist damit kostengünstiger
  • Geringe Instandhaltungskosten des Pultdachs
  • Ein Pultdach bietet volle Wohnraumnutzung im Obergeschoss mit viel Tageslichteinfall
  • Bei einem Pultdach ist der Abfluss des Regenwassers gut
  • Pultdächer ermöglichen eine begrünte Dachfläche
  • Bei optimaler Dachausrichtung und -neigung ist das Pultdach ideal für die Installation einer Fotovoltaikanlage
  • Das Pultdach bietet eine große Auswahl an möglichen Dacheindeckungen
 

Nachteile von Pultdächern

  • Bei einem Pultdach besteht die Gefahr erhöhter Hitzeentwicklung im Sommer, die sich jedoch mit einer durchdachten Gesamtplanung sowie einer effektiven Dämmung schnell lösen lässt
  • Höherer Aufwand und Kosten für die Abdichtung und Wärmedämmung von Pultdächern
  • Auf der Nordseite eines Pultdaches ist keine Installation einer Fotovoltaikanlage möglich
Grundriss Pultdach ComfortStyle 14.01 P von massa haus
Pultdach ComfortStyle 14.01 P von massa haus

ComfortStyle 14.01 P
Grundriss Pultdach Speziale Exclusiv von Albert-Haus
Pultdach Speziale Exclusiv von Albert-Haus

Speziale Exclusiv
Grundriss Pultdach ComfortStyle 10.02 P von massa haus
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Grundriss Pultdach Herrsching von Regnauer
Pultdach Herrsching von Regnauer

Herrsching
Grundriss Pultdach Junto 168 von Fingerhut Haus
Pultdach Junto 168 von Fingerhut Haus

Junto 168
Grundriss Pultdach Modern 153 von FischerHaus
Pultdach Modern 153 von FischerHaus

Modern 153

Wie viel kostet ein Pultdach?

Pultdächer eignen sich für alle Häuser, ob aus Kalksandvollstein, Ziegel oder Fachwerk gebaut. Die Kosten berechnen sich anhand der gewünschten Dachneigung, der Dachfläche und den Ansprüchen an die Eindeckung – denn hiernach richtet sich die gesamte Gestaltung der Tragekonstruktion. Da ein Pultdach im Vergleich zu einem Satteldach oder Walmdach mit deutlich weniger Fläche auskommt und Dachrinnen sowie Fallrohre nur auf einer Seite nötig sind, fällt der Gesamtpreis jedoch definitiv günstiger aus. Auch wenn es aufgrund des fehlenden abgetrennten Raums zwischen Dach- und Zimmerdecke eine bessere Wärmedämmung benötigt, halten die Kosten sich im Rahmen. Rechnen Sie mit etwa 150 - 200 Euro Komplettpreis inklusive Arbeits- und Materialaufwand pro Quadratmeter. Dadurch ist es durchaus möglich, ein Fertighaus mit Pultdach für unter 200.000 Euro zu bauen.
 

Wer baut Pultdachhäuser?

Moderne Pultdachhäuser können als Fertigbau oder als Massivhaus erstellt werden. Sind Sie ein Fan kurzer Bauphasen und möchten möglichst zügig in Ihr neues Eigenheim einziehen? Dann empfiehlt sich auf jeden Fall die Entscheidung für ein Fertighaus. Die meisten Hersteller von Pultdachhäusern in diesem Bereich haben dabei unterschiedliche Ausbaustufen vom Ausbauhaus bis zum schlüsselfertigen Bau im Programm. Im Folgenden finden Sie einige Musterhäuser mit attraktiven Pultdächern verschiedener Anbieter.

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