Photovoltaik wächst – Solarbranche warnt vor politischer Ausbaubremse

Im ersten Halbjahr 2026 wurde in Deutschland rund neun Prozent mehr Solarstromleistung installiert als im Vorjahreszeitraum. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft beruht das Plus jedoch vor allem auf Sondereffekten. Geplante Kürzungen der Solarförderung und weitere Marktbarrieren könnten den Ausbau ab 2027 deutlich bremsen.
  • Nach verhaltenem Start zieht die Nachfrage nach Dach-Solaranlagen zuletzt deutlich an.
  • H1/2026: 7,4 GWp neu (+9% ggü. 6,8 GWp); Ausbau noch auf Kurs, aber zu langsam bis 2030.
  • BSW: Vorzieheffekte durch geplantes Ende der EEG-Förderung ab 2027 und Wunsch nach Energieunabhängigkeit.
  • Branche warnt: Reformen wie Direktvermarktungspflicht & Wegfall von Entschädigungen bremsen Ausbau und Jobs.
  • Stand: >6 Mio. PV-Anlagen (125 GW) + 2,7 Mio. Speicher decken ~20%; Ziel 215 GW bis 2030.
Photovoltaik wächst – Solarbranche warnt vor politischer Ausbaubremse. Foto: Michael Pointner / pixabay.com
Photovoltaik wächst – Solarbranche warnt vor politischer Ausbaubremse. Foto: Michael Pointner / pixabay.com
Nach einem verhaltenen Jahresauftakt hat die Nachfrage nach Solaranlagen auf Wohngebäuden in den vergangenen Wochen deutlich angezogen. Als Ursachen nennt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) den gestiegenen Wunsch vieler Haushalte nach mehr Energieunabhängigkeit infolge der Energiekrisen im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg. Zusätzlich hätten die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die EEG-Förderung für neue Solaranlagen ab 2027 weitgehend abzuschaffen, in den letzten Wochen zu spürbaren Vorzieheffekten geführt.

Nach einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur wurden im ersten Halbjahr 2026 rund neun Prozent mehr Photovoltaik-Leistung neu installiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wurden für das erste Halbjahr 2026 rund 7,4 Gigawattpeak (GWp) an neuer Solarstromleistung installiert, so waren es im Vorjahreszeitraum zum gleichen Stichtag rund 6,8 GWp.

Damit bleibt der Ausbau derzeit noch auf Kurs. Nach Einschätzung des BSW-Solar reicht das aktuelle Tempo jedoch nicht aus, um die gesetzlichen Ausbauziele bis 2030 dauerhaft zu erreichen. Dafür müsse der Zubau in allen Marktsegmenten weiter steigen.

„Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Durch mehr E-Autos, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen wird der Strombedarf wachsen. Deshalb darf der Ausbau von Solaranlagen auf Dächern, Fassaden und Freiflächen jetzt nicht ausgebremst werden.“

Der Verband warnt zugleich vor den geplanten Änderungen im Rahmen der EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Insbesondere die vorgesehene Streichung der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Solaranlagen sowie der Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen würden nach Einschätzung von Wissenschaft und Branche den Solarausbau deutlich verlangsamen und Investitionen erschweren. Davon wären auch zehntausende Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette betroffen.

„An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei“, betont Körnig. „Statt Investoren und Verbraucher mit unausgereiften Reformvorschlägen zu verunsichern, braucht Deutschland verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“

Derzeit sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie inzwischen etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Nach den gesetzlichen Ausbauzielen soll die installierte Solarstromleistung bis 2030 auf 215 Gigawatt steigen.

Dass ein beschleunigter Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile bringt, zeigt zudem eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass durch den verstärkten Einsatz von Batteriespeichern Milliardenkosten für Verbraucher, Wirtschaft und öffentliche Haushalte vermieden werden können.

Resümee von Andrea Schaffeld (Redaktion “fertighaus.com“)
Der Photovoltaikausbau in Deutschland wächst weiter, doch die Solarbranche sieht darin vor allem einen kurzfristigen Effekt vor geplanten Förderkürzungen. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt, dass die angekündigten Reformen Investitionen bremsen und die Ausbauziele gefährden könnten. Gefordert werden verlässliche politische Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau von Solarenergie und Speichern.
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V.

22.07.2026

Hausbaunews

Blackout: Zwei Drittel der Deutschen ...

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält die Stromversorgung hierzulande für sicher. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Gleichzeitig ist das ...

Nach dem Hausbau selbst Hand anlegen: ...

Ein neues Haus ist irgendwann fertig. Das Grundstück meistens nicht. Nach dem Einzug tauchen oft Projekte auf, die während der eigentlichen Bauphase kaum eine Rolle gespielt haben. In der Garage ...

Schutzfolien und Klebereste nach der ...

Kurz nach der Übergabe eines neu gebauten Hauses stehen frisch eingebaute Fenster oft noch voller Baustaub, Mörtelspritzer und Reste der Schutzfolie. Wer jetzt zum ersten Mal putzt, merkt schnell: ...

Wärmepumpe beim Hausbau: Welches ...

Wer aktuell ein Haus baut oder eine bestehende Immobilie saniert, kommt an der Frage nach dem passenden Heizsystem kaum vorbei. Wärmepumpen gelten inzwischen als Standardlösung für die ...

Ladestation für E-Autos: 4 Fragen, die ...

Immer mehr Autofahrer in Deutschland steigen auf Elektrofahrzeuge um. Daher steigt aktuell die Nachfrage nach privaten E-Auto-Ladestationen für Zuhause. Laut aktuellen Daten von Google Trends sind ...

Tipps zum Schutz von Holzböden

Sie sind der Inbegriff für gemütliches Wohnen: Holzböden im Eigenheim, als Parkett oder als Dielen verlegt. Um die elegante Schönheit des natürlichen Materials zu bewahren, sollte es ...

Musterhäuser

FamilyStyle 21.02 S

Preis ab
171.999 €
Fläche
189,00 m²
Raumwunder 90

Preis ab
211.620 €
Fläche
86,78 m²
Liesl

Preis ab
724.955 €
Fläche
167,00 m²
Haas Z 159 C

Preis ab
297.000 €
Fläche
160,14 m²
Augenthaler

Preis ab
580.000 €
Fläche
245,10 m²
Privat 191

Preis ab
0 €
Fläche
190,14 m²

0