Welches Dachfenster darf es sein?

Das Dach eines Hauses hat seinen eigenen Charakter. Auch was die Fenster betrifft, gelten zum Teil andere Gesetze. Wer Dachfenster benötigt und die Fensterarten für den Dachbereich kennt, ist im Vorteil, weil er sich nach seinen Bedürfnissen passgenau für das richtige Dachfenster entscheiden kann. 
Die besten Fenster für das Dach. Foto: Layton Diament / Unsplash.com
Die besten Fenster für das Dach. Foto: Layton Diament / Unsplash.com 
Auf diese Weise weist jede Dachfensterart ihre spezifischen Vor- und Nachteile auf und besitzt in puncto Ästhetik, Lichteinfall, Dämmung, Schallschutz und Pflegeleichtigkeit unterschiedliche Stärken und Schwächen. Die Kosten der Fenster werden stark von der Fensterart beeinflusst. Ebenso kommt es bei der Wahl des Dachfensters darauf an, wie es mit dem Erscheinungsbild des Hauses harmoniert.

Die Dachfensterarten im Überblick

Wir gehen in unserem Ratgeber für Dachfenster systematisch vor und geben jeder Fensterart den nötigen Raum, um die wesentlichen Eigenschaften vorzustellen und Ihnen einen Überblick über die Kosten für den Austausch von Dachfenstern zu vermitteln.

Klappfenster – sichere Allrounder

Klappfenster sind die bekanntesten Fensterarten. Das Öffnen und Schließen ist kinderleicht und durch Auf- und Zuklappen schnell erledigt. Die Öffnungsweite ist breit und die freie Sicht ist besonders bei schöner Aussicht wünschenswert. Im Prinzip können Bewohner mit Klappfenstern nichts falsch machen. Problematisch könnten die Beeinträchtigung des Wohnraums durch den Schwenkbereich (wer das nicht möchte, wählt ein Schiebefenster) sowie die zuweilen mangelnde Kontrolle sein, denn es sind immer die Klappfenster, die bei Durchzug ungewollt zuknallen und die Bewohner aufschrecken. Die Kosten sind moderat.

Schwingfenster – handlich, aber mit kleinerer Öffnung

Klassische Schwingfenster haben ihre Drehachse in der Mitte, sodass diese sich um 180 Grad drehen können. Dieser Effekt bietet Vorteile bei der Reinigung und ermöglicht ein bequemes Öffnen und Schließen. Im Vergleich mit Klappfenstern ist die Öffnungsfläche geringer und damit auch die Luftzirkulation. Ferner kann der vertikale Rahmen die Sicht behindern. Liegt die Drehachse nicht in der Mitte, handelt es sich um Klappschwingfenster oder Hochschwingfenster. Bei diesen Fenstern ist der Öffnungsbereich noch geringer und sie lassen sich nicht um 180 Grad drehen. Schwingfenster sind günstiger als Klappfenster.

Gaubenfenster – große Fenster mit Charakter

Gaubenfenster sind nach ihrem Standort, einer Dachgaube, benannt. Der kleine, aus dem Dach herausragende Vorbau ist speziell für die Fenster errichtet worden, um eine größere Fläche für Lichteinfall herzustellen. Dadurch haben Gaubenfenster ihren Preis. Sie verleihen dem Dach dafür einen gewissen Charakter, werten die Hausfassade auf, verbessern das Blickfeld nach draußen und bieten ein größeres Raumvolumen. 

Kunden können zwischen verschiedenen schönen Formen wählen, darunter Giebelgauben, Walmgauben, Fledermausgauben, Schleppgauben und Spitzgauben. Gaubenfenster sind eine gute Wahl für Dachwohnungen.

Dreiecksfenster

Dreiecksfenster passen sich optisch der Form eines Spitzdachs an, was ihnen eine gewisse Atmosphäre verleiht und zum harmonischen Gesamteindruck des Hauses beiträgt. Freilich ist die Fensterfläche meistens deutlich geringer als bei einem viereckigen Fenster und viele lassen sich erst gar nicht öffnen. In der Regel haben Dreiecksfenster deshalb eher eine ergänzende Funktion und sind in Dachwohnungen selten die Hauptfenster. Dreiecksfenster sind die günstigsten Dachfenster.

Ausstiegsfenster – wenn der Schornsteinfeger kommt

Ausstiegsfenster sind gezielt für den sicheren Ausstieg konzipiert, sodass Schornsteinfeger und Dachdecker sicher aufs Dach kommen. Außerdem dienen sie bei Feuer als Notausgänge. Um diesen Effekt zu ermöglichen, umfasst der Öffnungsbereich in der Regel das ganze Fenster und als Mechanik wird gern der Klapp-Schwing-Mechanismus gewählt. Die Kosten für die Anschaffung sind moderat.

Flachdachfenster – Rüdigers Alptraum

Viele Fertighäuser besitzen aufgrund der standardisierten und kostensparenden Bauweise ein Flachdach. Deshalb müssen sich Bewohner bei der Wahl ihres Dachfensters weniger um Rundbogenfenster Gedanken machen, die eher die Altbauten zieren, als über Flachdachfenster. Bei diesen Fensterarten kommt der Lichteinfall von oben. 

Der Einbau geschieht über einen Aufsetzkranz und die meisten Flachdachfenster weisen eine viereckige Form auf, wobei auch Rundfenster wie bei einem Bullauge möglich sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Wohnraum durch den Blick in den Himmel höher wirkt. Aufgrund der anspruchsvollen Konstruktion sind Flachdachfenster recht teuer.

Kniestockfenster – perfekte Fenster für das Kinderzimmer

Kniestockfenster nutzen für den Fensterbereich den Kniestockbereich einer Dachwohnung und den Dachbereich in der Schräge. Das Sonnenlicht kann auf diese Weise hervorragend ausgenutzt werden. Vor allem für ein Kinderzimmer empfehlen sich Kniestockfenster, damit auch Kleinkinder eine schöne Aussicht genießen dürfen. Einen ähnlichen Zweck verfolgen grundsätzlich bodentiefe Fenster. Aufgrund der Größe, des Aufwandes beim Bau und der Kombination zwischen dem Kniestock- und Dachbereich, haben Kniestockfenster ihren Preis.

Quelle: j.e.a.

24.08.2023

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