Sonderdachformen – individuelle Highlights in luftiger Höhe

Eines ist klar: Sonderdachformen fallen ins Auge und unterstreichen die Individualität sowie den kreativen Geist des Häuslebauers. Neben ihrer speziellen, teils sehr auffälligen Optik bieten sie meist noch weitere Vorteile wie etwa vergrößerte Wohnflächen im Dachgeschoss und eine besonders gute Wetterbeständigkeit. Allerdings belasten die damit einhergehenden Kosten für die Errichtung von Sonderdachformen beziehungsweise für die Umsetzung diverser baulicher Eyecatcher naturgemäß auch das zur Verfügung stehende Gesamtbudget.

Das Mansardendach – ein besonders Stück Luxus

Das Mansardendach gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert, es hat seinen Ursprung in Frankreich. Die unbestritten außergewöhnliche Form verleiht diesem Dachtypen einen absolut eigenen Charakter, der alle Blicke auf sich zieht. Doch war dies anfangs nicht die Intention der Architekten, sondern eher die Vergrößerung der Wohnfläche, da die Grundsteuer in früheren Zeiten pro vorhandenem Vollgeschoss veranschlagt wurde. Das Dachgeschoss floss so nicht mit in die Berechnung der Steuer ein, konnte aber dank des Mansardendaches trotzdem als vollwertiger Wohnraum genutzt werden. Ursprünglich als Dachform für pompöse Prachtbauten und Villen vorgesehen, findet es sich heutzutage auch auf Wohnhäusern jeder Preisklasse in ganz Deutschland wieder. Ein Sattel- oder Walmdach mit Giebeln bildet dabei oft die Grundlage für ein modernes Mansardendach. Die Dachschrägen fallen deutlich kürzer aus als bei den klassischen Dachvarianten, da sie im unteren Dachteil abknicken und von dort aus sehr steil weiterverlaufen, was das begehrte Plus an Wohnraum mit sich bringt.

Was ist ein Mansardendach?

Das Mansardendach wirkt beeindruckend und elegant. Doch handelt es sich dabei auch um eine recht aufwendige Konstruktion, die den Hauch von traditionellem Luxus in sich trägt. Sie setzt sich im Grunde genommen aus jeweils zwei »gebrochenen« Dachflächen auf jeder Seite zusammen. Die beiden oberen Teile weisen eine eher flache Dachneigung auf. Die darunter liegenden Flächen beginnen bereits an der Decke des Obergeschosses und führen von dort aus fast senkrecht mit nur leichtem Winkel aufwärts, bis sie schließlich auf die Teile des oberen Dachs treffen. Die steilen unteren Dachflächen sind mit Fenstern oder Giebel ausgestattet, um einen ausreichenden Tageslichteinfall zu gewährleisten.

Der Raum unter dem Mansardendach entspricht einer eigenständigen Wohnebene, ist jedoch wesentlich günstiger in der Errichtung als ein »richtiges« Stockwerk mit gemauerten Wänden. Da es ziemlich weit herunterreicht, ist es zudem sehr gut vor jeglichen Witterungsbedingungen geschützt – selbst Schnee fällt schnell davon ab und kann es damit nicht belasten.

Infobox

Das Mansardendach ist eine gute Option, wenn in Ihrer Siedlung beispielsweise eine maximale Bauhöhe festgelegt ist, die Sie mit einem steilen Satteldach überschreiten würden: Warum nicht einfach eine Etage weniger planen und dafür den geräumigen Wohnraum unter einem Mansardendach stattdessen nutzen?

 

Wie funktionieren Eindeckung und Instandhaltung bei Mansardendächern?

Durch die außergewöhnliche Dachform eignen sich nicht alle Eindeckungen für ein Mansardendach. Sehr schwere Materialien sollten Sie wegen der steilen Dachneigung der unteren Dachflächen lieber vermeiden und stattdessen zu leichteren Alternativen wie klassischem Ziegel oder Schiefer greifen. Diese passen optisch ohnehin besser zu dem edlen Auftritt eines Gebäudes mit Mansardendach.

