LED-Beleuchtung im Fertighaus: Warum Netzteil und Leerrohre feststehen müssen, bevor die Wände kommen
- LED-Streifen laufen mit 24 Volt Gleichspannung. Sie brauchen ein Netzteil, und das muss irgendwo sitzen, wo es Luft bekommt und später erreichbar bleibt.
- Im Fertighaus werden Leerrohre und Dosen werkseitig in die Wandelemente gesetzt. Nachträgliche Leitungen in der Installationsebene sind meist nicht mehr möglich, nur noch Aufputz oder über die Decke.
- Niedervoltleitungen gehören in eigene Leerrohre, getrennt von den 230-Volt-Leitungen. Das ist eine Vorschrift, kein Komfortwunsch.
- Ein 24-Volt-Netzteil wird nach der angeschlossenen Leistung plus rund 20 Prozent Reserve gewählt, nicht nach dem Motto „größer ist sicherer".
- Am Bemusterungstermin sollten pro LED-Zone drei Dinge feststehen: Streifenlänge, Netzteilstandort und der Weg der Tasterleitung.

Warum das Fertighaus weniger Spielraum lässt als der Massivbau
Im Massivhaus schlitzen Elektriker:innen die Wände auf der Baustelle, Änderungen sind bis zum Verputzen möglich. Im Holzrahmenbau ist das anders. Die Wandelemente kommen mit Dämmung, Dampfbremse und oft schon gesetzten Leerrohren aus dem Werk. Die Installationsebene, also der Hohlraum zwischen Dampfbremse und Gipskartonplatte, ist meist 40 bis 60 Millimeter tief und wird nach der Montage geschlossen.Wer danach noch eine Leitung für einen LED-Streifen unter der Treppe braucht, hat zwei Möglichkeiten: Aufputzkanal oder Umweg über die abgehängte Decke. Beides sieht man. Deshalb gehört die Beleuchtungsplanung in die Phase, in der auch die Steckdosen festgelegt werden.
Was ein LED-Streifen an Infrastruktur braucht
Ein LED-Streifen ist kein Leuchtmittel, das man einfach an einen Deckenauslass hängt. Er läuft mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung, im Wohnbereich hat sich 24 Volt durchgesetzt, weil sich damit längere Strecken ohne sichtbaren Helligkeitsverlust versorgen lassen. Zwischen Hausnetz und Streifen sitzt deshalb immer ein Netzteil. Dazu kommt bei dimmbarem oder farbigem Licht ein Controller.Beides braucht einen Platz. Drei Varianten haben sich bewährt:
- Zentral im Verteilerschrank auf der Hutschiene. Vorteil: alles an einem Ort, gut belüftet, jederzeit zugänglich. Nachteil: längere Niedervoltleitungen zu den Räumen, was den Querschnitt erhöht.
- Dezentral in einer Revisionsöffnung nahe der Beleuchtung, etwa in der abgehängten Decke oder hinter einer Blende im Möbel. Kurze Wege, dafür mehrere Standorte.
- Im Möbel selbst, etwa im Sockel der Küchenzeile. Nur mit ausreichend Luft und nie hinter der Spülmaschine.
Die Leitungen: getrennt, und zwar ohne Ausnahme
Die 24-Volt-Seite ist Schutzkleinspannung (SELV). Sie darf nicht im selben Leerrohr wie die 230-Volt-Leitung liegen, es sei denn, die Niedervoltleitung ist für die höhere Spannung isoliert. In der Praxis heißt das: Für jede LED-Zone wird ein eigenes Leerrohr vom Netzteilstandort zum Streifenanfang gesetzt, mindestens M20, bei mehreren Adern (RGB, Tunable White) besser M25.Dazu kommt die Steuerleitung. Wer das Licht über einen Wandtaster schalten oder dimmen will, braucht eine Verbindung vom Taster zum Controller. Bei Funksystemen entfällt sie, bei Bus- oder Tastersystemen nicht. Diese Leitung wird am Bemusterungstermin am häufigsten vergessen.
Praxishinweis: Zeichnen Sie jede LED-Zone in den Elektroplan ein, mit Anfang und Ende des Streifens, dem Netzteilstandort und dem Taster. Die Werkplaner:innen des Hausherstellers setzen dann die Leerrohre. Was nicht auf dem Plan steht, wird nicht gesetzt.
Das Netzteil richtig dimensionieren
Die Rechnung ist einfach: Watt pro Meter des Streifens mal Länge, plus rund 20 Prozent Reserve. Ein Streifen mit 10 Watt pro Meter und 6 Metern Länge zieht 60 Watt, das Netzteil sollte also 75 Watt liefern. Zu knapp gerechnet läuft das Netzteil auf Anschlag und wird heiß. Deutlich zu groß gerechnet, etwa 300 Watt für 60 Watt Last, arbeitet es unter dem Bereich mit gutem Wirkungsgrad und verbraucht unnötig Strom im Leerlauf.Die gängigen Stufen bei 24-Volt-Geräten liegen zwischen 30 und 600 Watt, zum Beispiel bei sk-led.com, wo sich das Sortiment nach Leistung und Schutzart filtern lässt. Für Küche, Wohnzimmer und Treppe reichen in der Regel Geräte zwischen 60 und 150 Watt.
