Mit Geothermie den Wärmemarkt revolutionieren
In einigen Regionen Deutschlands, aber auch in europäischen Ländern wie z. B. die Niederlande, Schweden und Frankreich wird Erdwärme seit längerem flächendeckend genutzt. Es bedarf nun zügig eines Masterplans der Bundesregierung für den weiteren Ausbau der Nutzung der Geothermie in Deutschland.
Für den Umstieg auf erneuerbare Wärmeenergie muss der Strompreis für Wärmepumpen und für geothermische Tiefenpumpen spürbar sinken. Die geringe Absenkung der EEG-Umlage um weniger als 1 Cent pro Kilowattstunde bis 2023 ist hier nicht ausreichend. Gegenwärtig wird der Wärmepumpenstrom für die Nutzung oberflächennaher Geothermie mit bis zu 70% durch Steuern und Abgaben belastet, wohingegen fossile Energieträger wie Erdgas und Erdöl lediglich mit 25% belastet werden. Für einen echten Wettbewerb auf dem Wärmemarkt wäre ein ehrlicher CO2-Preis nötig, der die externen Kosten in den Preisen abbildet und Gas- bzw. Ölheizungen nicht künstlich subventioniert.
Geothermie vermeidet schon jetzt 1,1 Mio. Tonnen Kohlenstoffdioxid-Äquivalent pro Jahr. Die Daten des Bundesumweltamtes zeigen bereits, dass Geothermie erheblich zur Dekarbonisierung beitragen kann. Allerdings gilt es noch einige Hürden abzubauen, bevor das volle Potential der Technologie genutzt werden kann. Hierfür sind nach Meinung des Bundesverbandes Geothermie unter anderem erforderlich: eine bessere Information der Kommunen und der Unternehmen über diese erneuerbare Technologie, eine transparente Bereitstellung von Geodaten sowie entsprechende Förderprogramme, die Projekte finanziell absichern. Zudem muss eine Ausbildungsoffensive für Brunnenbauer und Tiefbohringenieure gestartet werden, damit genügend Fachkräfte verfügbar sind.
31.10.2019
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