Pandemie-Stress trifft auf Winterblues

Unsicherheit ist in diesem Pandemie-Winter unser ständiger Begleiter. Auch ohne Corona quälen sich viele Menschen antriebslos und in gedrückter Stimmung durch diese eher dunkle Jahreszeit – sie haben den sogenannten Winterblues. Fünf bis 20 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden besonders unter Lichtmangel, der sich im schlimmsten Fall zu einer saisonal abhängigen Depression (SAD) entwickelt. „Licht ist ein natürliches Antidepressivum“, sagt Dr. Jürgen Waldorf, Geschäftsführer der Brancheninitiative licht.de. Mit regelmäßiger Bewegung bei Tageslicht, guter Innenbeleuchtung und Lichtquellen mit Tageslichtspektrum können Symptome gemildert und das Wohlbefinden verbessert werden.
07:00 Uhr – Die aktuelle Forschung ist sich einig: Menschen wünschen sich immer gerade genau das Licht, das auch die Sonne zu dieser Zeit produzieren würde – tagsüber helles, kalttoniges Licht, am späten Nachmittag und Abend immer wärmeres Licht bei nachlassender Helligkeit. Foto: licht.de/Signify
07:00 Uhr – Die aktuelle Forschung ist sich einig: Menschen wünschen sich immer gerade genau das Licht, das auch die Sonne zu dieser Zeit produzieren würde – tagsüber helles, kalttoniges Licht, am späten Nachmittag und Abend immer wärmeres Licht bei nachlassender Helligkeit. Foto: licht.de/Signify

Tipp 1: Licht tanken

Spaziergänge sind nicht umsonst aktuell Volkssport Nummer eins: Schon ein halbstündiger Gang im Freien kurbelt die Vitaminproduktion an und taktet die innere Uhr. Die lichtempfindlichen Zellen im Auge nehmen den Lichtreiz wahr und steuern die Hormonproduktion für einen ausgeglichenen Tag-Nacht-Rhythmus. Ist die „Sonnenuhr“ im menschlichen Körper gut eingestellt, bessern sich Schlafqualität und in der Folge auch Wohlbefinden und Vitalität.

Forscher der Universität Hohenheim stellten fest, dass ein Vitamin-D-Mangel Vorerkrankungen begünstigt, die schwere Covid-19-Verläufe zur Folge haben können. Der Körper produziert das „Sonnenhormon“ Vitamin D, indem er Sonnenstrahlen über die Haut umwandelt. Oder er nimmt es über bestimmte Lebensmittel auf. Eine präventive Einnahme von Vitamin-D-Produkten in hoher Dosis solle aber vermieden werden, mahnen die Forscher. Bei Aufenthalt im Freien tankt der Körper es auf natürlichem Wege.

Tipp 2: Tageslicht in Innenräume bringen

Tageslicht ist dynamisch: Morgens hell mit hohen Blauanteilen versetzt es den Körper in Betriebsmodus. Am Abend nimmt die Helligkeit ab und es dominieren rötliche Töne, die den Menschen zur Ruhe kommen lassen. „Auch in Innenräumen kann die künstliche Beleuchtung wichtige Impulse für den menschlichen Körper setzen, indem sie sich am natürlichem Licht orientiert“, betont Waldorf. Ein sanfter Lichtwecker für den guten Start in den Tag, dimmbare Lichtquellen mit wechselnden Farben für Morgen- und Abendszenarien sowie per App oder Lichtmanagementsystem dynamisch gesteuertes Licht helfen dem Körper, im Takt zu bleiben. Morgens in Küche und Bad sowie am Vormittag im Home-Office unterstützt eine flächige Beleuchtung mit aktivierenden Blauanteilen und hohen Beleuchtungsstärken Wachheit und Konzentration. Gegen Abend fördert gemütlich gedämpftes, warmweißes Licht punktuell im Wohn- und Schlafzimmer die Entspannung. „Gerade jetzt, wo wir so viel Zeit zu Hause verbringen, kann die jeweils richtige Lichtumgebung zum Arbeiten und Lernen oder zum Essen und für den Fernsehabend geschaffen werden“, erklärt Waldorf.

Der Mensch im Mittelpunkt

Nach diesem Prinzip arbeiten auch professionelle Beleuchtungsanlagen in Büros, an Arbeitsplätzen, in Schulen und der Pflege. Das Beleuchtungskonzept heißt „Human Centric Lighting“ und stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt der Lichtplanung. Ein Lichtmanagementsystem setzt die dynamischen Effekte des Lichts gekonnt um. Integriert in die Gebäudeautomation, agieren verschiedene Gewerke optimal miteinander, etwa Licht und Verschattung. Durch die automatische Einbeziehung des einfallenden Tageslichts lassen sich zudem Energie und Kosten sparen.

Tipp 3: Kompakte Helfer

Wer zu jenen Menschen gehört, denen die dunkle Jahreszeit besonders zusetzt, kann mit Lichtquellen mit Tageslichtspektrum positiv entgegensteuern. Kleine Geräte für zu Hause oder am Schreibtisch im Büro simulieren Intensität sowie Farbtemperatur des Tageslichts und erzeugen kurzwelliges Licht im blauen Bereich des sichtbaren Lichtspektrums. Am effektivsten ist ihr Einsatz am Vormittag.

Quelle: licht.de

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