Vom Hausbau und dem Geld

Es ist ein uraltes Thema. Irgendwann möchte man sich von dem Mieterdasein emanzipieren und endlich ein richtiger Hausbesitzer werden. Schön und gut, aber es ergibt sich natürlich die eine, die wichtige Frage. Und diese stellten sich schon im Jahr 1948 vom Duo Jupp Schmitz und Kurt Feltz, als sie sangen (Schmitz) und texteten (Feltz) „Wer soll das bezahlen.“
Vom Hausbau und dem Geld. Foto: pexels.com
Vom Hausbau und dem Geld. Foto: pexels.com

Ja, wer soll die Finanzierung des Hauswunsches bezahlen? Da wäre freilich zunächst einmal die eigene Person. Ist ja logisch, immerhin will man selbst das Traumhaus bauen. Aber so eine Immobilie ist ziemlich kostenintensiv. Entsprechend sollte man sich vorher über die optimale Baufinanzierung informieren, ehe man über die Farbe der Wände nachsinnt.

 

Finanzielles Fachkompendium (leicht gekürzt und vereinfacht)

Natürlich wird es bei der Überlegung und den entsprechenden Gesprächen zwischen der Person, die bauen will und der Bank, beziehungsweise den anderen Baufinanzierungsexperten dazu kommen, dass etliche Fachbegriffe fallen werden. Einige von ihnen haben wir uns einmal herausgegriffen und versuchen, sie so gut es geht, zu erklären. 

Zinsbindung

Hierbei handelt es sich um die Frage, wie lange jemand vorhat, einen Kredit bedienen zu wollen – oder eben, sich an ihn zu binden. Es gilt der Tipp, die Zinsbindung generell langfristiger anzustreben. So werden die Zinsen günstiger. Es kann allerdings auch sein, dass zu einer kürzeren Zinsbindung geraten wird. Damit beschäftigen wir uns aber gleich.

  

Tilgung

Im Grunde geht es bei der Schuldentilgung darum, dass die Schulden zurückgezahlt werden. Der Tilgungssatz beinhaltet dabei auch den Zinsanteil. Faustregel: Am besten ist es, mit einem Tilgungssatz von 3 Prozent pro Jahr zu kalkulieren.

Eigenkapital

Kurz gesagt: das eigene Vermögen. Im Bilanzwesen versteht man alles, was der die Bilanz ausstellenden Firma, gehört, als oben genanntes Eigenkapital. Hierzu zählen unter anderem:
 
  • Rohstoffe, wie auch Hilfs- und Betriebsstoffe
  • die Maschinen, welche die Rohstoffe veredeln und zum Produkt werden lassen,
  • Das (oder die) Gebäude, in denen sich die Firma befindet, so selbige die Immobilie(n) gekauft hat
  • Die Grundstücke, auf denen sich genannte Immobilien befinden
  • Das Kapital, das durch den Firmengründer eingebracht wurde.
 
Jetzt handelt es sich bei jenem, der Bauprojekt durchziehen will, nicht um eine Firma, sondern um das Vorhaben einer natürlichen Person, also eines Menschen. Dieser verfügt im Idealfall zwar auch über Eigenkapital, aber es ist ein anderes.
Das Eigenkapital, das in diesem Kontext gemeint wird, besteht aus:
 
  • Bargeld
  • Ersparnisse
  • Aktien
  • Bausparverträge
  • Eigenes Grundstück
  • Schenkungen
  • Erbschaften.

Diese finanziellen Mittel werden zur Realisierung des Hausbaus herangezogen. Im Idealfall beträgt die Eigenkapitalquote 20 bis 30 Prozent, sprich man beteiligt sich mit den genannten Prozentwerten am Hausbau.
 

Fremdkapital 

Wenn derjenige, der das Haus bauen will, zwanzig bis dreißig Prozent hinzuschießt, müssen die restlichen achtzig bis siebzig Prozent aus anderer Quelle kommen. Hier spricht man von Fremdkapital, also Vermögen, das anderen Personen oder Personengruppen gehört – oder eben der Bank.
 
Faszinierend ist übrigens, dass es hier noch zwei weitere Optionen gibt. Da wäre einmal die 100-Prozent-Finanzierung, welche, bei welcher der Kaufpreis auf Kredit finanziert wird. Außerdem gibt es die 110-Prozent-Fremdfinanzierung, die eine komplette Finanzierung aus fremder Tasche darstellt, da auch hier die anfallenden Kosten nicht über das Eigenkapital laufen.
 
Nun haben wir die notwendigen Begrifflichkeiten kennengelernt und schauen uns an, was wir mit diesen Informationen anfangen können.
 

Die Zinsbindungsoptionen

Wir sprachen ja am Anfang des Kompendiums davon, dass es in der Regel sinnvoll ist, eine langfristige Zinsbindung anzustreben und davon, dass es Ausnahmen geben würde. Diese tritt dann ein, wenn die Bauzinsen zu dem Zeitpunkt, an dem man das Darlehen abschließen möchte, hoch sind, allerdings alles darauf hindeutet, dass das Zinsniveau sinken wird. In diesem Fall empfiehlt sich die kürzere Sollzinsbindung mit einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren.
 
So ergeben sich die Vorteile, dass der Sollzins niedrig ist, was auch für die Rate gilt. Allerdings ist die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung hoch. Außerdem ist die Zinssicherheit nicht gegeben. Dies ist bei einem langfristigen Sollzins genau umgekehrt.
 

Fazit

Natürlich ist es lockend, sich eines neuen Häuschens auf dem Lande zu versichern und/oder am Projekt „KoDorf“ teilzunehmen. Eine andere Option, sein Projekt zu starten, wäre natürlich, herauszufinden, welche anderen Finanzierungsmöglichkeiten existieren.

Quellen:

https://www.fertighaus.com/news/news_detail.php?n_id=1619
https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-06/forward-darlehen-baufinanzierung-kredit-zinsen
 

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