Zwei Punkte, die bei der Auswahl gern untergehen:
- Schutzart. Im Verteiler und in der Decke genügt IP20. Im Bad, in der Sauna oder außen an der Terrasse braucht es IP65 oder IP67, und das Netzteil selbst darf im Bad nicht in den Schutzbereichen 0 bis 2 sitzen. Das klärt die Elektrofachkraft, aber Sie als Bauherr:in müssen den Standort vorgeben.
- Dimmbarkeit. Ein Standardnetzteil ist nicht dimmbar. Wer über einen normalen Wanddimmer dimmen will, braucht ein Triac-dimmbares Netzteil. Wer einen Controller auf der 24-Volt-Seite einsetzt, kann ein Standardnetzteil nehmen.
Was Fertighaushersteller meist anbieten, und was nicht
Die großen Anbieter haben Elektropakete mit einer festen Zahl an Steckdosen und Auslässen. LED-Vouten oder Treppenbeleuchtung sind fast immer Sonderwunsch. Fragen Sie konkret, was im Paket enthalten ist: nur das Leerrohr, oder auch Netzteil und Streifen? Häufig setzt der Hersteller nur die Rohre, die Elektrik dahinter macht der Elektrobetrieb vor Ort oder Sie selbst nach der Übergabe.Das ist nicht schlecht, im Gegenteil. Wer nur die Leerrohre bestellt, kann Netzteile, Streifen und Steuerung frei wählen und muss nicht das nehmen, was der Hersteller im Katalog hat. Voraussetzung ist eben, dass die Rohre am richtigen Ort liegen.
Checkliste für den Bemusterungstermin
- Liste aller LED-Zonen mit Länge in Metern und geplantem Streifentyp (einfarbig, Tunable White, RGB)
- Standort jedes Netzteils, mit Zugang für den späteren Tausch
- Eigenes Leerrohr je Zone, getrennt von 230 Volt
- Tasterleitung oder Busleitung zum Controller
- 230-Volt-Zuleitung zum Netzteilstandort, geschaltet oder dauerhaft
- Bei Außenbereich und Bad: Schutzart und Standort außerhalb der Schutzbereiche
Fazit: Zehn Minuten Planung, sonst zehn Jahre Aufputzkanal
Im Fertighaus entscheidet der Bemusterungstermin über die Beleuchtung der nächsten Jahrzehnte. Ein LED-Streifen braucht ein Netzteil, ein Leerrohr und einen Taster, und alle drei müssen im Plan stehen, bevor die Wände produziert werden.Wer die Zonen vorher sauber aufschreibt, bekommt vom Hersteller genau die Rohre, die er braucht, und kann die Technik dahinter selbst aussuchen. Wer es vergisst, sieht die Nachrüstung jeden Tag an der Wand.
Häufige Fragen
Kann ich LED-Streifen im Fertighaus nachträglich einbauen?
Ja, aber nur mit sichtbaren Leitungen oder über eine abgehängte Decke. Die Installationsebene in den Wänden ist nach der Montage geschlossen. Deshalb sollten Leerrohre für alle LED-Zonen am Bemusterungstermin festgelegt werden.Wo sollte das Netzteil für LED-Streifen sitzen?
Entweder zentral im Verteilerschrank auf der Hutschiene oder dezentral in einer Revisionsöffnung nahe der Beleuchtung. Wichtig ist Luft um das Gerät und ein Zugang für den späteren Tausch. Nicht in die Wanddämmung einpacken.Dürfen 24-Volt-Leitungen im selben Leerrohr liegen wie 230 Volt?
Nein, nicht ohne besondere Isolierung. Die Niedervoltseite ist Schutzkleinspannung und wird getrennt geführt. Planen Sie pro LED-Zone ein eigenes Leerrohr ein.Wie groß muss das Netzteil sein?
Watt pro Meter mal Streifenlänge plus etwa 20 Prozent Reserve. Ein 6 Meter langer Streifen mit 10 Watt pro Meter braucht ein Netzteil mit rund 75 Watt. Stark überdimensionierte Netzteile arbeiten ineffizient.Bietet der Fertighaushersteller die LED-Beleuchtung komplett an?
Meist nur als Sonderwunsch, und oft werden nur die Leerrohre gesetzt. Netzteil, Streifen und Steuerung kommen dann vom Elektrobetrieb oder aus eigener Beschaffung. Fragen Sie nach, was genau im Angebot enthalten ist.19.09.2026
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