Schiefer - Baulexikon Begriffsdefinition


Schiefer

nennt sich ein Sedimentgestein aus feinstem Tonschlamm. Die Entstehungsgeschichte reicht 350 bis 400 Millionen Jahre bis in die Devon-Zeit zurück. Der Tonschlamm wurde in den Millionen Jahren in besonderem Maße Hitze, Druck und Verformungen ausgesetzt, bis aus ihm Schiefer entstand. Bei der Gebirgsbildung dehnten sich die ursprünglichen Tonminerale entlang der feinen Scherflächen und kristallisierten unter Druck und Wärme zu neuen, höherwertigen und vor allem plättchenförmigen Mineralien (Glimmer). Dem Tongestein drängte sich dabei eine neue Struktur auf: die Schieferung. Die gleichmäßige Ausrichtung der Minerale entlang der Schieferung, ihre Verzahnung untereinander, ihre Dichte und der mikroskopische Aufbau sind Qualitätsmerkmale für hochwertigen Dach- und Wandschiefer. In verschiedensten Qualitäten und Farben kommt dieser spaltbare Stein weltweit vor. Hohe Lebensdauer und Witterungsbeständigkeit begründen den guten Ruf als natürlichen Baustoff für Dachdeckung und Vorhangfassaden. Die einzelnen Schieferplatten werden mit Nägeln befestigt.