Regenwasser clever nutzen – Zisternen für Garten und Haushalt

Wasser ist unsere wertvollste Ressource. Gleichzeitig wird Trinkwasser aufwendig aufbereitet und kostet Geld, während Regenwasser kostenlos vom Himmel fällt. Für Hausbesitzer und Bauherren liegt hier ein enormes Sparpotenzial. Die Nutzung von Regenwasser ist ein logischer Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Eine Zisterne sammelt dieses wertvolle Nass und stellt es genau dann zur Verfügung, wenn Sie es brauchen.
Regenwasser mit Zisterne im Garten und Haushalt nutzen. Sparen Sie Kosten und schonen Sie die Umwelt. Foto: schulzie / iStock.com
Regenwasser mit Zisterne im Garten und Haushalt nutzen. Sparen Sie Kosten und schonen Sie die Umwelt. Foto: schulzie / iStock.com

Warum Regenwasser sammeln – mehr als nur Gießwasser

Der Gedanke, Regenwasser zu nutzen, ist keineswegs neu. Früher dienten Regentonnen primär der Gartenbewässerung. Moderne Regenwassernutzung geht jedoch weit darüber hinaus.

Angesichts steigender Wasser- und Abwassergebühren sowie trockener werdenden Sommern gewinnt das Sammeln von Niederschlagswasser an Relevanz. Es schont nicht nur den Geldbeutel, sondern entlastet auch die kommunalen Abwassersysteme bei Starkregen. Wer Regenwasser auffängt, handelt ökonomisch und ökologisch vorausschauend.

Die Zisterne – das Herzstück der Regenwassernutzung

Eine Zisterne ist ein unterirdischer oder oberirdischer Tank, der das von den Dachflächen abfließende Regenwasser speichert. Anders als die klassische Regentonne umfassen Regenwasserspeicher Tausende Liter und sind als System konzipiert.

Der ideale Einstieg – Komplettsets für Bauherren

Moderne Regenwassernutzungsanlagen bestehen aus mehreren Komponenten: dem Tank, einem Filtersystem, einer Pumpe und den nötigen Anschlüssen. Die Planung dieser Einzelteile kann komplex sein. Bauherren nutzen für den Einstieg daher am besten ein Zisternen-Komplett-Set.

Solche Sets sind darauf ausgelegt, dass alle Bauteile optimal aufeinander abgestimmt sind. Dies vereinfacht nicht nur die Auswahl und den Kauf, sondern gewährleistet auch eine reibungslose Installation und eine hohe Betriebssicherheit des gesamten Systems.

Die Vorteile der Regenwassernutzung – sparsam und ökologisch

Die Entscheidung für eine Zisterne bringt eine Fülle von positiven Aspekten mit sich. Die direkten Vorteile der Regenwassernutzung überzeugen Hausbesitzer auf ganzer Linie. Weiches Regenwasser ist ideal für die Gartenbewässerung und reduziert den Bedarf an teurem Trinkwasser erheblich.
  • Kostenersparnis: Trinkwasser für die Toilettenspülung oder Gartenbewässerung zu verwenden, ist unnötig teuer. Gesammeltes Regenwasser senkt die Wasserrechnung spürbar.
  • Pflanzengesundheit: Regenwasser ist von Natur aus kalkarm. Pflanzen im Garten und auf dem Balkon gedeihen mit diesem weichen Wasser sichtlich besser als mit hartem Leitungswasser.
  • Umweltschutz: Jeder Liter Regenwasser, der genutzt wird, wird nicht vom Grundwasser oder Oberflächenwasser entnommen. Dies schont wertvolle Ressourcen.
  • Geräteschonung: Bei der Nutzung im Haushalt, etwa für die Waschmaschine, verhindert das kalkarme Wasser Ablagerungen und spart somit Waschmittel, Enthärter und Reparaturkosten.

Planung und Dimensionierung – die richtige Größe

Eine Zisterne muss zur Immobilie passen. Die korrekte Dimensionierung ist entscheidend für die Effizienz der Anlage. Ist der Tank zu klein, läuft er bei Regen schnell über und ist bei Trockenheit zu schnell leer. Ein überdimensionierter Tank verursacht unnötige Anschaffungs- und Erdarbeitskosten. Außerdem steht das Wasser zu lange.

Die Zisternengröße berechnen – was zählt

Um die ideale Größe der Zisterne zu berechnen, benötigen Sie drei Kernwerte. Für ein Einfamilienhaus sind das die Größe der angeschlossenen Dachfläche, die durchschnittliche Niederschlagsmenge Ihrer Region und der geplante Wasserbedarf.

