Entscheidungshilfe: Keller oder Bodenplatte?

Keller oder Bodenplatte? – Fast jeder angehende Bauherr steht früher oder später vor dieser Frage. Die Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF) nennt Argumente, die bei der Entscheidungsfindung helfen können. 
Ein Keller vergrößert die Nutzfläche und die Wohnfläche des Hauses. Besonders auf einem Hanggrundstück ist er die bessere Wahl. Foto: GÜF / Bürkle
Ein Keller vergrößert die Nutzfläche und die Wohnfläche des Hauses. Besonders auf einem Hanggrundstück ist er die bessere Wahl. Foto: GÜF / Bürkle
Grundsätzlich bietet ein Keller heute fast nur Vorteile, sofern der Bauherr keinen barrierefreien Bungalow plant – und selbst dann gibt es kompakte Modulkeller, die als Platzreserve in Frage kommen können. Ein Keller schafft Nutzfläche, die insbesondere für die Haus- und Heiztechnik, aber beispielsweise auch für eine Garage, Werkstatt oder Abstellkammer genutzt werden kann. Die oberen Stockwerke, die in der Entstehung teurer sind, werden so sinnvoll entlastet. 

Wohnkeller sind bei Bauherren gefragt 

Über die Nutzfläche hinaus hält ein moderner Keller fast immer auch ein Plus an Wohnfläche bereit, wie Florian Geisser von der GÜF erklärt: „Die Zeiten des reinen Nutzkellers für Kartoffeln, Konserven und die Ölheizung sind längst vorbei. Die allermeisten Bauherren möchten einen Keller zum Wohnen – mit behaglichem Raumklima, komfortabler Deckenhöhe und reichlich Tageslicht.“ Die Umsetzung eines derartigen Wohnkellers sei für die GÜF-Unternehmen an der Tagesordnung. Unter anderem mit effektiv gedämmten Kellerwänden, mit innovativen Lichtschächten und Lichthöfen sowie nicht zuletzt mit einer ganzheitlichen Raum- und Grundrissplanung. Bei einem Baugrundstück in Hanglage etwa könne eine breite Fensterfront an der dem Tal zugewandten Seite des Kellers je nach Raumaufteilung das gesamte Untergeschoss mit Tageslicht und frischer Luft versorgen. 
  
„Es gibt für jedes Bundesland baurechtliche Vorgaben für Wohnräume, an denen auch die Kriterien eines Wohnkellers etwa im Bereich der Belüftung, Tageslichtversorgung und Deckenhöhe angelehnt sind“, sagt Geisser. „Eine lichte Deckenhöhe von 2,40 Meter oder auch mehr lässt sich mit den industriell vorgefertigten Betonelementen eines Fertigkellers problemlos realisieren. Das trägt maßgeblich zur Behaglichkeit im Untergeschoss bei.“ 

Mehrkosten vs. Mehrwert eines Kellers 

Das häufigste Argument gegen einen Keller sind die vermeintlichen Mehrkosten. Betrachtet man allerdings die gesamte Bausumme, fällt auf, dass die Kosten für ein unterkellertes Haus nur durchschnittlich 20 Prozent über den Kosten für ein Haus ohne Keller liegen. Und das bei einem Zugewinn von bis zu 40 Prozent an Nutz- und Wohnfläche. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass sich die Entscheidung gegen einen Keller nicht mehr rückgängig machen lässt. Einzelne überirdische Räume hingegen lassen sich auch später noch problemlos ausbauen, wenn sich der Bauherr dazu entschließt, zunächst in einen Keller zu investieren. Auch bei einem etwaigen Weiterverkauf der Immobilie macht sich das Untergeschoss bezahlt. 
  
Die Erdgeschoss-Bodenplatte aus Stahlbeton ist die Alternative zum Keller. In beiden Fällen sollten Bauherren auf hohe Qualität achten. Foto: GÜF / Bürkle
Die Erdgeschoss-Bodenplatte aus Stahlbeton ist die Alternative zum Keller. In beiden Fällen sollten Bauherren auf hohe Qualität achten. Foto: GÜF / Bürkle
„Es gibt sogar Grundstückssituationen, auf denen Bauherren kaum eine andere Wahl haben, als sich für einen Keller zu entscheiden. Etwa bei extremen Hanglagen, hoch stehendem Grundwasser oder aufgeweichten Böden ist ein qualitätsgeprüfter Fertigkeller ein sicheres Fundament und zudem aus wirtschaftlicher Sicht viel sinnvoller als unverhältnismäßig aufwendige Tiefbau- und Gründungsmaßnahmen, die nur den Zweck erfüllen, den Baugrund für eine Erdgeschoss-Bodenplatte vorzubereiten“, gibt Geisser zu bedenken.  