Die Instandhaltung und Pflege dieser Dachform ist mit einigem Aufwand verbunden, da der Dachstuhl aufgrund der »gebrochenen« Dachflächen einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden muss – im Schnitt etwa alle zehn Jahre durch einen Sachverständigen. Dies ist wichtig, da hier Schwachstellen entstehen können, über die unter Umständen mit der Zeit Feuchtigkeit ins Hausinnere gelangt.

Infobox

Mansardendächer eignen sich zwar durchaus für die Bestückung mit Solarmodulen – auch wenn sie auf den ersten Blick nicht danach aussehen. Doch lassen sich durch den steilen Verlauf der unteren Dachflächen meist weniger Module unterbringen, als es bei einem klassischen Satteldach der Fall ist.

 

Was sind die Vorteile und Nachteile eines Mansardendachs?

Zu den Vorteilen eines Mansardendachs zählen die exklusive Optik, der zusätzlich geschaffene Wohnraum im Dachgeschoss und der gute Wetterschutz durch die steile Dachneigung. Demgegenüber steht ein erhöhter Materialbedarf, Mehrkosten für die Konstruktion sowie der Aufwand für die Instandhaltung und Pflege – besonders an den Übergängen von einem Teil des Dachs zum nächsten.

Wie viel kostet ein Mansardendach?

Da die Konstruktion ziemlich anspruchsvoll ist, sind es entsprechend leider auch die Kosten. Das Mansardendach gehört damit zu einer der teuersten Formen des Dachaufbaus. Rechnen Sie im Vergleich zu einem Satteldach mit einem Aufpreis von ungefähr 30 Prozent. Am Ende kommt es aber natürlich auf die Details der Planung an wie zum Beispiel die Dachgröße, die Eindeckung sowie auf Ihre individuellen Zusatzwünsche.  
Sonderdachform Stuttgart (Musterhaus) von Fingerhut Haus
Sonderdachform Stuttgart (Musterhaus) von Fingerhut Haus Infos zum Haus

Stuttgart (Musterhaus)

Das Runddach setzt Akzente

Runddächer zeichnen sich durch ihren extravaganten Auftritt aus, der einem Gebäude das gewisse Extra verleiht. Sie finden meist in Form von Tonnen- oder Kuppeldächern Verwendung und eignen sich besonder gut als Abschluss von in das Gebäude integrierten Türmen. Auf öffentlichen Bauten gibt es sie bereits seit vielen hundert Jahren. Wichtig ist ebenso bei Wohnhäusern der fachgerechte Aufbau, da bei dieser speziellen Dachform vor allem die Dämmung und Eindeckung eine kleine Herausforderung ist.

Was ist ein Runddach?

Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei einem Runddachhaus nicht um ein Gebäude mit einem gängigen, spitz zulaufendem Dach, sondern um einen Bau mit einem abgerundeten Abschluss. Der Dachfirst im klassischen Sinne entfällt damit. Auch bei Wohnhäusern werden Runddächer stetig beliebter, obwohl sie immer noch unterrepräsentiert sind. Dabei bietet es neben einer hervorragenden Statik wesentlich mehr Wohnraum im Dachgeschoss als bei vielen anderen Dachformen. Die Dachneigung bei einem Runddach ist variabel, aber die Auswahl der Materialien zur Eindeckung eingeschränkt. Meistens nutzen Bauherren dafür Metalle wie Zink, Aluminium oder Kupfer, die jedoch gerade bei Wohnhäusern eine zuverlässige Schall- und Wärmedämmung nötig machen. Ansonsten wäre die Geräuschkulisse Regen enorm und die Energieeffizienz würde leiden.

Was sind die Besonderheiten eines Kuppelrunddachs?

