Was ist ein Smart Home und wie geht das?

„Smart“ ist Englisch und bedeutet „schlau, clever, intelligent“. „Home“ ist ebenfalls ein englisches Wort und bedeutet „Zuhause“. Was ist also ein Smart Home? Ein intelligentes Zuhause, aber wie kann das gehen? Viele Menschen sprechen davon, aber was hat das alles mit dem Wohnen, Möblieren und Einrichten zu tun? Der Verband der deutschen Möbelindustrie ist der Frage einmal nachgegangen und gibt Antworten:
Von den 41 Millionen Haushalten in Deutschland leben rund 21 Millionen Haushalte zur Miete, rund 13 Millionen im Eigenheim, sechs Millionen Haushalte in Eigentumswohnungen und rund eine Million Haushalte in anderen Unterkünften, wie Heimen. Alle diese Haushalte verbindet – egal ob Miete oder Eigentum – die Sorge um die Sicherheit ihrer Wohnung. Denn Einbrüche nehmen nicht nur in der Stadt zu und die Menschen wollen sich so gut es geht davor schützen. Smarte Technologie ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, dem Bedürfnis nach Sicherheit nachzukommen. Elektrische Türschließsysteme und Fenstersensoren geben Alarm, wenn die Schnittstellen zwischen drinnen und draußen nicht richtig oder gar nicht verschlossen wurden. Bewegungsmelder lassen nachts bei unerlaubtem Betreten des Grundstücks Außenlicht erstrahlen und eine heute ganz einfach installierbare Videoüberwachung zeigt, wer sich am Eingang befindet. Es wird also eine Reihe an Daten rund um das Haus erfasst. Das smarte an der Technik ist, dass alle Informationen mit Hilfe von Apps auf dem Smart Phone überall auf der Welt angezeigt werden können. Zum Bereich Sicherheit gehören zum Beispiel auch elektromotorische Fensterrollladen und die mobile Lichtsteuerung. Auch diese beiden, abschreckend auf Einbrecher wirkenden Komponenten, sind von unterwegs ansteuerbar. Laut einer aktuellen GfK-Studie wurden im Jahr 2017 rund 19 Prozent aller Ausgaben für smarte Produkte für häusliche Sicherheit und Automatisierung von etwa Licht, Lüftung, Heizung und Verschattung getätigt.

Ist die Sicherheit der Wohnungshülle smart geregelt, geht es ins Innere der Wohnung: In vielen Haushalten ist die smarte Technologie heute schon im Wohnzimmer angekommen. Lose herumliegende Lautsprecherkabel gehören dort der Vergangenheit an. Musik wird kabellos vom Speichergerät oder online zum Lautsprecher übertragen. Und zum Aufladen wird das Smart Phone einfach auf den Schreibtisch, ins Badezimmerregal oder auf den Tisch gelegt und über eine integrierte Ladestation ohne Kabelverbindung aufgeladen. Auch das Fernsehen kann mit Apps vom Smart Phone bedient werden. Produkte aus dem Bereich „Smart Entertainment“ hatten im vergangenen Jahr einen Umsatzanteil von rund 60 Prozent des Marktes aller smarten Produkte. Fernseher sind heute so flach wie ein Bilderrahmen. Viele Hersteller werben damit, dass man sich als Standbild immer neue digitale Leihgaben aus den Museen dieser Welt herunterladen und bewundern kann. Die gesamte Steuerung kann noch einfacher funktionieren, wenn Spracherkennungssysteme ins eigene Zuhause einziehen und selbstständig die Befehle umsetzen. So braucht man nicht einmal mehr sein Smart Phone, um beispielsweise das Licht anzusteuern, sondern gibt nur den mündlichen Befehl, der sodann ausgeführt wird. Sprachsysteme sind Befehlsempfänger, die alle mit ihnen verbundenen Geräte ansteuern können. Sie können in der Wohnung neben Licht auch Heizung und Lüftung steuern. Solche Assistenten sind äußerst lernbegierig und sammeln jede Information. Somit können sie nicht nur für einen vereinfachten Ablauf im Alltag der Hausbewohner sorgen, sondern speichern auch deren Vorlieben. Laut Prognosen werden diese Assistenten demnächst einfache Sprachbefehle auch an Dienstleister weiterleiten können, den Bewohnern systematische Empfehlungen geben oder bestimmte Wohnsituationen vorbereiten. Elf Prozent aller Umsätze im Smart Bereich wurden 2017 mit solchen Kommunikations- und Steuerungsgeräten erzielt.