Keine Bodenplatte in Eigenleistung! 

Grundsätzlich empfiehlt der GÜF-Experte auch bei der Bodenplatte nicht auf den günstigsten Preis zu achten und schon gar nicht, diese in Eigenleistung zu errichten. „In den Erzählungen von Eltern und Großeltern hört sich das Gießen einer Bodenplatte in Eigenregie vielleicht noch leicht an. In der heutigen Baupraxis gehört aber weitaus mehr dazu, will man ein über viele Jahrzehnte sicheres Fundament für das Eigenheim errichten.“ Selbstversuche könnten zu hohen Folgekosten führen, etwa bei fehlerhafter Abdichtung oder Entwässerung oder wenn länger dauernde Arbeiten den gesamten Hausbau aus dem Zeitplan bringen. „Zu den wesentlichen Qualitätsmerkmalen einer fachmännischen Bodenplatte gehören deren Maßhaltigkeit und Frostsicherheit sowie die korrekte Ausführung der Entwässerung inklusive etwaiger Rückstausicherung“, weiß Geisser. Sowohl vor dem Bau einer Bodenplatte als auch eines Kellers sei außerdem ein geologisches Gutachten von Nöten, damit das Fundament des Hauses sicher auf die Gegebenheiten des Bodens angepasst werden könne. Für die Last, die das Haus später auf den Keller oder die Bodenplatte ausübt, ist außerdem der Einfluss der gesamten Statik auf das Fundament zu berücksichtigen. 
  
„Es gibt gute Gründe für einen Keller und auch persönliche Argumente für eine Erdgeschoss-Bodenplatte – in beiden Fällen ist die Qualität der tragenden Konstruktion im Erdreich entscheidend, damit nicht die Gesamtinvestition ins Wanken gerät. Das RAL Gütezeichen ‚Fertigkeller‘ kennzeichnet Hersteller, die sowohl ein Untergeschoss als auch eine Bodenplatte in nachweislich fachmännischer und qualitätsgeprüfter Bauart errichten“, schließt der Experte.

Quelle: Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF)

25.07.2021

Hausbaunews

Entspannung bei der Grundrissplanung

Heimkehren, durchatmen, ankommen. Räume, die Ruhe ausstrahlen. Licht, das sich der Stimmung anpasst, und ein Grundriss, der Alltag und Entspannung mühelos vereint. Ein Wohlfühl-Zuhause entsteht, ...

Glasfaserinfrastruktur und ...

In einer zunehmend vernetzten Welt ist der Zugang zu schnellem Internet kein Luxusgut mehr, sondern ein entscheidender Standortfaktor für Wirtschaft und Gesellschaft. Unter dem Begriff ...

Die finale Bauphase: Professionelle ...

Nach monatelanger Bauzeit steht Ihr Fertighaus kurz vor der Vollendung. Jetzt kommt es auf die finalen Details an, die aus einem schlichten Rohbau ein individuelles Zuhause machen. Professionelle ...

Top 10 Anbieter für Lichtkuppeln in ...

Lichtkuppeln sind eine bewährte Lösung, um natürliches Tageslicht in Gebäude mit Flachdach zu bringen. Sie verbessern die Raumwirkung, reduzieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung und ...

Das Ende der Badewanne? Millionen ...

Für viele Deutsche spielt die Badewanne im Alltag kaum noch eine Rolle: Millionen haben nach eigenen Angaben seit über einem Jahr kein Bad mehr genommen. Laut aktueller Daten von MyHammer, einer ...

Die perfekte Küche im Fertighaus planen

Die Küchenplanung im Fertighaus beginnt bereits in der frühen Bauphase. Anders als bei konventionellen Bauten müssen Sie bei einem Fertighaus die standardisierten Grundrisse und vorgegebenen ...

Musterhäuser

EVOLUTION 143 V5

Preis ab
360.738 €
Fläche
146,41 m²
Rostock

Preis ab
264.100 €
Fläche
87,00 m²
Ausstellungshaus ...

Preis ab
404.000 €
Fläche
144,00 m²
Bungalow 143

Preis
auf Anfrage
Fläche
143,12 m²
Tendline S1

Preis
auf Anfrage
Fläche
173,12 m²
SOLUTION 183 V3

Preis ab
521.785 €
Fläche
182,77 m²

0