Gründach - Baulexikon Begriffsdefinition


Gründach

Pflanzen auf dem Dach wirken nicht nur freundlicher als graue Dachpappe oder nüchterne Kiesschüttungen, sondern sind auch wertvoll für das Kleinklima: Schon das Grün auf der Dachfläche einer Garage setzt soviel CO2 um wie ein ausgewachsener Laubbaum.

Eine 1,4 Quadratmeter große, begrünte Dachfläche erzeugt die Menge Sauerstoff, die ein Mensch im Jahr benötigt. Darüber hinaus filtert die Bepflanzung ein Fünftel der in der Luft enthaltenen Staubpartikel.

Gründächer besitzen einen mehrschichtigen Aufbau: Zunächst wird das Dach ordnungsgemäß mit Dichtungsbahnen, etwa aus Bitumen, abgedichtet. Damit die Pflanzenwurzeln nicht die Dachhaut beschädigen können, kommt ein Durchwurzelungsschutz auf die Dachhaut. Darauf wird eine Drainageschicht verlegt, durch die das überschüssige Regenwasser abfließen kann.

Über die Drainage wird ein Vlies als Filter verlegt, das verhindert, dass die Drainage verschlammt. Auf die Filterschicht bringt man schließlich das eigentliche Pflanzsubstrat auf.

Für die Bepflanzung auf dem Dach eignen sich nur anspruchslose Pflanzen wie Moose, Gräser und Wildkräuter, die schon nach kurzer Zeit einen dichten Pflanzteppich bilden und auch Trockenperioden unbeschadet überstehen.

Werden Dachabdichtung und Wurzelschutz unter der grünen Decke fachgerecht geplant und ausgeführt, haben die Dächer eine längere Lebenserwartung als normale Flachdächer, da das Gründach nicht so starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist wie ein herkömmliches Flachdach.

Statt einem Temperaturgefälle von minus 20 bis plus 80 Grad Celsius treten auf dem Gründach nur Temperaturen von null bis plus 30 Grad auf.