Kuppeldächer kennen wir beispielsweise von Kirchen oder Moscheen. Sie sind entweder aus Stahl oder Holz gefertigt und entstehen, indem mehrere schmale Dachflächen aneinandergereiht werden. Die Enden dieser Dachflächen sind abgerundet und treffen oben aufeinander, wodurch die typische Form entsteht. Bei einem Wohnhaus sind Kuppeln als komplette Bedachung unüblich, unter anderem, da sie relativ aufwendig zu bauen sind. Aber als Alternative für einen zum Wohnhaus gehörenden Runderker oder Turm bieten sie sich durchaus an und machen einiges her. Und das nicht nur in der Außenansicht, sondern auch in den Innenräumen stellen sie einen wahren Blickfang dar.

Was sind die Besonderheiten eines Tonnendachs?

Ein Vorteil von Tonnendächern ist die enorm gute Statik, die es ermöglicht, sehr große Dachflächen zu verschließen. Deshalb finden wir sie häufig auf Industriegebäuden und Lagerhallen als Alternative zum wartungsintensiven Flachdach. Den Namen verdankt dieser Dachtyp übrigens seinem Aussehen, denn die Form erinnert stark an den Querschnitt einer Tonne. Im privaten Hausbau eignen Tonnendächer sich beispielsweise für Carports oder Garagen, doch für Freunde des Extravaganten ist auch die Überdachung des ganzen Wohnhauses durchaus denkbar. Dabei geht im Dachgeschoss kaum Wohnraum verloren, und der Innenausbau bietet durch die hohen, gewölbten Decken ungeahnte Möglichkeiten.

Für die Dacheindeckung kommen wie bei fast allen Runddächern nur wenige Materialen infrage, da normale Eindeckungen nur bis zu einem bestimmten Grad der Wölbung geeignet sind. Damit wird dieser bogenförmige Aufbau zumindest in Teilen zu einer baulichen Herausforderung, bei der Metalle durch die gute Biegsamkeit der unbestrittene Favorit sind.

Was sind die Vorteile eines Tonnendachs?
  • Ein Tonnendach hat eine außergewöhnliche, faszinierende Optik
  • Das Tonnendach verfügt über eine sehr gute Statik
  • Tonnendächer sind geeignet für die Überdachung großer Flächen
  • Tonnendächer verursachen wenig Wohnraumverlust

Was sind die Nachteile eines Tonnendachs?
  • Es entstehen hohe Material- und Fertigungskosten bei einem Tonnendach
  • Das Tonnendach hat eine eingeschränkte Auswahl an Dacheindeckungen
  • Tonnendächer sind ungeeignet zur Installation von Fotovoltaik oder Solarthermie
  • Unter Umständen führt ein Tonnendach zu Hürden bei der Baugenehmigung
  • Ein Tonnendach ist schwieriger zu dämmen
 

Infobox

Neben dem Rundtonnendach gibt es noch eine weitere Form dieses Dachtyps: das Spitztonnendach. Es läuft im Gegensatz zum Rundtonnendach nach oben hin spitz zu und ist damit statt rund eher oval gewölbt.

 

In das Wohngebäude integrierte Türme

Für Turmhäuser erweisen sich Runddächer als besonders geeignet. Zwar ist der Preis für diese Art der Turmbedachung etwas höher, doch hebt sie sich dafür von den Standardbedeckungen wohltuend ab. Türme können in jeder erdenklichen Größe gebaut werden und beherbergen meist eine vollwertige Wohnfläche – damit lassen sie sich ebenso wunderbar als Speisezimmer nutzen wie als Schlafbereich oder Räumlichkeit für die Kinder. Sie müssen sich dabei nicht unbedingt über die komplette Haushöhe erstrecken, sondern können durchaus als mittiges oder seitliches Highlight harmonisch in das Dach integriert werden. Darüber hinaus entstehen durch Turmkonstruktionen mitunter auch schicke Erker, die variabel gestaltbar und echte Hingucker sind.

Wie viel kosten Runddächer?

