Hürden im Haus abbauen
„Wichtig für Bewohner und Planer gleichermaßen ist, dass das Ziel der Barrierefreiheit gut mit anderen Anforderungen an Haus und Gebäudehülle harmoniert“, erklärt VFF-Geschäftsführer Lange weiter. Dazu gehört, dass der Einbau dann sogenannter „Null-Schwellen“, richtig geplant wird. Beim kompletten Verzicht auf Türschwellen muss je nach Lage und Ausrichtung des Hauses und der Eingangstür ein Vordach über dem Eingangsbereich angebracht werden, das Schutz vor der Witterung bietet und zugleich vor dem schnellen Eindringen von Niederschlägen schützt. Auch der Einbau von Entwässerungsrinnen und -rosten verringert die Schlagregenbelastung von Türen und Fenstertüren. „Zielkonflikte zwischen Barrierefreiheit und Bautechnik lassen sich durch geschickte planerische Lösungen meist unkompliziert und sehr gut lösen“, sagt Lange.
Stulpfenster und Schiebefenster bieten sich an
Für Türen und Fenster ist im Sinne der Barrierefreiheit gleichermaßen zu bedenken: Die auszuübenden Bedienkräfte beim Öffnen und Schließen dürfen nicht zu groß werden. „Jeder, der einmal im Sitzen versucht hat, ein Fenster zu öffnen, weiß, wie schwer ein Fensterflügel werden kann“, stellt VFF-Geschäftsführer Lange fest. Um die Breite von Fensterflügeln und damit die für das Öffnen aufzuwendenden Kräfte zu reduzieren, können sich Stulpfenster, aber auch leichtgängige Schiebekonstruktionen anbieten. Stulpfenster sind zweiflügelige Fenster ohne Mittelpfosten. Gerade auch für Balkontüren und -fenster sowie für andere bodentiefe Fenster können Stulpfenster durch die freie Sicht, die sie auch im geöffneten Zustand bieten, eine attraktive Lösung sein. Sie erleichtern durch ihre geringere Breite der Flügel die Bedienbarkeit erheblich.An die Erreichbarkeit von Griffen denken
Barrierefreie, bodentiefe und leicht bedienbare Fenster- und Türkonstruktionen sind nur ein Beispiel dafür, dass altersgerechtes Wohnen potenziell für breite Bevölkerungsschichten möglich und daher attraktiv ist. „Gerade deshalb sind Investitionen in barrierefreies Wohnen und energetisch verbesserte Konstruktionen durchaus schon heute auch für die Generation 50plus ein wichtiges Argument. So kann man langfristig planen, auch für eine spätere Nutzung im hohen Alter“, weiß Fensterexperte Lange. Neben der guten Bedienbarkeit ist die Erreichbarkeit von Griffen mit einzuplanen für ein möglichst barrierefreies Wohnen. Je nach Haus und Wohnung können sich daher zum Beispiel Oberlichter mit Kippbeschlag, aber auch motorische Antriebe anbieten. Für Rollstuhlnutzende sind Griffe in Sitzhöhe sinnvoll. Auch der Einbau von elektromotorischen Fensteröffnungen ist hilfreich. Neben einer individuell passenden Ausführung ist eine regelmäßige Wartung von Fenstern und Türen notwendig, damit die Fensterbeschläge leichtgängig bleiben. „Um reibungslose Handhabbarkeit und niedrige Bedienkräfte dauerhaft sicherzustellen, müssen Fenster und Türen regelmäßig möglichst alle zwei Jahre gewartet und je nach Bedarf entsprechend eingestellt werden“, betont Lange.Zwei-Sinne-Prinzip umsetzen
Neben den aufzuwendenden Körperkräften ist im Sinne der Barrierefreiheit auch das Zwei-Sinne-Prinzip als Grundsatz barrierefreier Gestaltung zu bedenken. Demnach müssen mindestens zwei der drei Sinne „hören, sehen und tasten“ angesprochen werden. Speziell für Personen mit Sehbehinderungen ist die Farbgebung der Bauelemente mit möglichst kontrastreichen Farben angezeigt, so mit klarem Hell-Dunkel-Kontrast. „Griffe und andere Bedienelemente sollen sich also deutlich optisch vom Türblatt abheben. Auch hier gilt: Investitionen in barrierefreies Wohnen sind zugleich auch gut angelegtes Geld in altersgerechtes Wohnen“, resümiert Lange.Expertentipp:
Für Investitionen in neue Fenster und Türen, die barrierefreies Wohnen ermöglichen, bietet sich staatliche Förderung von Bund, Ländern und Gemeinden an. Aktuell geht dies häufig nur in Kombination mit der energetischen Verbesserung der Konstruktionen mit u-Werten besser 0,95 W/m²K. Welche Programme für welche Immobilie passen können, zeigt schnell und zuverlässig der kostenlose Förderassistent vom Verband Fenster + Fassade (VFF). Die rechenstarke Online-Hilfe bietet eine übersichtliche Navigation und individuelle Suchfunktionen. Damit Sie auch in der Förder-Landschaft in der Komfort-Zone bleiben. Möglich ist auch eine separate Herstellersuche, über die sich gezielt Fachbetriebe auffinden lassen.29.01.2023
Hausbaunews
Passgenaue Metallfassaden: Präzision ...
Die Metallfassaden Fertigung gehört zu den anspruchsvollsten Disziplinen im modernen Fassadenbau. Wer ein Gebäude mit einer individuellen Metallfassade ausstatten möchte, steht vor einer Reihe von ...
Fliesen sind heute deutlich mehr als ein funktionaler Bodenbelag für Küche und Bad. Mit ihren vielfältigen Designs eignen sie sich für nahezu jeden Wohnraum und setzen dort stilvolle Akzente. 3D- ...
Wie viel Haus kann ich mir leisten? ...
Schon vor dem ersten Spatenstich sollte Ihr Haus zumindest auf dem Papier stehen – idealerweise nicht als unbezahlbares Traumschloss. Spätestens beim Finanzierungsplan muss klar sein, wie die ...
Werte erhalten: Holzböden richtig ...
Ein warmer Holzboden unter den Füßen – für viele ist das der Inbegriff von Wohnlichkeit. Denn Holz wirkt natürlich, fühlt sich auch barfuß gut an und verleiht jedem Raum eine behagliche ...
Strom sparen im Alltag: Kleine ...
Steigende Strompreise bringen viele Haushalte finanziell an ihre Grenzen. Doch oft reichen schon wenige Veränderungen im Alltag, um die Stromkosten spürbar zu senken. In vielen Wohnungen verstecken ...
Bausparen, ETF oder Tagesgeld?
Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden braucht Zeit. Für das notwendige Eigenkapital sparen deutsche Haushalte im Schnitt rund 14 Jahre – das hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft ...