Regenwassernutzung - Baulexikon Begriffsdefinition


Regenwassernutzung

Wasser aus der Leitung ist kostbar und teuer. Es liegt also nahe, das Wasser zu nutzen, das kostenlos vom Himmel fällt. Regenwassernutzung setzt die Installation einer Brauchwasseranlage voraus: Das Regenwasser, das auf das Hausdach fällt, sammelt sich in einem Tank. Dieses Wasser kann Pflanzen versorgen und im Haushalt Verwendung finden - vor allem für die Toilettenspülung, zum Putzen und sogar zum Wäschewaschen. So spart man etwa die Hälfte des Trinkwasserverbrauchs einer Familie. Die Planung und Installation einer Regenwassernutzungsanlage ist Sache eines Fachmanns. Entscheidungskriterien für die Auslegung des Tanks sind die Größe der Dachfläche, die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge sowie der erwartete Verbrauch. In einem hundert Quadratmeter großen Haus verbraucht eine vierköpfige Familie etwa 60 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Die Hygiene stellt die wichtigsten Anforderungen an den Tank: Er muss mit einem Filter ausgerüstet sein, darf kein Licht durchlassen und soll möglichst kühl stehen, damit sich keine Algen und Keime bilden können. Daher empfiehlt es sich, den Tank im Keller oder im Erdreich aufzustellen. Das Wasser sollte auf seinem Weg vom Dach in den Tank mit möglichst wenig Schmutz in Kontakt kommen. Gründächer eignen sich daher nicht für das Sammeln von Regenwasser. Dachrinnen müssen regelmäßig gereinigt werden. Die Beförderung des Wassers zu den verschiedenen Zapfstellen übernimmt eine elektrische Pumpe. Ein zweites Leitungsnetz im Haus bannt die Verwechslungsgefahren von Trink- und Regenwasser.

Der Ausbau von Regenwassernutzungsanlagen wird aus öffentlichen Mitteln gefördert.