Beeinflusst die Wohngegend den Blutdruck?

Ein Haus ist heutzutage schnell errichtet - der Rohbau eines Fertighauses steht beispielsweise schon in ein bis zwei Tagen, während dies beim Massivbau drei bis vier Wochen in Anspruch nimmt. Die Versuchung ist daher groß, sich zügig für einen Hausentwurf zu entscheiden und mit dem Bau loszulegen. 
Beeinflusst die Wohngegend den Blutdruck? Foto: pixabay.com
Beeinflusst die Wohngegend den Blutdruck? Foto: pixabay.com
Dabei vergessen jedoch viele, dass die Entscheidung darüber, wo das Haus gebaut werden soll, nicht minder wichtig ist und sorgfältig abgewogen werden muss. So legt eine Studie beispielsweise nahe, dass die Wohngegend sogar den Blutdruck beeinflussen kann. Im Folgenden schauen wir uns an, was es damit auf sich hat. 

Bluthochdruck: Ein Problem

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts leiden rund 30 Prozent der Deutschen an Bluthochdruck. Allerdings ist die Dunkelziffer hoch: Ungefähr ein Fünftel der Erkrankten weiß nicht, dass sie krank sind. Betroffene sind nicht nur besonders gefährdet, was das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko angeht, sondern auch in ihrem Alltag oftmals vielen Einschränkungen unterworfen. So müssen sie etwa mit Hilfe eines Blutdruckmessgerätes regelmäßig ihren Blutdruck erfassen oder starke Medikamente einnehmen, um den Blutdruck zu senken. Der Normalblutdruck liegt bei einem Wert von 120/80 mm Hg. Von Bluthochdruck bzw. Hypertonie sprechen Ärzte ab Werten von über 140/90 mm Hg. Steigen die Werte höher als 179/109 mm Hg, liegt eine schwere Hypertonie vor. 
 
Die Ursachen von Bluthochdruckerkrankungen sind bis heute nur unzulänglich erforscht. Fest steht jedenfalls, dass genetische Prädispositionen sowie der Lebensstil dabei die entscheidenden Variablen darstellen. Bei den Lebensstilfaktoren scheinen es insbesondere vier Faktoren zu sein, die die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen: Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, damit verbunden Übergewicht sowie Stress. Vor allem letzteres kann beispielsweise auch dadurch beeinflusst sein, in welcher Wohngegend jemand lebt. 

Hat die Wohngegend einen Einfluss auf den Blutdruck?

Kiarri Kershaw von der Feinberg School of Medicine hat dazu mit seinen Mitarbeitern untersucht, ob bzw. inwieweit sich der Wechsel aus einer ärmeren Wohngegend in eine reichere auf den Blutdruck auswirkt. Dabei wurde im Laufe mehrerer Jahre (seit ca. Mitte 1980) der Blutdruck von 2.280 Afroamerikaner erfasst, die aus vergleichsweise ärmeren und stark segregierten Gegenden der USA stammten. Man stellte zunächst fest, dass der systolische Blutdruck in diesen Wohngebieten grundsätzlich signifikant höher war als in reicheren. Im Laufe der Zeit sind nahezu alle Studienteilnehmer mindestens einmal umgezogen. Dabei zeigte sich, dass der Blutdruck deutlich sank, wenn sie in reichere, weniger segregierte, d.h. ethnisch durchmischte Gegenden zogen. Die Forscher erklärten dies damit, dass in diesen Gegenden die Lebensqualität schlichtweg besser sei, was sich wiederum etwa in Form einer besseren Gesundheitsversorgung, einer geringeren Gewaltquote sowie einer besseren Versorgung mit gesunden Lebensmitteln manifestiere. Menschen, die in eine solche Wohngegend zogen, waren entsprechend auch einer geringeren Stressbelastung ausgesetzt, was sich wohl positiv auf die Blutdruckwerte auswirkte. 

Dabei scheint etwas unterzugehen, dass es, wie zahlreiche soziologische Studien zeigen, vor allem der Konflikt zwischen Arm und Reich ist, der die Lebensbedingungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen unterschiedlich prägt und weniger die Bevölkerungsgruppen bzw. Wohngegenden als solche. Es ist nicht die Frage, ob man in einer Wohngegend wohnt, in der überwiegend Afroamerikaner, Weiße oder beide zusammen leben bzw. in einer Wohngegend, die vergleichsweise reicher ist als andere, sondern ob und inwieweit man über soziales, ökonomisches und kulturelles Kapital verfügt. Die sozialen Aufstiege der Studienteilnehmer wirkten sich folglich auf deren Ausstattung mit einer oder mehreren der soeben genannten Kapitalsorten aus. In der Folge hatten sie also schlichtweg bessere Ressourcen, um sich gesünder zu ernähren und sich bezüglich einer gesünderen Lebensführung zu bilden.  

Alles zusammengenommen darf man also die Wohngegend nicht als einzigen Einflussfaktor auf den Blutdruck betrachten. Vielmehr muss man stärker Aspekte der sozialen Ungleichheit und deren Auswirkungen auf das Gesundheitsbewusstsein und -verhalten in den Blick nehmen. Den Blutdruck senkt man folglich nicht bloß dadurch, dass man in eine reichere, ethnisch durchmischtere Wohngegend zieht, sondern indem man durch Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie eine solide soziale Absicherung die Lebensbedingungen aller Menschen nachhaltig verbessert.     

Quelle: a.b.

Hausbaunews

Gütegemeinschaft Fertigkeller führt die ...

Die Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF) hat ihre Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 518 aktualisiert. Die für RAL-zertifizierte Fertigkellerhersteller geltenden Standards wurden zum einen an den ...

Das Eigenheim ist weiter eine gute Entscheidung

Interview mit Hans Volker Noller - Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau, Bad Honnef - „Das Eigenheim ist weiter eine gute Entscheidung, weil es Baufamilien ...

FingerHaus bietet Bauherren ab 1. Oktober das ...

Wer sich zuletzt zum Bau eines Eigenheims entschlossen hat, hatte es nicht leicht an öffentliche Fördermittel zu kommen. Häufige Änderungen der Förderrichtlinien durch den Gesetzgeber und ...

5 Grundlagen für die optimale Bürobeleuchtung

Die Ausgaben für Beleuchtung sind im Betrieb um ein Vielfaches höher als in Privathaushalten und verursachen teilweise die Hälfte der monatlichen Stromkosten. Mit unseren Tipps sorgen Sie für ...

Abgeordneter Diedenhofen: 400.000 Wohnungen ...

Martin Diedenhofen, Mitglied des Deutschen Bundestages und Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Klimaschutz im Gebäudesektor, besuchte Mitte August den in seinem Nachbarwahlkreis ...

Marktanteil von Fertighäusern steigt

Bei insgesamt rückläufiger Baunachfrage ist der Marktanteil von Fertighäusern im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen: von 22,6 auf 22,8 Prozent. Im Gesamtjahr ...

Musterhäuser

LifeStyle 18.04 W

Preis ab
170.999 €
Fläche
175,00 m²
Doppelhaus Mainz 128 - ...

Preis ab
280.340 €
Fläche
149,00 m²
Solitaire-E-115 E4

Preis ab
159.390 €
Fläche
115,29 m²
Solitaire-E-155 E1

Preis ab
187.950 €
Fläche
156,00 m²
Haas BT 111 B

Preis ab
236.000 €
Fläche
110,15 m²
Ulm

Preis ab
434.000 €
Fläche
174,00 m²

0