Die Potentiale stecken in den Prozessen

„Fertighäuser stehen für Qualität“ – solide technische Grundlagen und das stete Bestreben, mit praktischen Innovationen voranzugehen, seien die Voraussetzungen dafür, erklärte BDF-Geschäftsführer Georg Lange in seiner Begrüßung zum Prolog II des IHF 2018. Das Rahmenthema „Systemintegration in Logistik und Prozessen“ hat derzeit offenbar eine hohe Relevanz – besonders mit Blick auf die allgegenwärtige digitale Transformation. Diesen Schluss bestätigten 400 interessierte Teilnehmer beim Fertigbau-Forum.
Bereits beim ersten Referat wurde klar, wohin die digitale Reise geht: Mit „Produktionslogistik 4.0 im Fertigbau“ stellten Achim Solle von holzbau-digital aus Barntrup und Tobias Hehl von HUF HAUS aus Hartenfels ein zukunftsweisendes Logistikprojekt vor, das derzeit bei dem Fertighaushersteller bearbeitet wird. Jederzeit zu wissen, wann welche Waren wo sind und wann sie wo gebraucht werden sei das Kernziel des Projekts. Dazu erfassen Sende- und Empfangseinheiten die Bewegungen von Staplern und Produkten. Mit den Daten können die Warenströme innerhalb des Unternehmens koordiniert und optimiert werden. Schließlich ließen sich dadurch nennenswerte Kosteneinsparungen erwarten, was der Controller Tobias Hehl schlüssig vorrechnete.

Mit „Prozessoptimierung: Schlüsselposition Logistiker“ knüpfte Stephan Zürcher von Schuler Consulting, Pfalzgrafenweiler, unmittelbar an seine Vorredner an. Zürcher brachte die Qualität eines internen Prozesses in direkten Zusammenhang mit den beteiligten Personen und der Konzeption ihrer Arbeitsplätze. Gehen, Suchen, Rückfragen seien Prozesse, die nicht Wertschöpfung, sondern Verschwendung bedeuteten, erklärte Zürcher. Sein Spaghetti-Diagramm, das die Laufwege am Arbeitsplatz zeichnerisch darstellte, verdeutlichte seine Aussagen auf plakative Art und Weise.

Max Renggli begeisterte die Teilnehmer mit seinem Referat „Digitale Prozessbegleitung: Planung – Produktion – Logistik – Montage“. Er gab tiefe Einblicke in die eigene Unternehmensphilosophie der Renggli AG aus Schötz in der Schweiz, die längst auf BIM setzt. Mannschaft, Technologie, Prozesse und Standards seien dabei für den Gesamtprozess aufeinander abzustimmen und in das Konzept mit einzubeziehen. Es gelte, den Spagat zwischen Kosten und Nutzen zu meistern und die unproduktiven und nicht wertschöpfenden Tätigkeiten zu minimieren. Dazu brauche es einheitliche Arbeitsmethoden und Abläufe sowie eine Betrachtungsweise, die sich mit der Ganzheitlichkeit des Bauens auseinandersetzt. Als zentrale Größe für ein erfolgreiches Unternehmen arbeitete Renggli die Mitarbeiter heraus. Im Schnitt wechsele ein Mitarbeiter alle sieben Jahre das Unternehmen. Mit diesem Wechsel müssten dann stets mehrere Prozesse überdacht und angepasst werden. Daher sei es von großer Bedeutung, Menschen langfristig als überzeugte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Rengglis Fazit: „Achten Sie darauf, dass die Mitarbeiter stolz sind, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. Suchen Sie sich die richtigen Kunden und produzieren Sie nachhaltige Produkte.“

Der zweite Teil des Prologs wurde eingeleitet von Elisabeth Aberger von der Ed. Züblin AG, München. Aberger erklärte zunächst die Unschärfen des Begriffs BIM. Meist werde die Methode als „Building Informationen Modeling“ oder Model verstanden. Wesentlich für das Gelingen von komplexen Bauvorhaben sei jedoch das Verständnis von BIM als „Building Information Management“. Denn vorrangig gehe es um die Informationen und ihre durchgängige und verlustfreie Verwendung im Lebenszyklus eines Gebäudes. Bereits seit Jahren werden mit diesem Blick bei dem weltweit tätigen Baukonzern entsprechende Abläufe implementiert. Mit „teamconzept“ entwickelt Züblin bereits seit über 20 Jahren eine Partnering-Methode, die den Erfolg zur gemeinsamen Sache mache, in dem sie die Bedingungen für gelingende Kooperation standardisiert. Fair und aufrichtig müsse die Zusammenarbeit sein, damit komplexe Bauprojekte stressfreier, verbindlich und partnerschaftlich umgesetzt werden könnten, so Aberger. Denn auch für Züblin spielten die Mitarbeiter eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft.

Standardisierung war auch das Thema von Markus Lechner. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion (Prof. Winter) der Technischen Universität München stellte ein Konzept für ein Open-Source-System für bezahlbaren Wohnraum vor. Ein Baukastensystem für verschiedene Haustypen soll dabei den Planungsprozess beschleunigen, die Bauzeiten verkürzen und die Qualität verbessern. In der visionären Betrachtung könnten die Systembestandteile als Planungskomponenten in einer offenen Internetanwendung zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzer würden sie dort abrufen und jeweils zu einem neuen, einzigartigen Gebäude zusammenfügen. Lechners Fazit: Um eine Industrialisierung im Bauwesen flächendeckend umzusetzen, sei ein radikales Umdenken bei allen Baubeteiligten erforderlich.