Der Anteil am Umsatz an smarter Technologie bei mittelgroßen Elektrogeräten für Küche und Bad, wie Waschmaschine, Spülmaschine, Kühlschrank und Backofen, lag 2017 bei geringen fünf Prozent. Der Anteil an smarten kleinen Elektrogeräten im Küchenbereich, wie Kaffeemaschine, Mixer oder Küchenhelfer, lag bei sieben Prozent. Im Küchengerätebereich steckt also am meisten Potential und vielleicht auch Aufholbedarf. Auch bei diesen Geräten geht es nicht allein um einen Programmstart, eine Programmablaufkontrolle oder einen Funktionscheck von unterwegs. Es wird auch darum gehen, dass der Kühlschrank mit dem Küchenhelfer ein Rezept für einen erkälteten Menschen abspricht, weil die Heizung mitteilte, dass der Mensch friert. Sind die Lebensmittel dafür gerade nicht im Haus, bestellt der Kühlschrank eigenständig und die Kühl-Drohne des Händlers fliegt kurzfristig ein.

In kleinen Stadtwohnungen ist oft kaum Platz für Stauraum. So hat die Möbelindustrie beispielsweise Schränke mit ausgeklügeltem technischem Innenleben konstruiert. Die mechanischen Bewegungsabläufe von Klappbetten und -tischen, Oberschränken und Schrankecken werden dabei immer häufiger durch elektrische Motoren unterstützt und durch Apps gesteuert. Das eröffnet neue Raumkonzepte – vor allem für Micro-Apartments oder ehemalige Bürogebäude. Übrigens nicht nur für junge Menschen, sondern auch in Richtung Komfort-Wohnkonzept mit möglichst viel Barrierefreiheit für unsere immer älter werdende Gesellschaft gedacht. Auch bei Polstermöbeln rückt mit elektrisch steuerbaren und individuell anpassbaren Funktionseinstellungen das Thema Smart näher. Wie im modernen Auto lassen sich Memory-Funktionen anlegen und digital abrufen. Die gemütlichste Liegeposition im Sessel wird eingestellt und umgekehrt hilft der Sessel nach dem Nickerchen beim Aufstehen. Smart Home-Technologien eignen sich für jede Generation, sind aber für älter werdende Menschen, die länger im eigenen Zuhause bleiben wollen, besonders attraktiv. Dazu zählen Sensoren mit Sturz-Alarm unter dem Teppich, bewegungsabhängiges LED-Licht unter dem Bett oder im Kleiderschrank, Toilettenbrillen mit Reinigungsfunktion, bodentief eingebaute Duschen und fahrende Sessel. Auch Saugroboter erleben einen Aufstieg, denn sie entlasten von der lästigen Hausarbeit.

Knapp 70 Prozent aller Wohnungen in Deutschland haben einen Balkon oder eine Terrasse. Zum Eigenheim gehört außerdem oft ein Garten. Insofern ist der „Raum unter freiem Himmel“ für die meisten Menschen Bestandteil des Wohnens. Auch hier erobert sich die smarte Technologie ihre Bereiche: Ob Bewässerungs-App, vernetzte Außenbeleuchtung oder die digitale Steuerung des Rasenmähers: Smart Gardening hat Einzug in das grüne Wohnzimmer gehalten und wird in der Gartenbranche stark nachgefragt.

Quelle: Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V.

01.08.2018

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