Kriseneffekt: höhere Bereitschaft zu Eigenleistung

Viele Deutsche krempeln am Bau die Ärmel hoch, um den steigenden Preisen und Zinsen etwas entgegenzusetzen. Dies hat eine Umfrage von BHW unter rund 2.000 Personen ab 18 Jahren ergeben. Vor allem die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen, 59 Prozent, möchte Pinsel, Hammer oder Bohrer in die Hand nehmen. Bei den unter 30-Jährigen sind es nur 36 Prozent.
Muskelhypothek spart
„Sind Eigenleistungen gut geplant, können sie ein wichtiger Hebel zur Entlastung des Budgets sein“, sagt Henning Göbel, Vorstandsvorsitzender der BHW. „Baufamilien und Modernisierende sollten die Muskelhypothek jedoch nur in Abstimmung mit Handwerksbetrieben einbringen, damit die Abfolge der Gewerke optimal ineinandergreift.“ Immerhin: 80 Prozent derjenigen, die Eigenleistungen planen, trauen sich Maler- und Tapezierarbeiten zu. Böden wollen 60 Prozent selbst verlegen. 37 Prozent planen, die Wärmedämmung selbst auszuführen.Keine Garantie
Aufträge an Firmen dagegen „schwarz“, also ohne Rechnung, zu vergeben, erscheint manchem verlockend, lässt sich doch so mancher Euro sparen. „Durch Schwarzarbeit wird nicht nur dem Pfusch am Bau Tür und Tor geöffnet. Schwarzarbeit kann richtig teuer werden, denn bei mangelhafter Ausführung der Arbeiten greift keine Gewährleistung“, warnt Henning Göbel. 33 Prozent der Deutschen mit Bau- oder Modernisierungsvorhaben betrachten Schwarzarbeit denn auch als Straftat. Zum Vergleich: 2012 hatten noch 51 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger diese Auffassung vertreten. Für 17 Prozent der Befragten, die 2023 Arbeiten an ihrer Immobilie planen, ist die Beauftragung ohne steuerliche Abgaben lediglich ein Kavaliersdelikt. 2012 waren nur 12 Prozent der Deutschen dieser Meinung.24.09.2023
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