Case Study #2: Mehrgeschossiges Stadthaus als Fertighaus

Mehrgeschossiges Stadthaus als Fertighaus. Foto: Schwörer
Das Stadthaus mit hohem Vorfertigungsgrad und loftartig organisierten Wohnungen wurde erstmals zur Internationalen Bauausstellung IBA 2013 in Hamburg errichtet. Case Study #1 erfüllte alle von der IBA aufgestellten Exzellenzkriterien des nachhaltigen und Ressourcen sparenden Bauens und ging erfolgreich in der Kategorie “Smart Price“ aus dem ausgeschriebenen Qualifikationsverfahren als Projekt der Zukunft hervor. Weitere Auszeichnungen folgten 2014 beim BDA Hamburg Architektur Preis und beim Carl Friedrich Fischer Preis (Preisstiftung humanes Wohnen).
Der Prototyp eines mehrgeschossigen Stadthauses im Baukastensystem kam beim internationalen Publikum sehr gut an und genoss hohe Beachtung. Die Marktneuheit zeigt anschaulich, wie sich die erfolgreich beim Einfamilienhausbau erprobten Prinzipien der Vorfertigung im urbanen Kontext umsetzen lassen. “Genauso wie in Hamburg stellt auch Case Study #2 in Pfullingen eine zukunftsweisende Neuinterpretation des Fertighauses als kostengünstiges, flexibles Stadthaus dar“, sagt Geschäftsführer Johannes Schwörer. Das Unternehmen trägt den Entwicklungen von Anforderungen an Nachverdichtung und großen Bedarf an bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum Rechnung und bietet mit diesem Konzept ein anspruchsvolles innerstädtisches Fertig-Bausystem als Alternative zum suburbanen Wohnen an.
Loft-Wohnungen im Modul
Das Gebäude zeichnet sich durch seine kubisch-modulare Konzeption mit optionalem Aufzug aus. Je nach Nutzung können die Einzelmodule in jeder beliebigen Variante verkleinert oder vergrößert, horizontal oder durch eingestellte Treppen vertikal miteinander verbunden sowie durch wechselnde integrierende Elemente, wie Mobiliar, Raumtrennungen oder Schiebeelemente ergänzt und charakterisiert werden. Voraussetzung dafür ist eine große Deckenspannweite, die eine loftartige Struktur ermöglicht mit Räumen, die klar gegliedert und minimal gestaltet sind und extrem flexibel für unzählige differenzierte Einrichtungen benutzt werden können.

Loft-Wohnungen im Modul. Foto: Schwörer
Architekt Fusi generiert die unterschiedlichen Größen der Module entsprechend der Lebenssituation und des Nutzungswunsches der Baufamilien in Mikro-Lofts, Meso-Lofts und Makro-Lofts. Entsprechend eingeteilt und umgestaltet, auch barrierefrei oder mit Einliegerwohnung ausgestattet, passen sie sich ganz unterschiedlich den Wohnbedürfnissen an. So kann zum Beispiel das Makro-Loft, das als Maisonette-Wohnung über zwei Geschosse gebaut wurde, später in zwei Wohneinheiten geteilt werden. Umgekehrt können zwei Mikro-Lofts, die als zwei getrennte Wohnungen gedacht sind, später zusammengelegt werden. Auf diese Weise wird lebenslanges Wohnen im selben Hausermöglicht – ob als Single, Paar, Alleinerziehende/r, als Familie mit Kindern und vor allem auch im Senioren-Alter. Bietet so eine Hausgemeinschaft doch Sicherheit und mögliche altersgerechte Unterstützungskonzepte. Zudem ermöglicht das Gebäude eine flexible Durchmischung von Wohnen und Arbeiten.
Qualitätsüberwachte Vorfertigung
Das Konzept basiert auf der Weiterentwicklung von ökonomischen Lösungen für individuelle Einfamilien-Fertighäuser. Die witterungsunabhängig und qualitätsüberwacht im Werk vorfabrizierten Bauteile werden in einem völlig neuen Kontext eingesetzt: im Geschosswohnungsbau. Die unterschiedlichen Werkstoffe und Bauelemente für die Hybridbauweise stammen aus den verschiedenen Werken der Schwörer Unternehmensgruppe mit Schwerpunkt Holzbau, Betonbau, Kellerbau, Spannbetondecken, Design- Fertigbäder. Dank des hohen Vorfertigungsgrades und einem perfekt aufeinander abgestimmten Konstruktionssystem können in Ressourcen schonender Bauweise und kurzer Bauzeit bei hoher Qualität und Termintreue energieeffiziente, kostensichere Wohntypen in großen Dimensionen und für eine breite Anzahl von Einwohnern in der Stadt realisiert werden. Geschäftsführer Johannes Schwörer: „Mit dem Konzept sind angemessene Preiskalkulationen möglich, weil Überraschungen auf der Baustelle weitestgehend ausgeschlossen werden.“
Wegen seines innovativen Modulsystems und seiner typologischen Flexibilität betreffend Fassade, Balkone, Dachgestaltung eignet sich das Haus für den Einsatz in unterschiedlichen innerstädtischen Szenarien. Es füllt Baulücken, kann Teil einer Reihenhaus- oder Blockrandbebauung sein oder es steht frei als mehrgeschossiges Wohnhaus – wie hier in Pfullingen. Eine Idee, die in der Tat ein starker Impuls für eine nachhaltige, ökologisch und sozial ausbalancierte Stadtentwicklung sein kann.
12.03.2015
Hausbaunews
Die Wärmepumpe gibt jetzt den Ton an!
Wer heutzutage ein Fertighaus plant, der baut nicht nur Wände und ein Dach. Er baut eine kleine Festung gegen die Kapriolen der Weltmärkte. In den Planungsbüros zwischen Flensburg und ...
Transluzente Flächen für Architektur ...
Mattierte Verglasungen wie „Matelux“ (AGC Glass Europe) werden oft direkt mit Glastüren oder Tischplatten assoziiert, tatsächlich reicht ihr Einsatzspektrum heute aber deutlich weiter. Neben ...
Gaspreise für Neukunden erreichen ...
Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise trotz angekündigter Waffenruhe weiter nach oben: Für Neukunden erreichen sie mit rund 10,9 Cent pro Kilowattstunde (kWh) den höchsten Stand seit drei Jahren. ...
Ein flexibler Grundriss ist langfristig ...
Wer ein Haus baut, trifft Entscheidungen für Jahrzehnte. Während Ausstattung, Farben oder Möblierung im Laufe der Zeit verändert werden können, bleibt der Grundriss meist dauerhaft bestehen. ...
Garten beim Fertighaus gestalten: ...
Wer ein Fertighaus baut, hat meist monatelang Grundrisse studiert, Dämmwerte verglichen und Ausstattungspakete durchgerechnet. Der Garten? Der kommt oft zuletzt, dabei ist er für viele Haushalte ...
Wohnkomfort optimieren: Die richtige ...
Moderne Fertighäuser stehen für Energieeffizienz, schnelle Bauzeit und durchdachte Haustechnik. Doch gerade beim Thema Heizung stellen sich viele Bauherren und Hausbesitzer eine zentrale Frage: ...