Lithium-Ionen-Akkus: wachsende Herausforderung für den Brandschutz

Ursachen: thermisches Durchgehen als kritisches Szenario
Zurückführen lässt sich die Brandgefahr bei Lithium-Ionen-Akkus auf das sogenannte „thermische Durchgehen“. Dabei kommt es infolge eines Defekts oder einer Fehlbeanspruchung zu einer unkontrollierten Kettenreaktion im Inneren der Batterie. Temperaturen von über 1.000 °C sind möglich, wodurch sich Brände schnell ausbreiten können. Zu den häufigsten Auslösern zählen Überladung, mechanische Beschädigungen, Kurzschlüsse sowie die Verwendung ungeeigneter Ladegeräte. „Für Gebäude und gewerbliche Nutzungen ergeben sich daraus spezifische Gefährdungslagen. Akkus werden häufig in Innenräumen geladen oder gelagert, etwa in Wohnungen, Werkstätten oder Lagerbereichen. Kommt es hier zu einem Brand, breitet sich dieser aufgrund der hohen Energiedichte schnell aus und kann zu erheblichen Sachschäden sowie Gefährdungen für Personen führen“, erläutert Sachse und ergänzt: „In Industrie und Logistik verschärft sich das Risiko zusätzlich durch größere Batteriesysteme, etwa in E-Gabelstaplern oder stationären Energiespeichern. Hier können Brände nicht nur Produktionsausfälle verursachen, sondern auch die Betriebssicherheit massiv beeinträchtigen.“Brandschutzmaßnahmen: Prävention im Fokus
Um das Risiko von Bränden zu minimieren, lässt sich eine Kombination aus organisatorischen, baulichen und technischen Maßnahmen empfehlen. Zentrale Bedeutung hat die fachgerechte Nutzung und Wartung der Akkus. Beschädigte oder gealterte Batterien sollten umgehend außer Betrieb genommen werden. Ebenso gilt es ausschließlich zertifiziertes Ladeequipment zu verwenden – um Überlastungen zu vermeiden – und Akkus nicht unbeaufsichtigt über Nacht oder in Fluchtwegen zu laden. Für gewerbliche Anwendungen und die Lagerung sind definierte Bereiche sinnvoll, die sich nicht in der Nähe von brennbaren Materialien befinden und brandschutztechnisch abgesichert sind, etwa durch feuerbeständige Abtrennungen oder automatische Löschsysteme. „Da bei diesen Bränden enorme Hitze entsteht, gilt es zur Eindämmung Löschmittel mit einem hohen Kühleffekt einzusetzen – größere Mengen Wasser sind dazu in der Lage. Sprinkleranlagen reagieren beispielsweise schnell und können viel Wasser im Brandbereich abgeben. Sie eignen sich für eine Tiefgarage oder auch Industriehallen, Lager und Produktionsstätten“, berichtet der Brandschutzexperte und ergänzt: „Allerdings gibt es bisher keine perfekte Brandschutzlösung, denn Lithium-Ionen-Akkus selbst können nicht gelöscht werden. In der Regel werden die Akkus an eine sichere Stelle gebracht, um sie dort ausbrennen zu lassen.“ Um Feuer und Rauch möglichst frühzeitig zu detektieren, lassen sich deshalb Brandmeldeanlagen empfehlen. Sie können Alarmierungseinrichtungen und Löschsysteme aktivieren, Feuerschutztüren schließen, Rauch- und Wärmeabzüge starten und falls gewünscht die Feuerwehr anfordern. Ein häufig unterschätztes Thema ist auch die Entsorgung: Lithium-Ionen-Akkus dürfen keinesfalls im Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen bei Rücknahmestellen im Handel oder Wertstoffhöfen abgegeben werden.25.05.2026
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