Flachdach bauen
Flachdächer sind eine attraktive Alternative zu klassischen Steildächern und bieten darüber hinaus eine Menge zusätzlicher Nutzungsmöglichkeiten. Sie eigenen sich für viele verschiedene Haustypen – vom Bungalow bis zum Einfamilienhaus. Insbesondere beim Bau von Häusern im Kubus- oder Bauhausstil kommen sie gerne zum Einsatz, da sie die klare architektonische Linienführung gekonnt unterstreichen.
Filter · Traumhausfinder Flachdach
Was ist ein Flachdach?
Das Flachdach zählt zu den einflächigen Dachformen. Um als Flachdach zu gelten, muss die gesamte Fläche eine Neigung von unter zehn Grad aufweisen. Eine fachgerechte Flachdachabdichtung mit geeigneter Dämmung ist Pflicht, da im Gegensatz zum Steildach keine Ziegel oder Tonpfannen zum Einsatz kommen. Beim Flachdachaufbau unterscheiden wir zwischen nicht begehbaren Dächern, die nur für die Wartung betreten werden, und begehbaren Dächern mit beispielsweise einer Dachterrasse als Oase der Ruhe.Flachdachhaus – Aufbau und Konstruktion
Rein optisch gesehen sind Flachdächer die einfachste Dachform – zumindest auf den ersten Blick. Doch die Konstruktion wie auch die spätere Wartung ist nicht ganz so simpel, wie sie anfangs erscheint. Damit Ihnen das Dach lange Freude bereitet und Ihre Wohnräume zuverlässig schützt, ist ein fachgerechter Aufbau mit Abdichtung, Dämmung und Entwässerung gemäß der geltenden Flachdachrichtlinien und DIN-Normen Grundvoraussetzung. Spezielle Flachdachkuppeln oder -fenster sorgen für ausreichend Tageslichteinfall im darunter befindlichen Geschoss.Flachdach mit Bitumen
Die Bitumen-Eindeckung (auch als Dachpappe bekannt) ist besonders witterungsbeständig und unkompliziert in der Errichtung, denn hier werden einzelne Bahnen unter Hitzezufuhr einfach zusammengeklebt. Bei Gebäuden mit Wärmedämmung (die beim Wohnhaus ein Muss ist) ist die Nutzung von Bitumenbahnen jedoch nicht möglich. Hier müssen Sie auf die kalte Eindeckung zurückgreifen, bei der das Bitumen in flüssiger Form direkt auf das Dach aufgebracht wird.Flachdach mit Kies
Eine vorhandene Dacheindeckung wie beispielsweise aus Bitumen können Sie zusätzlich um eine Kies- oder Schotterschicht ergänzen. Kieselsteine etwa sind als UV- und Frostschutz ziemlich praktisch, bringen aber einen erhöhten Pflegeaufwand mit sich und erschweren die schnelle Erkennung von Problemstellen. Auch das zusätzliche Gewicht kann unter Umständen zur Herausforderung werden.Flachdach mit Dachsteinen
Dachsteine weisen eine gute Ökobilanz auf und lassen sich optimal wärmedämmen. Sie sind bereits ab einer Dachneigung von sieben Grad verwendbar und damit einer der Favoriten bei der Flachdacheindeckung.Flachdach mit Ziegel oder Schiefer
Auch Flachdächer können Sie mit Ziegel oder Schiefer in verschiedenen Varianten bestücken. Allerdings eignet diese Eindeckung sich nur für Dächer, die eine etwas höhere Neigung als die maximal zehn Prozent des klassischen Flachdachs aufweisen. Schieferschindeln sind ein echter Hingucker – dafür aber auch deutlich teurer.Flachdach mit Folie
Die Folie zur Dacheindeckung besteht aus einem PVC- und kunststoffhaltigen Material, hat ein sehr geringes Eigengewicht und die Verlegung erfolgt wie bei Bitumen auch durch eine fachmännische Verschweißung. Der Vorteil ist, dass sie jedem Wetter trotzt und sich wunderbar als Grundlage für eine Dachbegrünung eignet.Flachdach mit Begrünung
Eine Dachbegrünung ist ökologisch wertvoll, ein effizienter Schall-/Temperaturschutz und sieht dazu noch ansprechend aus. Gute Gründe, aus denen sich immer mehr Häuslebauer für diese Form der Dacheindeckung entscheiden. Wie eben bereits erwähnt, ist eine Folie als Untergrund die optimale Basis, da sie kein Durchwurzeln zulässt.Infobox
Es gibt unterschiedliche Formen der Dachbegrünung. Experten unterscheiden zwischen der extensiven und intensiven Variante. Extensive Dachbegrünungen finden wir meist auf Dächern, die nur geringe Lasten tragen können, wie es etwa bei Garagen, Carports oder Vordächern der Fall ist. Der Aufbau und die Pflege sind relativ einfach – anders als bei der intensiven Dachbegrünung. Dabei handelt es sich um richtige Dachgärten, die wie ein klassischer ebenerdiger Garten nutzbar sind.
