Mit frischer Luft das Haus heizen

Wärmepumpen sorgen für die richtige Temperatur in einem Niedrigenergiehaus
Es ist eine wahre Kunst, das richtige Raumklima im Haus zu finden: zu kalt, zu warm, zu feucht, zu trocken. Besitzer älterer Häuser mit entsprechender Heizungstechnik kennen das zu Genüge. Heizkörper, die entweder gar nicht oder nur glühend heiß werden; Zimmer, die in Sekundenschnelle auskühlen und immense Temperaturunterschiede zwischen einzelnen Räumen machen das Wohnen vor allem in der kalten Jahreszeit zu einer echten Herausforderung. Kommen dann noch unterschiedliche Wärmebedürfnisse der Bewohner hinzu, dann ist das Chaos perfekt und der familiäre Streit fast sicher.

Pixabay.com - CCO Public Domain - globalenergysystems
Foto: Pixabay.com - CCO Public Domain - globalenergysystems
 
Moderne Technik macht das Leben da einfacher. Moderne Wärmepumpen können entscheidend zu einer Verbesserung des Raumklimas beitragen und im Verbund mit der restlichen Haustechnik zudem eine Menge Energie sparen, die früher "zum Fenster hinaus" geheizt worden wäre.

Wärmepumpen funktionieren dabei im Prinzip wie ein Kühlschrank - nur umgekehrt:

  1. Zunächst wird die Wärme gewonnen. Dafür gibt es in der Regel vier Möglichkeiten. Bei der Geothermie wird die Wärme über ein Leitungssystem im Erdreich angezapft. In einer Tiefe von etwa zehn Metern herrscht eine ständige Temperatur von circa 10 Grad, zu jeder Jahreszeit. Bei der Hydrothermie dient das Grundwasser als Wärmequelle, die Luft gibt bei der Aerothermie ihre Wärme ab oder das System wird über eine externe Wärmequelle wie beispielsweise Fernwärme gespeist. In der Wärmepumpe befindet sich ein Flüssigkeitskreislauf, meist Wasser mit einem Frostschutzmittel. Dieser Kreislauf wird nun durch die Wärmequelle aufgeheizt.
  2. In einem zweiten Kreislauf zirkuliert ein Kältemittel. In einem Wärmetauscher wird nun die Wärme des ersten Kreislaufs auf dieses Kältemittel übertragen. Dieses wird gasförmig und komprimiert zu einem weiteren Wärmetauscher geleitet, wo es wieder verflüssigt wird und die Wärme wieder abgibt an das Heizungssystems des Hauses.
  3. Diese Wärme wird nun im Haus verteilt, in der Regel über Fußbodenheizungen oder Flächenheizungen. Die alten Heizkörper haben ausgedient. Verteilt wird die Wärme meist wieder über Wasser, das im Kreislauf zirkuliert.

Mit diesen Wärmepumpen kann effektiv die ohnehin vorhandene Energie der Umgebung genutzt werden, um das Haus zu heizen.

Darüber hinaus wird in einem modernen Haus aber auch noch die bereits erwärmte Luft genutzt. Moderne Lüftungsanlagen sorgen für einen ständigen Austausch der verbrauchten Luft. Innerhalb von zwei Stunden kann die Luft im kompletten Haus ausgetauscht werden, ohne dass ein einziges Fenster geöffnet werden muss, ohne dass ein einziger Zug zu spüren ist. Diese verbrauchte Luft wird aber nicht einfach aus dem Haus gepustet. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme der verbrauchten Luft genutzt, um die frische Luft von außen entsprechend aufzuheizen. Erst, wenn die verbrauchte Luft abgekühlt ist, wird sie aus dem Haus geblasen. So kann ein erheblicher Teil der im Haus entstandenen Wärme, zum Beispiel durch elektrische Geräte und menschliche Körper, erhalten und mit frischer Luft im Haus bleiben.

Das effektive Miteinander von Wärmepumpen und Wärmerückgewinnung wird sogar genutzt, um Trinkwasser aufzuheizen. So werden unter anderem die strengen Kriterien für KfW55-, KfW40- und KfW40plus-Häuser erfüllt.

Im Sommer wird diese Technologie genutzt, um das Haus effektiv abzukühlen und wenn es bei extremeren Temperaturen doch nötig sein sollte, zusätzlich aktiv zu heizen, so kann die dafür benötigte Energie wieder umweltfreundlich über eine Solar- oder Photovoltaik-Anlage bezogen werden. Insgesamt ein enormes Plus für die Energiebilanz eines Hauses und für die nachhaltige Schonung der natürlichen Ressourcen. Platz wird ganz nebenbei auch noch gespart, denn Häuser mit dieser Technik brauchen keinen Lagerplatz mehr für Holzpellets oder Öl oder Anschlüsse an Gasleitungen.
28.04.2016 -
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