Vorsicht im Garten: Warum Gartenarbeit für Igel tödlich enden kann

Igel gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Deutschland. Dabei tragen Millionen Hobbygärtner unbewusst zu ihrem Rückgang bei, während sie ihre Gärten sommerfest machen. Denn der Garten steckt für die kleinen Tiere voller Gefahren – von schweren Verletzungen bis zu tödlichen Folgen.
  • MyHammer-Video zur Kampagne „Hilf den Igeln“ warnt vor Garten-Gefahren im Frühjahr.
  • Igelbestand stark gesunken: von über 2 Mio. auf ca. 800.000 bis 1,2 Mio. in 30 Jahren.
  • Vor dem Mähen Rasen absuchen, langsam starten: Igel verstecken sich im hohen Gras.
  • Gefahren vermeiden: kein Schneckenkorn/Pestizide, Wasserflächen & Abflüsse abdecken/absichern.
  • Igel helfen: Öffnung 13 x 13 cm in Zaun/Hecke, Hund nachts nur unter Aufsicht.
Vorsicht im Garten: Warum Gartenarbeit für Igel tödlich enden kann. Foto: Mr. SRC / pixabay.com
Vorsicht im Garten: Warum Gartenarbeit für Igel tödlich enden kann. Foto: Mr. SRC / pixabay.com​​​​​​
Im Rahmen der Kampagne „Hilf den Igeln“ hat MyHammer, eine Plattform zur Vermittlung von Handwerkern, ein Video veröffentlicht, das auf typische Gefahren im Garten aufmerksam macht und zeigt, wie sich diese mit simplen Tipps vermeiden lassen. Von offenen Abflüssen bis hin zum Rasenmähen: Mit einfachen Maßnahmen können Gartenbesitzer aktiv dazu beitragen, Igel im Frühjahr zu schützen.
 
Das Video erscheint im Rahmen der Igel-Aufkärungswoche, die vom 3. bis 9. Mai 2026 stattfindet. Ziel der Kampagne ist es, auf den drastischen Rückgang der Igelpopulation aufmerksam zu machen und Deutsche darüber zu informieren, wie sie helfen können.
 
Die Zahl der Igel in Deutschland ist in den vergangenen 30 Jahren stark zurückgegangen – von über zwei Millionen auf nur noch etwa 800.000 bis 1,2 Millionen Tiere. Gründe dafür sind unter anderem die Zerstückelung von Lebensräumen, zunehmende Bebauung und die Ausbreitung urbaner Flächen. Laut MyHammer haben 10 % der Deutschen noch nie einen Igel in freier Wildbahn gesehen. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 17 %. Gleichzeitig möchten 65 % der Befragten gerne aktiv zum Schutz der Tiere beitragen.
 
Gartenexperte Daniel Gottschalk von MyHammer betont, wie wichtig es ist, im Garten auf Igel zu achten:
 
„Viele wissen nicht, wie man wirklich etwas zum Schutz von Wildtieren beitragen kann. Dabei sind einfache Veränderungen im eigenen Garten ein guter Anfang.”
 
„Das Beste daran: Die Maßnahmen sind leicht umzusetzen und in der Regel günstig. Ob das Planschbecken abzudecken oder etwas Futter bereitzustellen: Jeder kann einen Beitrag leisten.”
 
„Auch wenn Sie einen kleinen Garten oder eine Einfahrt haben, können Sie den Igeln aktiv helfen. Besonders wichtig ist es beispielsweise, dass sie Zugang zum Garten haben. Schon eine kleine Öffnung von etwa 13 x 13 cm in Zäunen oder Hecken hilft ihnen. Auch ein selbstgebautes Igelhaus bietet Schutz und lässt sich mit wenig Material einfach umsetzen.“

Dieser Leitfaden von MyHammer.de hilft Ihnen dabei, Ihren Garten im Handumdrehen in ein Igelparadies zu verwandeln:

Garten vor dem Mähen absuchen

Vielleicht möchten Sie im Mai bewusst weniger mähen, um die Tierwelt zu unterstützen. Wenn Sie Ihren Rasen dennoch mähen oder trimmen, sollten Sie zuvor unbedingt die Stellen mit hohem Gras kontrollieren. Igel halten sich besonders gern im dichten Gras auf, um zu schlafen oder Schutz zu suchen. Laufen Sie den Rasen vor dem Mähen also am besten kurz ab und prüfen Sie, ob sich Tiere verstecken. Fangen Sie anschließend langsam an zu mähen, damit die Igel das Geräusch wahrnehmen und rechtzeitig flüchten können. Das dauert nur 30 Sekunden und kann Leben retten.

Auf Pestizide und Schneckenkorn verzichten

Schneckenkorn ist für Igel extrem schädlich – verzichten Sie am besten darauf. Chemische Pflanzenschutzmittel können die gesamte Nahrungskette vergiften. Setzen Sie stattdessen auf naturnahe Alternativen, um Igel und andere Wildtiere zu schützen. Wenn es darum geht, Schnecken fernzuhalten, haben sich beispielsweise sogenannte „Bierfallen“ (teilweise abgedeckte Schalen mit Bier im Boden) oder Kaffeesatz bewährt.

Vor Wasserquellen schützen

Igel sind zwar gute Kletterer, doch Planschbecken oder Teiche werden schnell zur tödlichen Falle, wenn die Tiere hineinrutschen und nicht mehr herauskommen. Decken Sie also besser Wasserflächen ab oder sorgen Sie für eine Ausstiegshilfe, etwa in Form einer Rampe.

Abflüsse sichern

Auch offene Abflüsse werden schnell zur Gefahr: Igel können leicht hineinfallen, schaffen es jedoch oft nicht mehr selbstständig hinaus. Decken Sie Abflüsse daher möglichst ab – entweder mit passenden Abdeckungen oder vorübergehenden Lösungen wie einem mit Wasser gefüllten Beutel.

Haustiere im Blick behalten

Selbst der liebste Hund kann für Igel gefährlich werden. Haustiere gelten als häufige Ursache für Verletzungen oder Todesfälle. Lassen Sie Ihren Hund bei Dämmerung oder nachts daher nur unter Aufsicht in den Garten und sorgen Sie außerdem für ausreichend Beleuchtung.

Zugang zum Garten sicherstellen

Damit Ihr Garten Igeln ein Zuhause bieten kann, sollte er gut zugänglich sein. Igel sind nachtaktiv und legen jede Nacht Strecken von ein bis zwei Kilometern zurück. Schneiden Sie daher eine etwa 13 x 13 cm große Öffnung in den unteren Bereich von Zäunen oder Hecken oder graben Sie einen kleinen Durchgang darunter. Alternativ erleichtert eine Hecke den Zugang und bietet zusätzlichen Schutz. Klären Sie solche Maßnahmen im Vorfeld unbedingt mit Ihren Nachbarn ab.

Resümee von Marinus Falkner (Redaktion “fertighaus.com“)
Mit der Gartensaison steigt auch die Gefahr für Igel durch Rasenmäher, offene Schächte oder andere Gartenarbeiten. MyHammer ruft Gartenbesitzer deshalb zu mehr Rücksicht auf und zeigt einfache Maßnahmen zum Schutz der Tiere. Schon kleine Veränderungen wie Durchgänge im Zaun oder sichere Rückzugsorte können dazu beitragen, den stark rückläufigen Igelbestand zu unterstützen.
Quelle: MyHammer GmbH

05.08.2026

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