Nutzen Sie das Wasser nur für den Garten, reicht ein kleineres Volumen. Soll es auch im Haushalt fließen, muss der Speicher größer dimensioniert werden. Fachbetriebe oder detaillierte Online-Rechner helfen bei der exakten Ermittlung des optimalen Volumens.

Regenwasser im Haushalt nutzen – Technik und Potenziale

Der konsequente nächste Schritt ist, Regenwasser auch im Haus zu nutzen. Besonders viel Trinkwasser lässt sich bei der Toilettenspülung und beim Wäschewaschen einsparen, da hier keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Voraussetzung ist ein vom Trinkwassernetz vollständig getrenntes „Betriebswasser“-System mit eigenem Leitungsnetz.

Die Trinkwasserverordnung und die DIN EN 1717 verlangen einen sicheren Systemtrenner (zum Beispiel freien Auslauf oder Nachspeisemodul), damit es zu keinem Rückfluss in die Trinkwasserinstallation kommen kann. Planung, Installation und Anmeldung beim Versorger sollten immer von einem SHK-Fachbetrieb (Sanitär, Heizung, Klima) übernommen werden, der die Einhaltung aller einschlägigen Normen garantiert.

Einbau und Installation – was Sie beachten sollten

Die gängigste Form der Zisterne ist der Erdtank. Dieser wird im Garten eingegraben und stört die Optik nicht. Bauherren haben hier die Wahl zwischen Tanks aus Kunststoff (PE) oder Beton.

Kunststoffzisternen sind leichter und einfacher zu transportieren und zu installieren. Betonzisternen sind extrem robust, langlebig und durch ihr hohes Eigengewicht auftriebssicher. Sie eignen sich auch für Bereiche, die später befahren werden sollen, etwa unter einer Garagenzufahrt. Der Einbau erfordert Erdarbeiten, die bei einem Neubau am einfachsten eingeplant werden können.

Die Zisterne am Haus – mit welchen Kosten ist zu rechnen

Die Zisterne am Haus ist mit Kosten verbunden, die als langfristige Investition zu sehen sind. Die Preisspanne ist dabei beträchtlich. Einfache Komplettsets für die reine Gartennutzung sind bereits für mittlere vierstellige Beträge realisierbar. Anlagen, die auch den Haushalt versorgen sollen, sind aufwendiger.

Hier müssen Kosten für größere Tanks, leistungsfähigere Pumpen, feinere Filter und die separate Rohrinstallation im Haus einkalkuliert werden. Abhängig von der Größe und dem Umfang der Erdarbeiten können die Gesamtkosten variieren. Es lohnt sich, lokale Förderprogramme zu prüfen, da manche Kommunen den Einbau von Zisternen finanziell bezuschussen.

Wartung und Pflege – so bleibt das System intakt

Eine Regenwasserzisterne ist ein wartungsarmes System. Dennoch ist eine minimale Pflege notwendig, um die Wasserqualität und die Funktion der Anlage dauerhaft zu sichern. Das Filtersystem vor dem Tank fängt Blätter und groben Schmutz ab und sollte regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.
  • Filterkontrolle: Der Zulauffilter sollte je nach Laubaufkommen ein- bis zweimal jährlich gereinigt werden.
  • Pumpenwartung: Die Pumpe selbst ist meist wartungsfrei, eine Sichtkontrolle vor der Gartensaison ist dennoch empfehlenswert.
  • Sedimentprüfung: Trotz Filterung lagern sich über Jahre feine Partikel am Boden ab (Sediment). Dieses Sediment ist unproblematisch und trägt sogar zu einem stabilen mikrobiologischen Ökosystem im Tank bei. Nur alle fünf bis zehn Jahre sollte geprüft werden, ob die Sedimentschicht entfernt werden muss.

Fazit – eine Investition, die sich rechnet

Der Bau eines Hauses ist der ideale Zeitpunkt, um über eine nachhaltige Wasserversorgung nachzudenken. Eine Zisterne ist weit mehr als nur eine erweiterte Regentonne. Sie ist ein intelligentes System, das ökologische Verantwortung mit handfesten ökonomischen Vorteilen verbindet. Sie sparen bares Geld bei den Wasser- und Abwassergebühren und versorgen Ihre Pflanzen mit dem besten Wasser, das es gibt.

In Zeiten des Klimawandels hilft eine Zisterne zudem, bei Starkregen die Kanalisation zu entlasten und in Trockenperioden Wassermangel vorzubeugen. Die Installation einer Zisterne ist eine kluge Entscheidung, die den Wert Ihrer Immobilie steigert und die Umwelt nachhaltig schont.

Quelle: ay.tf.

17.11.2025

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