Günstig bauen mit natürlichen Dämmstoffen

Bis 2030 sollen nach Plänen der EU 35 Millionen Gebäude in Deutschland grundlegend saniert werden. Ein Problem: Viele Häuser wurden mit Dämmstoffen gebaut, die nach- weislich giftige Stoffe enthalten. Zeit, umzudenken.
Natürliche Dämmstoffe schaffen ein gesundes Wohnklima. Quelle: 6409 Biber Naturbaustoffhandel /ÖkoPlus AG / BHW Bausparkasse
Natürliche Dämmstoffe schaffen ein gesundes Wohnklima. Quelle: 6409 Biber Naturbaustoffhandel /ÖkoPlus AG / BHW Bausparkasse
Die als krebserregend eingestufte Glaswolle beispielsweise wurde erst im Jahr 2000 verboten. Beim Rückbau oder bei der Sanierung von Altbauten besteht das Risiko, mit den krank machenden Dämmstoffen in Kontakt zu kommen. „Daher sollten Modernisierer nur spezielle Unternehmen beauftragen, die zum Beispiel Glaswolle fachgerecht entsorgen“, rät Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse.

Aus Fehlern lernen

Mit 60 Prozent Marktanteil ist der Einsatz konventioneller Dämmstoffe wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle immer noch hoch. Dabei kamen in den vergangenen Jahrzehnten häufig erdölbasierte Dämmstoffe zum Einsatz, die nach heutiger Er- kenntnis kritisch zu bewerten sind. Aufgrund ihrer Behandlung mit giftigen Flammschutzmitteln gelten sie als Sondermüll. „Wer klimafreundlich und damit auf lange Sicht günstiger bauen möchte, sollte natürliche Dämmstoffe verwenden“, rät Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse.

Der Umwelt zuliebe: Naturdämmstoffe

Als Alternative bieten sich Holzfaser, Hanf oder Zellulose an. Sie besitzen hervorra- gende Dämmeigenschaften, sind langlebig, wachsen nach und garantieren ein gesundes Wohnklima. Auch preislich können sie gut mithalten: Die Materialkosten für eine Dämmung aus Holzfaser beispielsweise liegen bei 14 bis 18 Euro pro Quadrat- meter, ein Quadratmeter expandiertes Polystyrol (EPS) kostet rund 14 Euro. Berück- sichtigt man die indirekten Kosten, die Dritten und der Allgemeinheit durch Umwelt- schäden aufgebürdet werden, sind natürliche Dämmstoffe sogar deutlich günstiger. Denn sie schonen wertvolle Ressourcen, können gefahrlos entsorgt werden und sind recycelbar.

Quelle: BHW Bausparkasse

01.06.2021

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