Neun von zehn Fertighäusern sind Effizienzhäuser

Bauherren von Fertighäusern entscheiden sich meistens für einen Neubau mit hoher Energieeffizienz. Das geht aus einer aktuellen Branchenumfrage des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) hervor. Hiernach werden neun von zehn Fertighäusern als sparsame und förderfähige KfW-Effizienzhäuser realisiert.
Von Grund auf besitzen moderne Holz-Fertighäuser ideale Voraussetzungen für einen niedrigen Energiebedarf. Denn das Naturmaterial Holz punktet mit vorteilhaften Eigenschaften zum Bauen und Dämmen von Häusern. „Diese Vorteile kommen in den intelligenten Wandkonstruktionen der Hersteller sehr gut zum Tragen“, erklärt BDF-Sprecher Christoph Windscheif. Bei Fertighäusern werden die Dämmstoffe nicht einfach von außen auf die Wand aufgebracht, sondern im Inneren der industriell vorgefertigten Bauelemente eingebracht. Das bewirkt hochgedämmte Gebäudehüllen bei gleichzeitig geringer Wanddicke.

Planung aus einer Hand: Technik, die zum Haus und zur Baufamilie passt

Die in Fertighäusern verbaute Heiztechnik wird mithilfe eines intelligenten Energiemanagements gezielt auf die Konstruktionen und den Bedarf der Baufamilie abgestimmt. „Dabei zahlt es sich aus, dass alle Bau- und Planungsleistungen aus einer Hand kommen und Schnittstellenprobleme somit vermieden werden“, weiß Windscheif. Die meisten neuen Fertighäuser werden mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auch eine Wärmepumpe gehört längst zum Standard. Mehr als jedes vierte neugebaute Haus der BDF-Hersteller erhält eine Photovoltaikanlage, immerhin jedes siebte einen Energiespeicher. „Viele Baufamilien möchten sich weniger abhängig von ihrem Stromanbieter machen. Mit einer modernen Photovoltaikanlage auf einem nach Süden ausgerichteten Dach produziert sie über weite Strecken des Jahres mehr Strom als sie für Kochen, Waschen & Co. benötigt – und das auf umweltfreundliche Weise“, so der Fertighausexperte. Wer Überschüsse seiner grünen Energie in einer Batterie speichere, könne noch öfter auf Strom vom Netzbetreiber verzichten.

Zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für Effizienzhäuser

Der Staat fördert derartiges Energiespar-Engagement beim Hausbau mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen der KfW-Bank. Neun von zehn Fertighaus-Bauherren des BDF erfüllen bereits die Fördervoraussetzungen und können dadurch nicht nur Energie, sondern auch noch bares Geld sparen. Bis zu 15.000 Euro je Wohneinheit erhalten sie für ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus, bis zu 10.000 Euro für ein KfW-Effizienzhaus 40 und immerhin noch 5.000 Euro für ein KfW-Effizienzhaus 55. Letztgenannter Förderstandard wird mit 58 Prozent am häufigsten von den Fertighausherstellern realisiert. Auf die noch besseren Effizienzklassen entfallen je gut 15 Prozent. Der Gesetzgeber schreibt energetische Anforderungen vor, die gerade einmal denen des früheren KfW-Effizienzhauses 70 entsprechen.

Effizienzhäuser sind im Siedlungsverbund noch effizienter

In Zukunft könnte es möglich sein, dass mehrere Effizienzhäuser miteinander verbunden werden und ihre regenerativ erzeugten Stromüberschüsse in eine Ringleitung oder ein gemeinsames Batteriesystem einspeisen. Der BDF betreibt hierzu ein Pilotprojekt in der FertighausWelt Wuppertal: Alle 19 ausgestellten Musterhäuser sind so vernetzt, dass Stromüberschüsse eines Gebäudes an das Nachbargebäude abgegeben werden können. Dadurch wurde der Bedarf an öffentlich bezogenem Strom je Haus bereits nachweislich reduziert. In der aktuellen Forschungsphase wird untersucht, inwieweit sich dieser Bedarf durch die Einbindung eines zentralen Batteriespeichers weiter reduzieren lässt. BDF/FT

Quelle: Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.

07.04.2019

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