Beeinflusst die Wohngegend den Blutdruck?
Bluthochdruck: Ein Problem
Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts leiden rund 30 Prozent der Deutschen an Bluthochdruck. Allerdings ist die Dunkelziffer hoch: Ungefähr ein Fünftel der Erkrankten weiß nicht, dass sie krank sind. Betroffene sind nicht nur besonders gefährdet, was das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko angeht, sondern auch in ihrem Alltag oftmals vielen Einschränkungen unterworfen. So müssen sie etwa mit Hilfe eines Blutdruckmessgerätes regelmäßig ihren Blutdruck erfassen oder starke Medikamente einnehmen, um den Blutdruck zu senken. Der Normalblutdruck liegt bei einem Wert von 120/80 mm Hg. Von Bluthochdruck bzw. Hypertonie sprechen Ärzte ab Werten von über 140/90 mm Hg. Steigen die Werte höher als 179/109 mm Hg, liegt eine schwere Hypertonie vor.Die Ursachen von Bluthochdruckerkrankungen sind bis heute nur unzulänglich erforscht. Fest steht jedenfalls, dass genetische Prädispositionen sowie der Lebensstil dabei die entscheidenden Variablen darstellen. Bei den Lebensstilfaktoren scheinen es insbesondere vier Faktoren zu sein, die die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen: Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, damit verbunden Übergewicht sowie Stress. Vor allem letzteres kann beispielsweise auch dadurch beeinflusst sein, in welcher Wohngegend jemand lebt.
Hat die Wohngegend einen Einfluss auf den Blutdruck?
Kiarri Kershaw von der Feinberg School of Medicine hat dazu mit seinen Mitarbeitern untersucht, ob bzw. inwieweit sich der Wechsel aus einer ärmeren Wohngegend in eine reichere auf den Blutdruck auswirkt. Dabei wurde im Laufe mehrerer Jahre (seit ca. Mitte 1980) der Blutdruck von 2.280 Afroamerikaner erfasst, die aus vergleichsweise ärmeren und stark segregierten Gegenden der USA stammten. Man stellte zunächst fest, dass der systolische Blutdruck in diesen Wohngebieten grundsätzlich signifikant höher war als in reicheren. Im Laufe der Zeit sind nahezu alle Studienteilnehmer mindestens einmal umgezogen. Dabei zeigte sich, dass der Blutdruck deutlich sank, wenn sie in reichere, weniger segregierte, d.h. ethnisch durchmischte Gegenden zogen. Die Forscher erklärten dies damit, dass in diesen Gegenden die Lebensqualität schlichtweg besser sei, was sich wiederum etwa in Form einer besseren Gesundheitsversorgung, einer geringeren Gewaltquote sowie einer besseren Versorgung mit gesunden Lebensmitteln manifestiere. Menschen, die in eine solche Wohngegend zogen, waren entsprechend auch einer geringeren Stressbelastung ausgesetzt, was sich wohl positiv auf die Blutdruckwerte auswirkte.Dabei scheint etwas unterzugehen, dass es, wie zahlreiche soziologische Studien zeigen, vor allem der Konflikt zwischen Arm und Reich ist, der die Lebensbedingungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen unterschiedlich prägt und weniger die Bevölkerungsgruppen bzw. Wohngegenden als solche. Es ist nicht die Frage, ob man in einer Wohngegend wohnt, in der überwiegend Afroamerikaner, Weiße oder beide zusammen leben bzw. in einer Wohngegend, die vergleichsweise reicher ist als andere, sondern ob und inwieweit man über soziales, ökonomisches und kulturelles Kapital verfügt. Die sozialen Aufstiege der Studienteilnehmer wirkten sich folglich auf deren Ausstattung mit einer oder mehreren der soeben genannten Kapitalsorten aus. In der Folge hatten sie also schlichtweg bessere Ressourcen, um sich gesünder zu ernähren und sich bezüglich einer gesünderen Lebensführung zu bilden.
Alles zusammengenommen darf man also die Wohngegend nicht als einzigen Einflussfaktor auf den Blutdruck betrachten. Vielmehr muss man stärker Aspekte der sozialen Ungleichheit und deren Auswirkungen auf das Gesundheitsbewusstsein und -verhalten in den Blick nehmen. Den Blutdruck senkt man folglich nicht bloß dadurch, dass man in eine reichere, ethnisch durchmischtere Wohngegend zieht, sondern indem man durch Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie eine solide soziale Absicherung die Lebensbedingungen aller Menschen nachhaltig verbessert.
29.07.2020
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