Wie wird ein Flachdach effizient gedämmt?
Eine gute Dachdämmung ist in Zeiten stetig steigender Energiepreise grundsätzlich unentbehrlich. Der Dämmstoff selbst ist in Sachen Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit allerdings abhängig von der geplanten Nutzung. Für ein begehbares Dach braucht es andere Materialien als für eines mit Begrünung.Das Flachdach hat einen mehrschichtigen Aufbau, der aus der Tragkonstruktion, der Wärmedämmung und der Dachhaut besteht. Bei den Methoden zur Dämmung unterscheiden wir üblicherweise zwischen einem Warmdach (nicht belüftet), einem Umkehrdach (außen liegende Wärmedämmung) und einem Kaltdach (belüftet). Bei einem Warmdach liegt der Dämmstoff zwischen Raumdecke und Dachhaut mit einer Dampfsperre zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit in die Wohnräume. Bei Umkehrdächern befindet sich die Dämmung auf der Abdichtung statt darunter. Hier ist aber eine Zusatzschicht notwendig, um sie vor Dreck und Steinchen zu schützen. Diese Art der Dämmung hat im Falle einer späteren Sanierung den Vorteil, dass hohe Abrisskosten eingespart werden, da das alte Dach erhalten bleibt und die Sanierung einfach darauf erfolgt. Beim Kaltdach befindet sich zwischen Dachhaut und Dämmebene eine Lüftungsschicht. Da es bei dieser Variante häufig zu Problemen mit der Querlüftung kam, findet sie heutzutage nur noch selten Verwendung.
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Wichtige Leitlinien für die Flachdachdämmung finden Sie im Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es regelt die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, den Einsatz von erneuerbaren Energien sowie die Bedingungen von Energieausweisen.
Die Hersteller von Solarkollektoren empfehlen meist einen Neigungswinkel von 30 Grad. Da die Dachneigung eines Flachdachs dieser Vorgabe naturgemäß nicht entspricht, ist der Aufbau einer separaten Gerüstkonstruktion nötig. Beachten Sie hierbei, dass das Dach der Extralast standhalten muss. Planen Sie ein solches Vorhaben, besprechen Sie Ihre Wünsche am besten von Anfang an mit dem Fertighaushersteller Ihrer Wahl, damit er dies bei der Statikplanung direkt berücksichtigen kann.
Terrasse auf dem Flachdach – worauf sollten Sie achten?
Die wohl wichtigste Frage bei der Planung einer Terrasse auf dem Flachdach ist die der Baugenehmigung. Auch wenn Sie die Zusage für die Errichtung eines Gebäudes mit Flachdach bereits in der Tasche haben bedeutet es nicht, dass diese auch für den Aufbau einer Dachterrasse gilt. Beispielsweise spielt dabei eine Rolle, ob Sie durch den luftigen Freisitz die Nachbarschaft in ihrer Privatsphäre beeinträchtigen könnten.Eine zweite Sache ist die für dieses Vorhaben benötigte sehr robuste Statik. Zwar werden die geeigneten Bedingungen bei einem Neubau direkt geschaffen, doch schlägt dies mit einem deutlich höheren Preis zu Buche als bei Flachdächern ohne Begehbarkeit. Außerdem ist es möglich, dass die Deckenhöhe in den Innenräumen dadurch etwas geringer ausfällt, da die Baugenehmigungen meist nur bis zu einer bestimmten Höhe Gültigkeit haben. Ein Geländer ist beim Dachterrassenbau übrigens vorgeschrieben und damit Teil der Gesamthöhe des Gebäudes.