Richtig Lüften auch im Winter
Feuchtigkeit per Messung im Blick behalten
Richtschnur fürs gute Raumklima und damit fürs richtige Lüften sollte stets sein, die natürliche und durch Körper, Kochen oder Duschen ins Haus gelangende Feuchtigkeit zu reduzieren. Wenn man rein „nach Gefühl“ lüftet, reicht das für ein Optimum an Wärmeversorgung und Luftzufuhr aber meist nicht aus. Deshalb empfiehlt sich objektive Unterstützung. Diese Hilfe leistet ein Hygrometer, das ist ein Gerät zur Bestimmung der Luftfeuchte. Solche Hygrometer sind kostengünstig im Fachhandel oder auch im Internet zu erwerben. Damit ist richtiges Lüften ein Kinderspiel. Angebracht werden sollten die Hygrometer zumindest in potenziell eher feuchten Räumen wie Küchen und Bädern, im Schlafzimmer und dort, wo Wäsche getrocknet wird. Gibt es eine Möglichkeit die Wäsche außerhalb der Wohnung zu trocknen, so sollte sie unbedingt genutzt werden. Unabhängig von der Räumlichkeit gilt stets: „Zeigt der Hygrometer eine relative Luftfeuchte von 70 Prozent oder mehr an, sollte eine Stoßlüftung erfolgen, bis ca. 40 Prozent Luftfeuchte erreicht sind“, erläutert Fensterexperte Lange.Kleine nützliche Technik-Helfer bieten sich auch an, um sogenannte Wärmebrücken zu erkennen. Dort ist es, anders als man vermuten mag, nicht besonders warm, sondern kühler, denn über Wärmebrücken wird die Wärme leichter nach außen geführt. Erkennen lassen sich diese für wiederholten Schimmel anfälligen Fassadenteile an einer niedrigen Wandtemperatur von weniger als 15 Grad Celsius. Die Temperatur zeigt ein Oberflächenthermometer verlässlich an. Die überschaubare Investition in Oberflächenthermometer lohnt sich im Interesse der Wohngesundheit und um die eigenen vier Wände zu schützen. Denn ist der Schimmel einmal da, hält er sich oft hartnäckig. Vorbeugen lässt sich den unerwünschten Wärmebrücken durch gutes Lüften und Heizen oder durch eine Dämmung von außen.
Vor zu hoher Luftfeuchtigkeit schützen auch Fensterfalzlüfter. Diese lassen sich nachträglich in den Fensterrahmen einbauen. Das geht bei vielen Fenstern sehr einfach, sollte jedoch nicht ohne Absprache mit einem Fachbetrieb erfolgen. „Fensterfalzlüfter sorgen für eine kontinuierliche Luftzufuhr, können die Stoßlüftung aber keinesfalls ersetzen“, hebt Frank Lange hervor. Beim Fenstertausch sollten Fensterfalzlüfter eingebaut werden, empfiehlt er.
Fenstertausch erwägen
Für eine Optimierung von Raumklima und Energiebilanz ist ein Fenstertausch häufig das beste Mittel. Zu bedenken ist aber auch: Beim Fenstertausch ändert sich die Bauphysik. Eine genaue Lüftungs- und Einbauplanung mit neuen Fenstern ist deshalb notwendig. Dazu gehört, die gesamte Gebäudehülle mit in die Erneuerung der Fenster einzubeziehen. Werden die Fenster in Altbauten mit eher schwachem Wärmeschutz erneuert, muss immer auch an das umgebende Mauerwerk gedacht werden. So muss bei einem U-Wert der Wand oberhalb von 1,0 W/m²K beim Fenstertausch auf die richtige Montageausbildung in der Fensterleibung geachtet werden. Das beugt Tauwasser und Schimmelbildung vor. Auch mit neuen Fenstern muss gut gelüftet werden. „Ganz wichtig zu wissen: Die richtig bemessene Luftmenge zur hygienischen Wohnraumlüftung fällt viel geringer aus als diejenige, die über zugige alte Fenster undefiniert ins Haus gelangt. Frischluft und Energiesparen sind also zwei Seiten derselben Medaille“, betont VFF-Geschäftsführer Lange abschließend. ´27.12.2022
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