Einfamilienhausbau und Klimaschutz sind keine Gegensätze

Das Einfamilienhaus mit Garten ist die beliebteste Wohnform der Deutschen, dennoch steht es bei den Grünen in der Kritik. Über die zentrale Bedeutung des Eigenheims tauschten sich 15 Unternehmer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) jetzt mit dem Baupolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Kai Wegner MdB, in der digitalen Diskussionsrunde „BDF-HauptstadtTALK“ aus. BDF-Präsident Hans Volker Noller betonte: „Ich halte es nicht für richtig, wohnungsbaupolitische und umweltpolitische Ziele gegeneinander auszuspielen. Beide sind wichtig und beide gehen auch im Neubau von Eigenheimen zusammen. Der Holzfertigbau macht dafür genau das richtige Angebot.“ 
Kai Wegner unterstrich die Bedeutung von Wohneigentum. Screenshot: BDF
Kai Wegner unterstrich die Bedeutung von Wohneigentum. Screenshot: BDF
Kai Wegner unterstrich die Bedeutung des Wohneigentums und der Wahlmöglichkeit der Menschen, frei über ihre Wohnsituation entscheiden zu können: „Wir dürfen die Menschen in Deutschland bei ihrem Wunsch nach einem Eigenheim nicht bevormunden. Vielmehr müssen wir sie unterstützen, in die eigenen vier Wände zu kommen, denn sie geben ihnen Sicherheit für heute und die Zukunft.“ Das Baukindergeld sei daher ein wichtiger und guter Schritt gewesen. Ein weiterer Ansatz, zu dem man sich in Gesprächen mit dem Koalitionspartner sowie der KfW-Bank befinde, sei ein Bürgschaftsprogramm, welches das Eigenkapital von Baufamilien ergänzen könne. 
  
„Ich möchte auch weiter gut durchmischte Städte, in denen Wohneigentum und Einfamilienhäuser dazugehören“, so Wegner. Mit Blick auf den Holz-Fertigbau fügte er an: „Wir werden auch den Holzbau dringend brauchen, um unsere Ziele in vielen Themen- und Anforderungsbereichen zu erreichen, beim Schaffen von Wohneigentum ebenso wie bei den Klimazielen. Ich denke dabei an Gebäudeaufstockungen, aber auch an neu gebaute, nachhaltige Ein- und Zweifamilienhäuser.“ 
  
Ein weiteres Kernthema der Diskussion war die bevorstehende Novellierung des stark diskutierten Baulandmobilisierungsgesetzes, über die die Koalitionspartner in dieser Woche beraten. Kai Wegner sagte hierzu: „Wir müssen bei der Baulandmobilisierung in die Offensive gehen, um Wohnraum in Städten und Dörfern zu schaffen.“ Es werde nicht reichen, nur auf die Innenentwicklung von Kommunen zu setzen. „Wir brauchen auch die Außenentwicklung, um den Bedarf an Wohnraum zu decken.“ 
  
Die teilnehmenden Fertighaushersteller stimmten diesen Aussagen zu, ist der Mangel an Bauland doch vielerorts längst ein Flaschenhals für die Schaffung neuen Wohnraums. Die Unternehmen waren sich einig, mehr bauwilligen Familien den Wunsch vom Eigenheim erfüllen zu können, wenn Kommunen mehr Baugrundstücke ausweisen würden. Weitere Engstellen, so hieß es aus dem Teilnehmerkreis, seien etwa die nach wie vor schleppenden Baugenehmigungsverfahren sowie die zu langsame und komplizierte Erschließung von Restgrundstücken. Wegner räumte ein: „Wir müssen schneller zur Baureife und Baugenehmigung kommen, damit die, die bauen wollen, auch bauen können.“ 
  
BDF-Präsident Noller bilanzierte: „Wir bauen zwei Drittel unserer Häuser für Familien mit Kindern. Diese Familien sind nicht schuld daran, dass es in Deutschland zu wenig bezahlbaren Wohnraum in den Zentren gibt. Statt Bauverboten brauchen wir also eine intelligente und bedarfsgerechte Stadtplanung, die ökologischen und sozialen Ansprüchen genügt.“

Quelle: Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.

30.03.2021

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