Zwar handelt es sich bei Runddächern grundsätzlich um anspruchsvolle Konstruktionen, die jedoch trotzdem einige Vorteile mit sich bringen. Dazu gehören die ausgezeichnete Statik, viel Wohnraumgewinn, die gute Wetterbeständigkeit und das einmalige Design. Dafür sind die Materialkosten hoch und der Bau aufwendig, was sich am Ende beim Gesamtpreis bemerkbar macht. Dieser hängt von vielen Faktoren ab und macht eine individuelle Kalkulation für jeden Einzelfall nötig. Wie groß wird die Dachfläche? Welche Dacheindeckung ist gewünscht? Wie sieht es in Sachen Fenstereinbau sowie Schall- und Wärmedämmung aus? Für die reinen Materialkosten sollten Sie mit etwa 100 bis 150 Euro pro Quadratmetern rechnen. Hinzu kommen die eigentlichen Baukosten.
 

Das Reetdach – rustikale Optik mit guter Dämmwirkung

Die Bedachung aus Schilfrohr ist bei einem Reetdachhaus charakteristisch – das natürlich gewonnene Material findet bei der Dacheindeckung seit tausenden von Jahren Verwendung. Reetdachhäuser gibt es nicht nur im Norden Deutschlands, wo sie ein echtes Markenzeichen der Region sind, sondern in vielen weiteren Ländern auf der ganzen Welt.

Wie werden Reetdächer eingedeckt?

Das Dach wird von der Traufe bis zum First durchgehend mit einzelnen Schilflagen eingedeckt, wodurch am Ende eine recht glatte Fläche entsteht. Um die Decklagen sicher miteinander zu verbinden, gibt es drei Arten der Reetdacheindeckung: gebunden, genäht und geschraubt. Beim gebundenen Reetdach erfolgt die Bindung der Decklage durch einen Vorlagedraht mit Bindedraht an der Dachlatte. Bei der genähten Variante werden die Decklagen mittels eines Drahts ohne Vorlagedraht direkt an die Dachlatten gebunden und die geschraubte Version funktioniert wie beim gebundenen Reetdach, nur dass der Bindedraht im Anschluss mit den Dachlatten verschraubt wird.

Wie funktionieren Instandhaltung und Pflege von Reetdächern?

Die Instandhaltung von Reetdächern ist aufwendiger als bei vielen anderen Dachformen, da sie aus einem Werkstoff hergestellt werden, der keine chemischen Behandlungen erfährt – das kann möglicherweise Moos, Flechten, Pilze oder Algen auf den Plan rufen. Sie sind zwar nicht direkt schädlich, behindern jedoch den Luftaustausch und es kann zu einem beschleunigten Verrottungsvorgang kommen, was sich negativ auf die Lebensdauer des Dachs auswirkt. Durch Sonne und Wind nimmt die Dicke der Reetschicht mit der Zeit ab und verlangt bei etwa 15 - 20 Zentimetern nach Wartung. Liegengebliebenes Laub sollte zeitnah entfernt werden. Hinterlüftete Reetdächer sind kostspieliger, doch sie haben den Vorteil, dass von außen eingedrungenes Wasser auch auf der Innenseite gut abtrocknen kann. Dafür entfällt die Dämmwirkung, die dann auf andere Weise gewährleistet werden muss. Grundsätzlich gilt: Je steiler das Dach, desto weniger witterungsanfällig und haltbarer ist es.

Infobox

Reet ist leicht entflammbar. Aus diesem Grund ist ein entsprechender Versicherungsschutz essenziell und unbedingt anzuraten. Alle Hausbesitzer benötigen eine Gebäudeversicherung, die die eigenen vier Wände gegen Schäden durch Feuer, Unwetter & Co. absichert. Da das Risiko bei einem Reetdach deutlich erhöht ist, liegen die Kosten um einiges höher als bei allen anderen Dacheindeckungen. Außerdem sind meist bestimmte Abstände zu weiteren Gebäuden vorgeschrieben, die jedoch je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen.

Kleine Materialkunde: Was ist Reet überhaupt?

