Entscheidungshilfe: Keller oder Bodenplatte?
Wohnkeller sind bei Bauherren gefragt
Über die Nutzfläche hinaus hält ein moderner Keller fast immer auch ein Plus an Wohnfläche bereit, wie Florian Geisser von der GÜF erklärt: „Die Zeiten des reinen Nutzkellers für Kartoffeln, Konserven und die Ölheizung sind längst vorbei. Die allermeisten Bauherren möchten einen Keller zum Wohnen – mit behaglichem Raumklima, komfortabler Deckenhöhe und reichlich Tageslicht.“ Die Umsetzung eines derartigen Wohnkellers sei für die GÜF-Unternehmen an der Tagesordnung. Unter anderem mit effektiv gedämmten Kellerwänden, mit innovativen Lichtschächten und Lichthöfen sowie nicht zuletzt mit einer ganzheitlichen Raum- und Grundrissplanung. Bei einem Baugrundstück in Hanglage etwa könne eine breite Fensterfront an der dem Tal zugewandten Seite des Kellers je nach Raumaufteilung das gesamte Untergeschoss mit Tageslicht und frischer Luft versorgen.„Es gibt für jedes Bundesland baurechtliche Vorgaben für Wohnräume, an denen auch die Kriterien eines Wohnkellers etwa im Bereich der Belüftung, Tageslichtversorgung und Deckenhöhe angelehnt sind“, sagt Geisser. „Eine lichte Deckenhöhe von 2,40 Meter oder auch mehr lässt sich mit den industriell vorgefertigten Betonelementen eines Fertigkellers problemlos realisieren. Das trägt maßgeblich zur Behaglichkeit im Untergeschoss bei.“
Mehrkosten vs. Mehrwert eines Kellers
Das häufigste Argument gegen einen Keller sind die vermeintlichen Mehrkosten. Betrachtet man allerdings die gesamte Bausumme, fällt auf, dass die Kosten für ein unterkellertes Haus nur durchschnittlich 20 Prozent über den Kosten für ein Haus ohne Keller liegen. Und das bei einem Zugewinn von bis zu 40 Prozent an Nutz- und Wohnfläche. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass sich die Entscheidung gegen einen Keller nicht mehr rückgängig machen lässt. Einzelne überirdische Räume hingegen lassen sich auch später noch problemlos ausbauen, wenn sich der Bauherr dazu entschließt, zunächst in einen Keller zu investieren. Auch bei einem etwaigen Weiterverkauf der Immobilie macht sich das Untergeschoss bezahlt.
Keine Bodenplatte in Eigenleistung!
Grundsätzlich empfiehlt der GÜF-Experte auch bei der Bodenplatte nicht auf den günstigsten Preis zu achten und schon gar nicht, diese in Eigenleistung zu errichten. „In den Erzählungen von Eltern und Großeltern hört sich das Gießen einer Bodenplatte in Eigenregie vielleicht noch leicht an. In der heutigen Baupraxis gehört aber weitaus mehr dazu, will man ein über viele Jahrzehnte sicheres Fundament für das Eigenheim errichten.“ Selbstversuche könnten zu hohen Folgekosten führen, etwa bei fehlerhafter Abdichtung oder Entwässerung oder wenn länger dauernde Arbeiten den gesamten Hausbau aus dem Zeitplan bringen. „Zu den wesentlichen Qualitätsmerkmalen einer fachmännischen Bodenplatte gehören deren Maßhaltigkeit und Frostsicherheit sowie die korrekte Ausführung der Entwässerung inklusive etwaiger Rückstausicherung“, weiß Geisser. Sowohl vor dem Bau einer Bodenplatte als auch eines Kellers sei außerdem ein geologisches Gutachten von Nöten, damit das Fundament des Hauses sicher auf die Gegebenheiten des Bodens angepasst werden könne. Für die Last, die das Haus später auf den Keller oder die Bodenplatte ausübt, ist außerdem der Einfluss der gesamten Statik auf das Fundament zu berücksichtigen.„Es gibt gute Gründe für einen Keller und auch persönliche Argumente für eine Erdgeschoss-Bodenplatte – in beiden Fällen ist die Qualität der tragenden Konstruktion im Erdreich entscheidend, damit nicht die Gesamtinvestition ins Wanken gerät. Das RAL Gütezeichen ‚Fertigkeller‘ kennzeichnet Hersteller, die sowohl ein Untergeschoss als auch eine Bodenplatte in nachweislich fachmännischer und qualitätsgeprüfter Bauart errichten“, schließt der Experte.
25.07.2021
Hausbaunews
Wie viel Haus kann ich mir leisten? ...
Schon vor dem ersten Spatenstich sollte Ihr Haus zumindest auf dem Papier stehen – idealerweise nicht als unbezahlbares Traumschloss. Spätestens beim Finanzierungsplan muss klar sein, wie die ...
Werte erhalten: Holzböden richtig ...
Ein warmer Holzboden unter den Füßen – für viele ist das der Inbegriff von Wohnlichkeit. Denn Holz wirkt natürlich, fühlt sich auch barfuß gut an und verleiht jedem Raum eine behagliche ...
Strom sparen im Alltag: Kleine ...
Steigende Strompreise bringen viele Haushalte finanziell an ihre Grenzen. Doch oft reichen schon wenige Veränderungen im Alltag, um die Stromkosten spürbar zu senken. In vielen Wohnungen verstecken ...
Bausparen, ETF oder Tagesgeld?
Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden braucht Zeit. Für das notwendige Eigenkapital sparen deutsche Haushalte im Schnitt rund 14 Jahre – das hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft ...
Präzision im Detail: Die passende ...
Ein Fertighaus besticht durch seine präzise Planung und kurze Bauzeit. Damit das Endergebnis überzeugt, müssen Details wie die Sanitärausstattung bereits in der Bemusterungsphase exakt festgelegt ...
Eigenleistungen am Bau mit anderen ...
Weil der Bau eines Eigenheims zunehmend ins Geld geht, legen private Bauherren oft selbst Hand an, um Kosten zu senken. Laien müssen hierfür das nötige Know-how mitbringen, in manchen Bereichen ...