Photovoltaik: Lösung für verschattete Steildächer

Angesichts der steigenden Nutzung regenerativer Energie kommt auf Steildächern immer mehr Photovoltaik zum Einsatz. Wurden früher nur wenige Module installiert, wird heute oft nahezu die gesamte Dachfläche belegt. Mit Blick auf die Auswirkungen von Photovoltaik auf den Feuchteschutz der darunterliegenden Dachkonstruktion folgt ISOVER bei der Entwicklung entsprechender Systeme konsequent den baupraktischen Nachweisverfahren wie der Berücksichtigung von verschatteten Steildächern bei hygrothermischen Simulationsmodellen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen informiert der Dämmstoffspezialist über aktuelle Forschungsergebnisse und bringt diese in Fachkreise und Normung ein.
  • Freilandversuch 2025 zeigt: PV auf Steildächern verändert Temperaturen und Feuchteverhalten.
  • ISOVER/IBP prüfen Dachaufbauten, die auch mit PV feuchtesicher planbar und dauerhaft sind.
  • Fraunhofer stellte 04/2026 hygrothermische Modelle mit effektiven Übergangsparametern vor.
  • Verschattung durch PV kann damit erstmals rechnerisch in der Simulation berücksichtigt werden.
  • Mehr Messdaten nötig: zu wenige Stützpunkte/ignoriertes Feuchteprofil führen zu Fehleinschätzungen.
Foto: Mariana Serdynska / Shutterstock.com
Photovoltaik-Module sind elementare Bestandteile der Energiewende, stellen aber gerade auf Steildächern im Gebäudebestand ein gewisses Risiko dar. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP informiert Dämmstoffspezialist ISOVER über aktuelle Forschungsergebnisse und bringt diese in Fachkreise und Normung ein. Foto: Mariana Serdynska / Shutterstock.com
Dass Photovoltaikanlagen auf Flachdächern mit Herausforderungen verbunden sind, ist längst bekannt. Für Steildächer liegen fundierte Nachweise dagegen erst seit einem von ISOVER 2025 beauftragten Freilandversuch des IBP vor. Das Ergebnis: Die Belegung der Dachfläche mit Photovoltaik verändert maßgeblich die Temperaturen in der Dachkonstruktion und somit deren Feuchteverhalten. „Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut haben wir untersucht, welche ISOVER Dachaufbauten auch mit Photovoltaik eine sichere feuchtetechnische Planung ermöglichen und dauerhaft funktionieren", erklärt Dominik Noé, Fachbereichsleiter Wärme- und Feuchteschutz bei ISOVER. Entsprechende Forschungsergebnisse wurden im Spätsommer 2025 unter anderem in der Fachpresse kommuniziert.

Fraunhofer-Institut veröffentlicht Simulationsmodelle

Im April 2026 hat das Fraunhofer-Institut nun seine beim Freilandversuch eingesetzten hygrothermischen Simulationsmodelle mit effektiven Übergangsparametern vorgestellt. Die Parameter resultieren aus Forschungsergebnissen an verschiedenen Dachkonstruktionen mit und ohne Solaranlagen. Somit kann erstmals Verschattung durch Photovoltaik rechnerisch berücksichtigt werden. „Diese Simulationen haben einen entsprechenden detaillierteren Datensatz für variable Folien erforderlich gemacht. Denn wenn bei der Messung zu wenige Stützpunkte verwendet werden, oder wenn bei der Auswertung das Feuchteprofil in der Dampfbremse nicht berücksichtigt wird, kann das zur deutlichen Abweichung vom realen Verhalten der Dachkonstruktion und damit zu Fehleinschätzungen führen, insbesondere wenn es um eher kritische Konstruktionen geht."

Quelle: SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG

24.08.2026

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