Heutzutage bekommen wir Dacheindeckungen in jedem Baumarkt, doch in früheren Zeiten waren die Menschen auf regional verfügbare Naturmaterialien angewiesen. Dies waren in den norddeutschen Küstengebieten Schilfrohre, die auch den Namen Reet tragen. Die Halme von Reet sind rohrähnlich aufgebaut, die darin eingeschlossene Luft sorgt für ein angenehmes Wohnklima und für eine gute Dämmwirkung. Sie gehören zur Familie der Süßgräser und sind mit Getreidesorten wie Weizen, Hafer und Roggen verwandt. Erntezeit ist am Winteranfang, wenn die Schilfpflanze nach dem ersten Frost abgestorben und besonders biegsam ist. Der zu diesem Zeitpunkt entstehenden goldbraunen Färbung verdanken die Reetdächer ihr unverwechselbares Aussehen.

Vor- und Nachteile von Reetdächern

Das Reetdach verfügt über eine Eindeckung mit einem nachwachsenden und damit ökologischen Rohstoff, der einige Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringt.

Was sind die Vorteile von Reetdächern?
  • Das Reetdach wirkt durch elastische Dacheindeckung schallabsorbierend
  • Reetdächer verfügen über sehr gute Dämmeigenschaften
  • Das Haus erhält durch sein Reetdach eine attraktive, rustikale Optik
  • Bei guter Pflege ist ein Reetdach besonders lange haltbar
  • Widerstandsfähigig gegen Schnee, Regen, Kälte und Hitze zeichen das Reetdach aus

Was sind die Nachteile von Reetdächern?
  • Reetdächer können von Moos, Flechten, Pilzen und Algen befallen werden
  • Ein Reetdach führt zu einem erhöhten Versicherungsbeitrag
  • Erhöhte Brandgefahr bei mit Reet gedeckten Dächern
  • Aufwand für Instandhaltung und Pflege sind beim Reetdach erhöht, damit es nicht vorzeitig verrottet

Wie viel kostet ein Reetdach?

Die Kosten für ein Reetdach belaufen sich auf etwa 100 Euro pro Quadratmeter im mittleren Qualitätsbereich. Ein weiterer Faktor für die Kostenfrage ist der Schwierigkeitsgrad der Dacheindeckung, beispielsweise steigt der Arbeitsaufwand bei vorhanden Gauben merklich an. Durchschnittlich liegt der Gesamtpreis für ein Reetdach je nach Ausstattung letztendlich zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Dafür hält diese Dachform durchschnittlich 30 Jahre – bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung auch deutlich länger.

Infobox

Bei einem Kaltdach mit belüfteter Konstruktion fallen im Gegensatz zum Warmdach zusätzliche Kosten für die komplexe hinterlüftete Dachkonstruktion an.


Das Zwerchgiebeldach – eine Aufwertung des klassischen Satteldachs

Das Zwerchgiebeldach ist eine Sonderform des Satteldachs und ohne Frage eine optische Aufwertung der klassischen Satteldachvariante, die darüber hinaus mehr Wohnraum und bessere Lichtverhältnisse im Dachgeschoss schafft. Beim Zwerchgiebel handelt es sich sozusagen um ein extra Dach im eigentlichen Dach, das auch oft in Kombination mit einer Terrasse oder einem Balkon anzutreffen ist.

Was ist ein Zwerchgiebeldach?

Wir kennen Zwerchhäuser vor allen Dingen aus der nordischen Gegend, wo die sogenannten Friesenhäuser beheimatet sind, deren langer Zwerchgiebel das wohl markanteste Merkmal ist. Heutzutage unterliegt diese Art des Dachaufbaus keiner regionalen Beschränkung mehr und stellt in weiten Teilen Deutschlands eine gern verwendete Dachform dar, die hauptsächlich bei mehrgeschossigen Gebäuden zum Einsatz kommt. Die Traufen und der First des Zwerchgiebels verlaufen bei dieser Dachform quer zu den Traufen und dem First des Hauptdachs. Der First des Zwerchdachs bleibt dabei immer unter der Höhe des Hauptfirsts.