Das Schlussreferat hielt Dr. Manuel Schönwitz, der sich auf langjährige Erfahrungen in leitenden Positionen im Holzfertigbau stützen kann und mittlerweile als Projektleiter bei Porsche Consulting, Bietigheim-Bissingen, tätig ist. Auf der Suche nach der digitalen Ideallinie gab er den anwesenden Teilenehmern den Rat, die eigene digitale Transformation genau und detailliert zu planen. Zunächst müsse erkannt werden, dass Digitalisierung überlebenswichtig ist. Danach sei festzulegen, was und in welcher Reihenfolge es zu digitalisieren gilt. Wichtig sei dabei, nicht zwanghaft alles zu digitalisieren, sondern genau hinzuschauen, wo Bedarf bestehe und welcher. Zuerst müssten dabei die Prozesse auf den Prüfstand gestellt und nicht selten korrigiert und optimiert werden. Ein Zitat von Thorsten Dirks, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Telefónica Deutschland Holding, brachte den Kern des Referats und die empfohlene Strategie auf den Punkt. Sinngemäß hatte Dirks einst gesagt: Wenn man einen schlechten Prozess digitalisiere, dann habe man im Ergebnis einen schlechten digitalen Prozess. Demnach sind es nur gute Prozesse wert, digitalisiert zu werden. Und zuweilen gibt es auch solche, die analog besser funktionieren, als digital. Auch dies ist eine wichtige Erkenntnis.

Im Anschluss an den Prolog II beantworteten die Referenten weitere Fragen im Rahmen einer Diskussionsrunde. Alle bekräftigten noch einmal, wie wichtig es sei, alle Beteiligten auf dem Weg in die Digitalisierung mitzunehmen, die Ziele genau zu definieren und sie nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich bedankte sich Georg Lange bei der Referentin und den Referenten für ihre aufschlussreichen Vorträge und bei den über 400 zufriedenen und gut informierten Teilnehmern für ihren sichtbaren Zuspruch am Fertigbau-Forum des IHF 2018.

Zufrieden zeigte sich unterdessen auch der Geschäftsführer des Forums Holzbau, Professor Uwe Germerott, mit der überwältigenden Besucherzahl. Der beliebte Branchentreff lockte in diesem Jahr mit über 1.700 Teilnehmern aus 30 Nationen mehr Besucher denn je nach Garmisch-Partenkirchen und ließ das Kongresszentrum an seine Grenzen stoßen. Aus diesem Grund zieht das IHF 2019 in ein größeres Kongresshaus im österreichischen Innsbruck um.

Quelle: Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.

08.01.2019

Hausbaunews

Live-Tag: Fingerhut Haus öffnet die ...

Wie entsteht ein Fertighaus – von der ersten Planung bis zur Produktion und Ausstattung? Antworten darauf gibt Fingerhut Haus beim Live-Tag am 19. September 2026 in Neunkhausen. Von 9.30 bis 15.00 ...

Fertigbau: Kurze Bauzeit zahlt sich aus

Der Traum von den eigenen vier Wänden soll Wirklichkeit werden. Sorgen bereitet vielen Bauherren jedoch die Ungewissheit über die zeitliche Dauer und die exakte Höhe der Kosten. Hier bietet der ...

Brandschutz beim Hausbau: ...

Bei der Planung eines Fertighauses stehen Grundriss, Fassade und Energieeffizienz meist ganz oben auf der Wunschliste. Der Brandschutz wird dagegen häufig erst spät mitgedacht – dabei ist er ...

Ein Sonntag voller Erlebnisse: ...

Musik hören, gemeinsam spielen, Neues entdecken und einen Blick hinter die Kulissen werfen: Am Sonntag, 6. September 2026, lädt WeberHaus von 10 bis 18 Uhr zum Sommerfest in die World of Living ...

Einzugstermin: Checkliste für Hausrat ...

Wenige Wochen vor dem Einzugstermin häufen sich die offenen Punkte: Abnahme, Übergabe, Ummeldungen, Möbeltransport. Wer für den Einzugstermin eine Checkliste zusammenstellt, sollte neben ...

Ferienhaus vermieten: Die 7 besten ...

Wer ein Ferienhaus vermietet, merkt schnell, dass die eigentliche Verwaltungsarbeit erst nach dem Einzug der ersten Gäste beginnt. Kalender auf Airbnb und Booking.com synchron halten, Gäste ...

Musterhäuser

SOLUTION 101 V3

Preis ab
240.733 €
Fläche
100,71 m²
Bauhaus 190

Preis
auf Anfrage
Fläche
191,47 m²
Lutz

Preis ab
300.000 €
Fläche
98,70 m²
Fuchs

Preis ab
470.000 €
Fläche
186,30 m²
Homestory 898

Preis ab
285.000 €
Fläche
259,00 m²
Bruckberg

Preis ab
472.315 €
Fläche
139,00 m²

0