Altersgerecht planen und bauen

Wer ein Haus für sich und seine Familie baut oder kauft, trifft meist eine Lebensentscheidung. Damit verbunden ist auch die Erwartung, in den eigenen vier Wänden alt werden zu dürfen. Nicht nur dieser Wunsch, auch die gestiegene Lebenserwartung und der Umstand, dass sich der Anteil der Über-65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung seit 1960 nahezu verdoppelt hat, spiegelt sich nicht zuletzt auf dem Immobilienmarkt wider. Mit Begriffen wie barrierearm, altersgerecht, 60plus oder Seniorenwohnen reagieren Anbieter auf die wachsende Nachfrage nach Wohnraum, der im höheren Alter oder im Falle körperlicher Einschränkungen einen komfortablen, selbstbestimmten Alltag erlaubt. Doch der Verband Privater Bauherren e. V. (VPB) warnt: Hinter diesen Begriffen stehen nicht verbindliche bauliche Standards, sondern allzu oft Marketing-Strategien.
Expertentipp des VPB: Altersgerecht planen und bauen. Foto: Frans26 / Pixabay.com
Expertentipp des VPB: Altersgerecht planen und bauen. Foto: Frans26 / Pixabay.com
Ein technischer Standard ist mit der DIN 18040 Barrierefreies Bauen geregelt. Diese Norm, eingeführt nach der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2008, soll sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen den grundgesetzlich garantierten, gleichberechtigten Zugang zur physischen Umwelt, zu Transportmitteln, Information und Kommunikation haben. In allen Bundesländern wurde die Norm auch für den Wohnungsbau im Großen und Ganzen verbindlich ins Öffentliche Baurecht eingeführt. Aber: Bei weitem nicht alle Wohnungen müssen so errichtet werden. Vor allem die DIN 18040-2 umfasst zwar viele Planungsvorgaben für Bau und Einrichtung von Wohnungen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, doch berücksichtigt neben der Barrierefreiheit auch die sogenannte „Rollstuhlgerechtigkeit“, die mit vergleichsweise höheren Anforderungen an Grundrisse und Ausstattung verbunden ist. Und ob die in der DIN 18040-2 vorgesehenen Maßnahmen im individuellen Fall tatsächlich nötig sind, respektive der jeweiligen Lebenslage gerecht werden, lässt sich nicht pauschal sagen. Wer sich allein auf die Umsetzung dieser Vorgaben verlässt, zahlt möglicherweise für etwas, das nicht nötig ist oder muss andere, alters- oder krankheitsbedingt erforderliche Ausstattungen nachrüsten.

Deshalb sind Bauherren gut beraten, sich schon vorab qualifizierte Beratung zu suchen, wenn es um die vorausschauende Planung für den eigenen Lebensabend geht. Ist im Vertrag nur eine nicht konkret definierte barrierereduzierte bzw. barrierearme oder eine senioren- bzw. behindertengerechte Ausführung zugesichert, müssen die vom Bauherrn gewünschten Qualitäten in der Baubeschreibung genau definiert, detailliert und vertraglich festgehalten werden. Nur dann kann der Bauherr seinen Anspruch auf die vom Anbieter geschuldete Ausstattung auch vor Gericht geltend machen. Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, können Bauherren mit ihrem behandelnden Arzt besprechen bzw. dafür die entsprechenden Informationsangebote der Krankenkassen und Pflegeberatungen nutzen.

Wer also sein Neubau- oder Umbauvorhaben auch mit Blick auf das selbstständige Leben im Alter angehen will, sollte bei der Planung der Maßnahmen unbedingt einen unabhängigen Bausachverständigen zu Rate ziehen.

Quelle: Verband Privater Bauherren (VPB) e.V.

16.04.2024

Hausbaunews

Geprüfte Qualität: Urkunde für ...

Das Familienunternehmen Holzbau Braun aus Stetten am kalten Markt ist seit fünf Jahren Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF). BDF-Geschäftsführer Georg Lange überreichte dem ...

Neue Gebäudeförderung – Wegweiser ...

Neben Änderungen bei der Förderung effizienter Heizungen, wie im letzten Expertenrat beschrieben, wird auch bei der Förderung weiterer einzelner Effizienzmaßnahmen vieles neu geregelt. Nach wie ...

Woran sich ein gutes Küchenstudio ...

Die Entscheidung steht fest: Eine neue Küche soll her. Die Vorfreude ist groß, die Pinterest-Pinnwand voll mit Inspirationen, und im Kopf existiert längst eine Vorstellung davon, wie alles ...

Sonnenschutz beim Hausbau: Worauf es ...

Beim Bau eines Fertighauses stehen Grundriss, Fassadengestaltung und Energieeffizienz meist ganz oben auf der Prioritätenliste. Der Sonnenschutz für Terrasse und Fenster gerät dagegen häufig erst ...

Bausparkasse, Hausbank oder Vermittler: ...

Erst die Hausbank fragen? Zur Bausparkasse gehen? Einen Vermittler einschalten? Oder alles online erledigen? Wer eine Immobilie finanziert, muss sich entscheiden. Der niedrigste Zins allein macht ...

Gute Gründe für Böden aus Holz

Wer ein Haus baut oder saniert, muss viele Entscheidungen treffen. Eine davon: Welcher Bodenbelag passt am besten. Seit Jahrhunderten fällt die Entscheidung dann immer wieder für Parkett – und ...

Musterhäuser

Haus Geyer

Preis ab
792.000 €
Fläche
236,67 m²
Homestory 898

Preis ab
285.000 €
Fläche
259,00 m²
Modern 178

Preis
auf Anfrage
Fläche
178,51 m²
Edition D 122 ...

Preis ab
203.556 €
Fläche
122,00 m²
Life 12 V1

Preis
auf Anfrage
Fläche
172,81 m²
Elberfeld

Preis ab
520.000 €
Fläche
214,00 m²

0