Infobox

Nicht überall ist dieser Giebel als Zwerchgiebel bekannt. In machen Gebieten fallen stattdessen Begriffe wie Zerchgaube oder Lukarne, die aber das gleiche beschreiben.

Was sind die Vorteile eines Dachs mit Zwerchgiebel?

Der wohl größte Vorteil eines Zwerchgiebels ist die mit relativ geringem Aufwand deutlich vergrößerte Wohnfläche. Er bietet vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten, weist eine hohe Witterungsbeständigkeit auf und zählt durch die verhältnismäßig einfache Konstruktion zu den kostengünstigeren Dachzusätzen. Ein Zwerchgiebel gleicht den Wohnraumverlust aus, der durch den Bau von Satteldächern entsteht und wertet das Wohnhaus dabei auch noch optisch auf.

Infobox

Der Zwerchgiebel nimmt zwar einen Teil der Dachfläche ein, doch trotzdem lohnt sich in den meisten Fällen die Installation von Solarmodulen auf dem verbliebenen Dachbereich weiterhin.


Das Schleppdach – mehr lichtdurchfluteter Wohnraum

Schleppdächer eignen sich im Grunde für beinahe alle Haustypen. Klassischerweise finden sie sich auf einem Einfamilienhaus wieder, oft auch in Verbindung mit einer Schleppdachgarage. Sie können direkt mit dem Hauptbau errichtet, aber auch nachträglich gebaut werden. Eine Sonderform sind die sogenannten Schleppdachgauben, die für mehr lichtdurchfluteten Wohnraum sorgen.

Was ist ein Schleppdach?

Schleppdächer sehen Pultdächern ähnlich und können wie diese ebenfalls mit verschiedenen Neigungswinkel geplant werden, die meist zwischen 10 und 60 Grad liegen. Gehört das Schleppdach zu einem Hausanbau, passt es sich der Neigung des Hauptdaches normalerweise an, was ein optisch stimmiges Gesamtbild schafft. Erfolgt die Nutzung dagegen als Gaubendach, ist es in der Regel flacher oder steiler geneigt als das restliche Dach des Hauptgebäudes.

Was sind die Vorteile und Nachteile von Schleppdächern?

Schleppdächer sind durch ihre recht einfach gehaltene Konstruktion eine eher kostengünstige Form des Dachs, die auch gut im Nachhinein angebaut werden kann, wenn das Budget diese Aufwertung bei der Errichtung des Wohnhauses noch nicht hergibt. Ein genauer Preis lässt sich zwar pauschal nicht bestimmen, doch der simple Grundaufbau spart definitiv Kosten ein. Er ermöglicht den Einbau von Fenstern im Obergeschoss, die für wesentliche bessere Lichtverhältnisse sorgen und das Dach das Gebäude zusätzlich optisch aufwerten. Allerdings sind der Kreativität beim Bau eines Schleppdachs Grenzen gesetzt.
Grundriss Sonderdachform Stuttgart (Musterhaus) von Fingerhut Haus
Sonderdachform Stuttgart (Musterhaus) von Fingerhut Haus

Stuttgart (Musterhaus)

Infobox

So glücklich zukünftige Eigenheimbesitzer mit einer außergewöhnlichen Dachidee auch sind, nicht immer teilen die zuständigen Bauämter ihre Freude. Ein Check der baurechtlichen Anforderungen ist darum direkt zu Beginn unbedingt notwendig, denn so manche Vorstellung lässt sich nur unter gewissen Voraussetzungen umsetzen. Tonnendächer sind beispielsweise gebogen und müssen daher meist mit Metall eingedeckt werden. Beton oder Tonziegel sind ab einem gewissen Neigungsgrad wegen der Wölbung keine Option. Passt der Stil oder die Materialwahl nun vielleicht nicht zu den amtlichen Vorgaben, wird der Bau nicht genehmigt.

Alle Sonderdachform-Häuser in der Übersicht!

Jetzt vergleichen!