Verglasung - Baulexikon Begriffsdefinition


Verglasung

Einscheibenverglasungen, wie sie noch in Altbauten zu finden sind, werden heute aus Energiespargründen bei Wohngebäuden nicht mehr eingesetzt. Bei der Wahl der Fensterscheibe kommt es auf einen möglichst niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten an, der auch als k-Wert bekannt ist. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser sind die Wärmedämmeigenschaften. Einfaches, vier Millimeter dickes Glas hat einen k-Wert von 5,8. Der von Standardisolierglas liegt bei 3,0 W/(m²K). Standardisolierglas besteht aus zwei je vier Millimeter dicken Scheiben mit einem zehn bis sechzehn Millimeter großen Zwischenraum. Für den Wert entscheidend ist weniger die Dicke der beiden Glasscheiben als vielmehr die Stärke des Luftzwischenraums. Bei Wärmeschutzglas wird eine der beiden Scheiben mit einer hauchdünnen, unsichtbaren Silberbeschichtung versehen und die Luft zwischen beiden Scheiben durch Edelgas ersetzt. Dieses Glas wirkt wie eine Energiefalle: Kurzwellige Sonnenstrahlen können durch das Glas hindurch relativ ungehindert in den Innenraum eindringen; für langwellige Wärmestrahlung ist die Silberschicht auf dem Glas nahezu undurchlässig. Der k-Wert sinkt auf 1,3 W/(m²K). Bei Schallschutzglas werden beide Glasscheiben unterschiedlich stark ausgeführt. Je schwerer eine Scheibe ist, desto besser dämmt sie den Schall. Die äußere Scheibe ist daher dicker als die innere, so dass beide Scheiben unterschiedlich schwingen. Die Stärke des Scheibenzwischenraums spielt auch beim Schallschutz eine wichtige Rolle. Schweres Gas anstelle von Luft verstärkt die Dämmung des Schalls. Die Glasindustrie hat die verschiedenen Fensterscheibentypen in Schallschutzklassen eingeteilt. Einfaches Zwei-Scheiben-Isolierglas kann 32 Dezibel schlucken, spezielles Schallschutzglas der höchsten Klasse sechs dämmt einen Schall von über 50 Dezibel. Dieser Wert entspricht dem Lärm einer vielbefahrenen Straße vor der Haustür.