Moderne Holzenergie im Berliner Wohnungsbau und Gewerbe

Neben den bekannten Vorzügen zeichnen sich Pelletheizungen auch durch das breite Einsatzspektrum aus. Das gilt auch, oder sogar besonders in der Großstadt: Je höher der Wärmebedarf, desto wirtschaftlicher und klimarelevanter wird ihr Einsatz. Darüber hinaus verzeichnen sie in der Energieeinsparverordnung (EnEV) über den Primärenergiefaktor eine sehr positive Bewertung. Dies führt zu einem konstanten Zubau mittlerer und größerer Pelletheizungen auch im Wohnungsbau und im Gewerbe.
Das Deutsche Pelletinstitut hat im Rahmen einer Pressefahrt drei sehr unterschiedliche Pelletheizungen in der Hauptstadt vorgestellt: Eine mit 530 kW sehr große Pelletfeuerung beheizt den Neubau eines Möbelhauses an der Landsberger Allee. In den historischen Mauern der denkmalgeschützten Musikbrauerei im Prenzlauer Berg kommen die kleinen Presslinge ebenfalls zum Einsatz. Auch eine Wohnungseigentümergemeinschaft in Pankow setzte beim Neubau 2013 auf Pellets, effizient kombiniert mit Solarthermie.

Modernes Mehrfamilienhaus setzt auf sparsame Pelletheizung mit Solaranlage

Energieeffizient und klimafreundlich sollte ihr neues Haus sein, war sich die 17 Parteien große Baugemeinschaft in Pankow schnell einig. Damit schieden die fossilen Energieträger Öl und Gas direkt aus. Per Ausschlussverfahren landeten die Bewohner dann schnell bei einer Holzpelletheizung, die sie mit einer 30-m²-großen Solaranlage mit Vakuumröhrenkollektoren auf dem Dach kombinierten. Günter Rose, Architekt und Miteigentümer, ist von der Anlage überzeugt: „Wirtschaftlich war die Entscheidung für Pellets vor fünf Jahren auf jeden Fall, konnten wir doch dank des niedrigen Primärenergiefaktors den KfW-Standard 55 erreichen und eine teure Überdämmung und damit kompliziertere Bauausführung vermeiden. Die Pellets haben uns unter dem Strich rund 10.000 € eingespart. Zudem können wir den Bewohnern Heizung und Warmwasser für nur 6,70 €/m²/a anbieten.“ Auch Miteigentümer Heinz Lepold, der die Pelletheizung technisch betreut, ist von der modernen Technik begeistert: „Die Anlieferung der Pellets klappt auch mitten in der Stadt wunderbar, die Verbrennung ist sauber und es fällt nur wenig Asche an.“

Heißer Sound in alten Mauern: Musikbrauerei mit Pelletheizung

Diesen Aussagen stimmt Jens Reule Dantas, der ab 2008 die historischen Gemäuer der denkmalgeschützten Musikbrauerei in Prenzlauer Berg renovierte, zu. Für ihn kam eine Ölheizung nicht in Frage, ein Gasanschluss wäre zu teuer gewesen. „Die Idee einer Hackschnitzelheizung mitten in der Großstadt habe ich als unpraktisch verworfen, aber Pellets als moderne klimafreundliche Lösung haben mich überzeugt“, so der Bauherr. Seit 2012 heizen die kleinen Presslinge nun zuverlässig ca. 1.500 m² des Backsteingebäudes, in dem neben einem großen Veranstaltungssaal moderne Tonstudios, ein Kopfhörervertrieb und ein kleines Museum untergebracht sind. Letzteres lässt die Geschichte der ehemaligen Schneiderbrauerei und des Vergnügungsparks „Märchengarten“ lebendig werden. Die Musikbrauerei ist ein Kleinod in Mitten von gesichtslosen Town-Houses und der vielbefahrenen Greifswalder Straße, das sich einen morbiden Charme bewahrt hat. Wer hätte gedacht, dass im historischen Keller moderne Heiztechnik steht!

Pellets und Gas heizen modernes Möbelhaus

Mehrere Nummern größer ist die Pelletheizung in einem 2017 neu errichteten Möbelhaus an der Landsberger Allee. Aktiven Klimaschutz verbindet man auf den ersten Blick nicht mit dem 50.000 m² großen Neubau, aber auch hier können die Vorgaben zur Energieeinsparung der EnEV mit Pellets einfach und vor allem wirtschaftlich erfüllt werden. Die CO2-Einsparung ist durch die Pelletheizung enorm. Ungewöhnlich ist der Standort von Pelletheizung, vier riesigen Pufferspeichern und 150-t-Lager: der erste Stock. Die Statik ist entsprechend darauf ausgelegt und auch das Einblasen der kleinen Presslinge funktioniert reibungslos. Dank des großen Speichervolumens von 64.000 l läuft die Pelletheizung in Volllast sehr effizient und erwärmt Verkaufs- und Büroräume des Möbelhändlers. Der kleinere Gasbrennwertkessel wird vor allem im Sommer und in der Übergangszeit eingesetzt, wenn der Wärmebedarf gering ist, aber auch für die Spitzenlast an sehr kalten Tagen.

Pellets bieten hocheffiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung

„Das breite Einsatzspektrum von Pellets befeuert die Wärmewende auch in der Großstadt“, freut sich DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele. „Um die Klimaziele zu erreichen, ist allerdings noch viel zu tun.“ Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE), hebt die Bedeutung von Pellets für die Wärmewende am Vorabend der Besichtigungen hervor: „Die Holzenergie liefert mittlerweile den Löwenanteil der heute rund 13 Prozent Erneuerbaren Wärme. Angesichts starker Preisschwankungen und der Importabhängigkeit bei fossilen Energieträgern bietet Holzenergie aus heimischer Produktion viele Vorteile. Mit Holzpellets steht bei entsprechend moderner Technologie eine hocheffiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung zur Verfügung.“

Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI)

20.12.2018

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